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Funkausstellung Digitale Technik läßt Elektronikbranche boomen

19.08.2005 ·  Von Kaufzurückhaltung keine Spur: Die Branche der Unterhaltungselektronik boomt. Auch die Messe Berlin profitiert von der IFA-Rekordbeteiligung. Zugesagt haben knapp 1.200 Aussteller aus 40 Ländern.

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Von Kaufzurückhaltung keine Spur: Die Branche der Unterhaltungselektronik boomt, Industrie und Handel sprühen vor Zuversicht. Flachbildschirme und Digitaltechnik bringen die Umsätze auf einen Höhenflug.

Nach einem Plus von fast zehn Prozent im ersten Halbjahr werden für 2005 ein zweistelliger Zuwachs und erstmals ein Branchenumsatz von mehr als 20 Milliarden Euro erwartet, sagt Hans-Joachim Kamp, Vorsitzender des Fachverbandes Consumer Electronics im ZVEI und Vorsitzender des IFA-Vorstands, kurz vor Beginn der Internationalen Funkausstellung (IFA) selbstbewußt.

Digitale Technik treibt das Geschäft

Zahlen, von denen die Branche bei der Messe vor zwei Jahren kaum zu träumen wagte. Denn im IFA-Jahr 2003 war der Umsatz auf einen Tiefstand von 18,2 Milliarden Euro abgesackt. Damals mußte sich die Branche damit abfinden, daß selbst günstige Preise bei Neuheiten die Kauflust nicht anregten.

Jetzt treibt digitale Technik das Geschäft. Die Branche profitiert vom technischen Generationenwechsel - vom Röhrenfernsehgerät zum TV-Flachbildschirm, vom Video- zum DVD-Recorder sowie zu digitalen Foto- und Musikaufnahmen. „In diesem Jahr werden erstmals mehr LCD- und Plasma-Bildschirme als herkömmliche TV-Röhrengeräte verkauft“, ist sich Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), sicher. Und in den Startlöchern steht schon die neue hochauflösende Technologie HDTV.

„IFA ist Konjunkturprogramm“

Kamp sieht die Branche in einer ähnlich guten Situation wie etwa bei der Einführung des Farbfernsehens Anfang der 70er Jahre. Damals wollten alle weg vom Schwarz-Weiß-Bild, heute sind Flachbildschirme „Objekt der Begierde“. Erwartet wird, daß die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ähnlich wie 1974 den Gerätewechsel treibt.

Und die Funkausstellung (2.-7. September) in Berlin wird auch einen Schub bringen. „IFA ist Konjunkturprogramm“, lautet das Branchenmotto. Auch die Messe Berlin profitiert vom Branchenboom. Denn Messegeschäftsführer Christian Göke kann eine IFA-Rekordbeteiligung vermelden. Zugesagt haben knapp 1.200 Aussteller aus 40 Ländern, 15 Prozent mehr Anbieter als 2003.

Smartphones mit eingebauter Festplatte

Die gute Stimmung wird vom Handel bestätigt. Für TV-Geräte als „Rückgrat des Geschäfts“ gibt es zweistellige Zuwachsraten. „Flachbildschirme sind ein Produkt nach dem Motto: will ich haben“, sagt Heinz Heer, Vorsitzender der Einkaufskooperation Expert in Hannover. Als einen Grund sieht er die Preisentwicklung. „Inzwischen sind wir auf 'konsumiger' Preishöhe angekommen.“ Geräte, die vor zwei Jahren für 1.400 Euro angeboten wurden, kosten heute 600 Euro.

Beim Kauf spiele die Bildschirmgröße auch eine Rolle, weil in der Regel ein Ersatzgerät angeschafft wird. „Bei Flachbildschirmen gibt es eindeutig den Trend zu größeren Bildschirmen.“ Ein weiterer Renner sind DVD- und Festplattenrecorder. „Im Augenblick haben wir Steigerungsraten von 30 bis 40 Prozent“. Die Geräte haben den Videorecorder verdrängt. Digitale Technik setzt sich überall durch: Der mobile Musikgenuß mit MP3 erfaßt auch die Telekommunikation. Smartphones mit eingebauter Festplatte speichern Musik- und Fotoarchive. Digitalkameras bieten neben hoher Auflösung auch mehr Komfort.

Markengeräte im Trend

In den vergangenen Jahren gab es einen Trend zu entweder billigen oder teuren Geräten der Unterhaltungselektronik. Dies ging immer stärker zu Lasten eines mittleren Preissegments. „In der Übergangsphase von Röhrengerät zu Flat-TV gibt es einen neuen Preisbereich, der nun die Mitte darstellt“, beschreibt Heer. „Im TV-Bereich bildet sich durch den Technologiewandel und Umstrukturierung der Haushalten eine völlig neue Preisklasse.“ Röhrengeräte für das Wohnzimmer seien im Einstiegspreis-Bereich, 27-Zoll-LCD-Gerät in der mittleren Preiskategorie und dann folgen teure Großgeräte als Spitzengruppe.

Hecker sieht auf dem Markt auch wieder einen Trend für Markengeräte. „Das liegt sicherlich auch daran, daß es den Marken und dem Handel zunehmend gelingt, die hochwertigen Produkte und ihre Funktionalität den Verbrauchern verständlich zu machen.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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