19.08.2005 · Von „Asynchronous Transfer Mode“ über Breitbild und HDTV bis „Wide Screen Signaling“: Die wichtigsten technischen Begriffe zur Internationalen Funkausstellung IFA.
Die wichtigsten technischen Begriffe zur Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin:
ATM (Asynchronous Transfer Mode): Übertragungsstandard für Breitband-Netze. Daten (Audio, Text, Video) werden in sehr kleine, gleich große Datenpakete zerlegt und zum Empfänger geschickt. Die konstante Größe der Datenpäckchen gewährleistet, daß kein Paket eine Netzwerkleitung verstopfen kann.
Bluetooth: Standard für drahtlose Datenübertragung auf eine Entfernung von bis zu zehn Metern. Im Gegensatz zur Infrarot-Übertragung ist bei Bluetooth keine Sichtnähe zwischen den Geräten nötig.
Breitbild: Bildschirm-Format moderner Fernseher im Seiten-Verhältnis 16:9. Die größere Breite paßt sich dem natürlichen Sichtfeld des Menschen besser an. Das Format soll sich nach dem Willen der Hersteller nun als Standard durchsetzen.
Decoder: Ein Gerät, das verschlüsselt gesendete Datensignale wieder entschlüsselt und lesbar macht.
Dolby Digital: Digitales Mehrkanaltonsystem, das für Filme oder auf DVDs, teilweise auch in Fernsehsendungen verwendet wird. Dolby Digital arbeitet über sechs Tonkanäle: einer ist für Baßeffekte reserviert, die übrigen fünf sorgen für räumlichen Klang.
DSL (auch xDSL, Digital Subscriber Line): Sammelbegriff für eine Technologie zum Transport von großen Datenmengen über Kupferleitungen (Telefonleitungen). Das heute in Deutschland genutzte ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) ermöglicht hohe Geschwindigkeiten von derzeit bis zu sechs Megabit pro Sekunde, für die Zukunft werden 25 auch MBit/Sekunde in Aussicht gestellt.
DVB (Digital Video Broadcasting): Europäischer Standard zur Übertragung digitaler Fernsehdaten über Satellit (DVB-S), terrestrisch über Antenne (DVB-T) oder Kabel (DVB-C). Mit Hilfe der digitalen Bildcodierung passen vier bis zehn Mal mehr Fernsehprogramme in einen herkömmlichen analogen Kanal. Bis 2010 sollen sämtliche Fernsehsignale in Deutschland digital übertragen werden.
DVD (Digital Versatile Disc oder Digital Video Disc): Die DVD hatte vor einigen Jahren mit großem Erfolg die Videokassette abgelöst, inzwischen arbeiten die Hersteller schon an ihren Nachfolgern HD-DVD und Blu-ray. Auch heute können sich die Hersteller nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen. Die verschiedenen Formate der DVD (DVD+RW, DVD-RW und DVD-RAM) werden jedoch inzwischen von den meisten Abspielgeräten problemlos gelesen.
DVI (Digital Video Interface): Der herkömmliche Eingang für digitale Videosignale. Der digitale Ton wird über einen extra Eingang übertragen.
EPG (Electronic Program Guide): Eine Fernsehprogramm-Zeitschrift in digitaler Form. Beim digitalen Empfang des Fernsehsignals werden die Daten mit übertragen und lassen sich am Bildschirm aufrufen. In der Regel gibt es neben dem Programmtitel und der Uhrzeit auch eine kurze Beschreibung der Sendungen.
Festplatten-Rekorder: Die meisten digitalen Videorekorder sind heute mit einer Festplatte zur Speicherung der Filme ausgestattet. Je nach Ausstattung haben die Speicher eine Kapazität bis zu 400 Gigabyte, das entspricht etwa 650 Stunden Film.
HDCP (High Bandwidth Digital Content Protection): Ein unter anderem von dem Chiphersteller Intel entwickelter digitaler Kopierschutz, der das Kopieren von Sendungen im HDTV-Format verhindert. Nach Übereinkunft mit dem Branchenverband EICTA müssen HDTV-Fernseher mit „HD ready“-Siegel den Kopierschutz unterstützen.
HDMI (High Definition Multimedia Interface): Neue Schnittstelle für die Übertragung von Bild- und Tondaten bei HDTV in Set-top-Boxen und HD-Fernsehern. Es ermöglicht die völlig digitale Übertragung von Videodaten und Digitalton mit bis zu acht Kanälen. Der digitale Kopierschutz HDCP ist integriert.
HDTV (High Definition Television): HDTV hat eine deutlich höhere Auflösung, zeigt das Bild schärfer und detailreicher und wird im Format 16:9 statt im herkömmlichen Maß 4:3 ausgestrahlt. Im November will der Bezahl-Sender Premiere als erster in Deutschland auf mehreren Kanälen Programme in HDTV-Qualität ausstrahlen. Um das hochauflösende TV-Signal zu empfangen, benötigt man einen entsprechenden Fernseher mit dem Gütesiegel „HD ready“. Die Auflösung beträgt bis zu 1920 x 1080 Pixel.
LCD (Liquid Crystal Display): Flüssigkristallbildschirm. Das Display besteht aus zwei dünnen Glasscheiben, die von innen mit einer Elektrodenschicht aus unterschiedlich polarisiertem Material überzogen sind. Im Zwischenraum befinden sich die Flüssigkristalle. Durchgeleiteter Strom sorgt dafür, daß sich die Kristalle so ausrichten, daß sie entweder Licht durchlassen oder nicht.
MP3 (Moving Picture Experts Group audio layer 3): Ein vom Fraunhofer-Institut entwickeltes Komprimierungsverfahren für Audio-Dateien. Überflüssige Signale werden nicht berücksichtigt und mehrfach vorkommende Sequenzen nur einmal gespeichert. MP3- Musikstücke lassen sich ohne wesentlichen Qualitätsverlust in sehr kleinen digitalen Paketen über das Internet austauschen.
MPEG 4 (Moving Picture Experts Group): Kompressionsstandard, der vor allem für HDTV-Signale genutzt werden soll. Zunächst hatte MPEG 3 der Standard für HDTV werden sollen, dann hat man sich jedoch auf eine Erweiterung des MPEG2-Formats geeinigt, mit dem man seit 1994 Video und Ton in Fernsehqualität komprimiert hat. Das heutige MPEG 4 unterstützt auch DRM-Software als Kopierschutz.
NTSC (National Television Systems Commitee): Herkömmlicher Standard für das Farbfernsehen in den Vereinigten Staaten mit einer Auflösung von 720 x 480 Bildpunkten.
PAL (Phase Alternating Line): Herkömmlicher Fernsehstandard in Europa für analoge Fernsehsignale mit einer Auflösung von 720 x 576 Pixeln. Das PAL-Farbfernsehsystem wurde 1962 von dem damaligen Entwicklungsleiter der AEG-Telefunken in Hannover, Walter Bruch, entwickelt.
Pay-Per-View: Variante des Bezahlfernsehens, bei der der Zuschauer nicht Sender oder Kanäle abonniert, sondern nur für Inhalte bezahlt, die er tatsächlich auch sieht. In der Regel ist er dafür Abonnent eines kommerziellen Pay-TV-Senders, bei dem er die Inhalte wie zum Beispiel Filme anfordert (Pay-On-Demand).
PIP (Picture in Picture): Die Bild-im-Bild-Technik teilt Bildschirme oder Monitore in mehrere Fenster auf. Dadurch können mehrere Inhalte wie Nachrichten, Wetter-Aufnahmen oder Börsenticker gleichzeitig dargestellt werden.
Plasma-Bildschirm: Bei Plasma-Bildschirmen werden zwischen zwei Glasscheiben Moleküle von Xenon-Gas über anliegende Elektroden zur Explosion gebracht. Das entstehende ultraviolette Licht erzeugt an der Bildschirmrückwand grüne, rote und blaue Strahlung. Während herkömmliche Kathodenstrahlröhren ein Bild in rascher Abfolge rastern, sind alle Bildpunkte eines Plasmaschirmes einzeln und gleichzeitig ansprechbar. Plasmaschirme sind extrem flach und sind auch noch bei Blickwinkeln von bis zu 160 Grad gestochen scharf.
VPS (Video Programmiersystem): Grundlage des VPS ist ein vom Fernsehsender ausgestrahltes Signal mit den Ausstrahlungsdaten der aufzunehmenden Sendung. Dem Signal entspricht ein in den Programmzeitschriften abgedruckter Zahlencode. Fehlaufnahmen durch eine verspätete Ausstrahlung der Sendung sollen dadurch ausgeschlossen werden.
Wide Screen Signaling: Ein Wide-Screen Signal wird mit dem Fernsehsignal ausgestrahlt und schaltet das Bildformat beim Fernseher vom Standard-Seitenverhältnis 4:3 auf das 16:9-Breitbild um.