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Google Die Suchmaschine der Zukunft

 ·  Google hat viel vor: Eine Übersetzungsmaschine, die ohne Grammatik auskommt. Eine personalisierte Suchseite, die schon weiß, was man suchen will. Holger Schmidt hat einen Blick in das Google-Forschungslabor geworfen.

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„Google hat rund 30 verschiedene Produkte auf den Markt gebracht. Aber nur mit einem Produkt machen sie Gewinn“, lästerte Microsoft-Gründer Bill Gates dieser Tage. Der Mann hat recht. Trotz vieler Schlagzeilen über Googles Videoseite Youtube oder den Kauf der Werbefirma Doubleclick - das Brot-und-Butter-Geschäft von Google ist die Suche im Internet, verantwortlich für Gewinne in Milliardenhöhe und traumhafte Margen.

Und damit das auch so bleibt, hat Google die besten Köpfe unter seinen 14.000 Mitarbeitern an einem Ort zusammengezogen - im Gebäude 43 auf dem Googleplex im kalifornischen Mountain View. In vielen kleinen Teams arbeiten sie an der Suche der Zukunft, die neben Texten auch Videos, Bilder oder Landkarten umfasst, die persönlichen Vorlieben der Nutzer kennt, auf dem Handy mindestens genauso gut wie auf dem Computerbildschirm funktioniert und unabhängig von der Sprache ist.

Welt der Softwareingenieure, Mathematiker und Computerwissenschaftler

Der Blick in die geheimen Forschungslabors von Google zeigt: Hier ist die Welt der Softwareingenieure, Mathematiker und Computerwissenschaftler, fast alle mit einem Doktortitel einer berühmten Universität ausgestattet. Wie Forschungsdirektor Peter Norvig, den Google 2001 von der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa abgeworben hat. Norvig, einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, arbeitet an der Überwindung der Sprachbarrieren im Internet.

Gute Informationen in unbekannten Sprachen bleiben den meisten Internetnutzern verborgen. Norvig und sein Team wollen das ändern - in typischer Google-Manier mit geballtem Technikeinsatz. „Normalerweise werden für ein solches Projekt Sprachwissenschaftler eingestellt. Wir haben darauf verzichtet und alles mit Statistik gelöst, nicht mit Sprachregeln oder Grammatik. Niemand in unserem Team spricht Arabisch oder Chinesisch“, erklärt Norvig.

Rechenkraft von Hunderttausenden Netzwerkrechnern

Das Verfahren funktioniert so: „Wir beginnen mit dem ersten Wort oder Zeichen eines Satzes und schauen nach, welches Wort in anderen Dokumenten besonders häufig darauf folgt. Während andere Systeme eine Milliarde Wörter in Sequenzen bis drei Wörter durchsuchen, können wir eine Billion Wörter in Sequenzen bis sieben Wörter verarbeiten. Mit diesem Verfahren haben wir das weltbeste Übersetzungsprogramm geschaffen“, sagt Norvig.

Möglich macht das die Rechenkraft der Hunderttausende Netzwerkrechner in den Google-Rechenzentren. „Unser Verfahren geht auf IBM zurück, die damit in den neunziger Jahren experimentiert haben. Aber IBM hatte damals nicht die nötige Computerkapazität. Wir haben sie“, sagt Norvig. Google bietet inzwischen Übersetzungsdienste für Chinesisch, Russisch und Arabisch an. Weitere Sprachen sollen folgen, damit die Suche in Zukunft auch fremdsprachige Internetseiten einschließt.

Am semantischen Web bisher gescheitert

Am semantischen Web, das nicht nur Wörter miteinander in Verbindung bringt, sondern den Inhalt wirklich versteht, ist aber auch Google bisher gescheitert. „Das semantische Web sollte uns weiterhelfen können. Wir haben es bisher nicht ins Laufen gebracht. Sollten die semantische Ressourcen eines Tages besser werden, können sie uns aber helfen. Es gibt Sätze, die wir mit unserer Statistik niemals übersetzen können.“ Google arbeitet als Mitglied der Brancheninitiative W3C unter der Führung des Web-Pioniers Tim Berners-Lee an der Entwicklung des semantischen Webs mit. Sollte es eines Tages funktionieren, könnte das neuen Suchmaschinen wie Hakia helfen, den technologischen Vorsprung von Google zu mindern.

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