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Galaxy S4 Samsung läutet nächste Runde gegen Apple ein

 ·  Die Koreaner stellen auf dem amerikanischen Heimatrevier des Rivalen das neue Galaxy S4 vor. Das Smartphone reagiert nicht nur auf Berührungen, sondern auch auf Bewegungen und trennt Berufliches von Privatem.

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© dpa Vergrößern Großes Display, schlanke Erscheinung: Das neue Galaxy S4 unterscheidet sich äußerlich kaum von seinem Vorgänger

Mit gewaltigem öffentlichem Rummel hat der koreanische Elektronikkonzern Samsung im amerikanischen Heimatrevier des Rivalen Apple sein neues Smartphone Galaxy S4 vorgestellt: Begleitet von einem Orchester und Theatereinlagen, enthüllte Samsung die nächste Generation seines Vorzeige-Handys vor mehreren tausend Journalisten und Geschäftspartnern in der New Yorker Radio City Music Hall. Die Veranstaltung wurde live auf einem Großbildschirm am Times Square übertragen.

Samsung zeigte ein Gerät, das sich rein äußerlich kaum von seinem Vorgängermodell Galaxy S3 unterscheidet, aber etliche neue Funktionen zum Beispiel für die Art der Bedienung und für die Kamera bietet.

Die Großinszenierung unterstreicht, wie selbstbewusst Samsung im Wettbewerb mit Apple gerade in Amerika agiert, obwohl das Unternehmen hier im vergangenen Jahr eine schwere Niederlage in einem Patentstreit hinnehmen musste. Samsung ist auch in seinem Marketing viel aggressiver geworden: In Werbespots macht sich Samsung über Apple lustig und stellt seine eigenen Produkte als innovativer und cooler dar. Samsung hat im vergangenen Jahr in Amerika mehr Geld in Werbung für seine Handys gesteckt als Apple.

Das Galaxy S4, das Ende April in mehr als 150 Ländern auf den Markt kommen soll, ist mit einem 5-Zoll-Bildschirm minimal größer als das aktuelle Modell (und deutlich größer als das iPhone 5 von Apple mit 4 Zoll), außerdem etwas dünner und leichter. Das Gerät erlaubt neben der gewohnten Bedienung durch Berühren des Bildschirms (Touchscreen) eine Reihe anderer Steuerungsoptionen. So kann das Geschehen auf dem Bildschirm durch Handgesten bestimmt werden, oder indem das Gerät nach vorne oder hinten geneigt wird. Eine Funktion mit dem Namen „Smart Pause“ verfolgt die Augenbewegungen des Nutzers und hält zum Beispiel Videos an, wenn er seinen Blick weg vom Handy richtet. Das neue Smartphone zeigt außerdem Vorschauen bestimmter Inhalte, wenn der Nutzer seinen Finger über dem Bildschirm hält, ohne ihn zu berühren.

Trennung von Beruflichem und Privatem

Die Kamera auf der Rückseite des Galaxy S4 hat 13 Megapixel, fünf mehr als das aktuelle iPhone. Das Samsung-Gerät erlaubt etliche Tricks, zum Beispiel können die Kameras auf der Vorder- und Rückseite simultan genutzt werden. Damit kann das Geschehen auf beiden Seiten in einem Foto oder Video untergebracht werden. Außerdem ermöglicht das neue Gerät die Tonaufnahme in Verbindung mit Fotos.

Das neue Samsung-Gerät bietet außerdem eine Funktion mit dem Namen „Knox“, die es erlaubt, geschäftliche und persönliche Daten voneinander zu trennen. Damit hofft Samsung, auch Unternehmenskunden für das neue Gerät zu begeistern. Eine ähnliche Funktion bietet der kanadische Hersteller Blackberry bei seinem kürzlich vorgestellten Smartphone Z10.

Klarer Spitzenreiter auf dem Weltmarkt

Die Galaxy S-Geräte sind die Flaggschiff-Smartphones von Samsung. Seit der Einführung der ersten Generation im Jahr 2010 hat Samsung mehr als 100 Millionen Stück abgesetzt. Allein das 2012 herausgekommene aktuelle Modell S3 wurde mehr als 40 Millionen mal verkauft. Daneben hat Samsung eine Reihe anderer Smartphone-Modelle wie das übergroße Galaxy Note.

Samsung ist mittlerweile klarer Spitzenreiter am Weltmarkt für Smartphones und der mit Abstand bedeutendste Anbieter von Geräten mit dem Betriebssystem Android von Google. 2012 baute Samsung seinen Anteil am Weltmarkt für Smartphones nach Angaben der Marktforschungsgruppe IDC von 19,0 auf 30,3 Prozent aus. Apple konnte sich im gleichen Zeitraum nur leicht von 18,8 auf 19,1 Prozent verbessern. In seinem jüngsten Quartalsbericht blieb Apple mit den Verkaufszahlen für das iPhone unter den Erwartungen.

Der starke Won macht Samsung zu schaffen

Wie ernst die Amerikaner Samsung nehmen, legt auch der Umstand nahe, dass ihr Marketing-Chef Phil Schiller am Tag vor der Galaxy-Veranstaltung eine ganze Serie von Interviews gab. Dabei attackierte er allgemein die Konkurrenz von Android-Geräten. Er sagte, nach internen Erhebungen von Apple wechselten viermal so häufig Nutzer von Android-Handys zu iPhones als dies umgekehrt der Fall sei.

An der Börse war am Tag vor der Veranstaltung erwartet worden, dass der Start des Galaxy S4 die Werte von Samsung, aber auch anderer südkoreanischer Elektrokonzerne beflügeln werde. Zu schaffen macht Samsung derzeit aber der starke Won, der südkoreanische Produkte im Ausland teurer macht und die dort erzielten Gewinne beim Transfer nach Südkorea schmälert. Seitdem Japan über eine aggressive Geldpolitik allerdings den Yen schwächt und damit die Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Exportindustrie stärkt, wird auch in Südkorea eine lebhafte Debatte geführt, Exportunternehmen wie Samsung stärker staatlich zu stützen.

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