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Geotagging Digitale Bilder mit Ortsgedächtnis

 ·  Ein neuer Trend mit digitalen Fotos entwickelt sich: das Geotagging. Die Bilder werden, mit GPS-Koordinaten versehen, ins Netz gestellt. So kann jeder die Himalaja-Bergtour oder den Strandurlaub der Freunde an der Ostsee auf digitalen Karten wie Google Maps nacherleben.

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Die Zeiten der mühsam beschrifteten Fotos im Album sind schon lange vorbei. Selbst im digitalen Fotoarchiv geht es aber manchmal recht durcheinander zu. Einzig das Datum des Fotos lässt nach einiger Zeit noch entfernte Rückschlüsse darauf zu, um welchen prächtigen Sandstrand es sich auf dem Bild handelt. Es sei denn, man hat sich der mühseligen Aufgabe unterzogen, jede Datei einzeln mit den entsprechenden Informationen zu versehen. Dies aber ist aber schon heute nicht mehr nötig. Der Trick: Die Positionsdaten des Global Positioning System (GPS) werden zusammen mit den digitalen Erinnerungen in einer Datei gespeichert.

Mit diesen Informationen können die Fotos dann mit digitalen Weltkarten wie Google Maps verbunden und beim Streifzug über die Kontinente immer wieder betrachtet werden - entweder von allen Nutzern oder aber nur von den dafür freigeschalteten Freunden und Bekannten des Fotografen. Jedes Bild wird genau dort verortet, wo es aufgenommen wurde. Zusätzlich werden Fotos, die in der Nähe von Sehenswürdigkeiten aufgenommen wurden, mit Internetinformationen beispielsweise aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia verlinkt.

Yahoo bietet das Geotagging über seinen Bilderdienst Flickr

Während diese Idee vor Jahresfrist noch in den Kinderschuhen steckte, entwickeln sich die Nutzerzahlen entsprechender Dienste inzwischen schnell nach oben. Es verwundert daher kaum, dass sich auch der Internetgigant Google schon für diese Technik in Position gebracht hat. Google hat im Mai 2007 den spanischen Dienst Panoramio übernommen, mit dem Nutzer ihre Fotos auf den Karten von Google Maps veröffentlichen können, und Yahoo bietet das Geotagging über seinen Bilderdienst Flickr an.

Aber auch das Braunschweiger Unternehmen Locr GmbH profitiert davon, dass immer mehr Geräte mit einem Empfänger für die Geodaten ausgestattet sind. Vor allem in der aktuellen Generation der Handys finden Kamera und GPS-Empfänger immer öfter zusammen. "Das Geotagging wird im Moment von den entsprechend ausgestatteten Handys getrieben, wird aber auch das Kamerageschäft erreichen", erklärt Locr-Geschäftsführer Malte Schloen. Schon sind während der Messe PMA in Las Vegas einige Kameras mit GPS-Empfang vorgestellt worden, und ihre Zahl steigt immer weiter. Entsprechend fallen auch die Preise für die Geräte. Die simple Variante ist allerdings weiterhin ein Gerät, das kontinuierlich die Geokoordinaten seines Nutzers aufzeichnet. Diese Daten werden dann anhand der Zeitstempel in den digitalen Fotos mit den einzelnen Bildern verbunden. Eine Aufgabe, die bei Locr zum Beispiel von der eigens entwickelten Software erledigt wird.

40.000 Nutzer - Tendenz stark steigend

Locr hat nach Angaben von Schloen inzwischen 40.000 Nutzer - Tendenz stark steigend. "Seitdem wir Anfang Dezember mit unserer Software im Download-Portal von Nokia vertreten sind, steigen die Nutzerzahlen stark an", erklärt er. "Die Kooperation hat aber noch einen anderen Vorteil", fügt Schloen hinzu. "Unternehmen, die mit uns kooperieren wollen, fragen uns nicht mehr, ob wir ,das denn auch können', was wir versprechen."

Im Gegensatz zum werbeorientierten Geschäftsmodell von Google will Locr durchaus mit seinem Dienst Geld verdienen. Daher ist vor wenigen Wochen ein Premiumbereich für zahlende Nutzer eingerichtet worden, der Sonderfunktionen beinhaltet. Das Premiumabo kostet 20 Euro im Jahr.

Auch angesichts der Muttergesellschaften der Konkurrenz ist Locr weiter auf der Suche nach Partnern. Dabei versucht Schloen aber bisher, die Marke Locr in den Angeboten deutlich werden zu lassen. Es ist steht nach seinen Angaben inzwischen aber auch eine Kooperation kurz vor dem Abschluss, in der Locr als sogenannter White-Label-Liferant nur seine Dienste und die Technik zur Verfügung stellt und der Partner den Dienst unter eigenem Namen betreiben wird. Auch aus der Kooperation mit Fotolabors, die Abzüge von den eingestellten Fotos machen, erhofft sich das Unternehmen künftigen Umsatz.

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