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Fernsehrechte Das verwirrende Comeback des Leo Kirch

09.10.2007 ·  Für Überraschungen ist Leo Kirch schon zu seiner Glanzzeit immer gut gewesen. Jetzt soll er die Bundesliga vermarkten. Wirtschaftlich gesehen, darf sich die Liga als Gewinner sehen; wie die Konsumenten reagieren werden, ist eine andere Frage. Ein Kommentar von Roland Zorn.

Von Roland Zorn
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Für positive wie negative Überraschungen ist der Münchner Medien-Unternehmer Leo Kirch schon zu seiner Glanzzeit immer gut gewesen. Dass er nun, fünf Jahre nach der Insolvenz seines Konzerns, auf die große Bundesliga- und Fernsehbühne zurückkehrt, ist aber die vielleicht größte Überraschung in der Vita dieses ebenso charismatischen wie enigmatischen Franken.

Als genauso aufsehenerregend darf der Umstand bewertet werden, dass sich die Bundesliga aufs neue kurzschließt mit dem Mann, der sie in die wirtschaftlich größten Nöte ihrer Geschichte gebracht hat. Alle, die die neue Liaison zwischen der Liga und der jüngsten Kirch-Agentur Sirius misstrauisch beäugen, verdienen auf Grund der Vergangenheit Respekt. Auch die Skepsis gegenüber einem neuen Dienstleister, der von 2009 an den Fernsehsendern Inhalte liefert, ist verständlich. Die Frage nach der redaktionellen Unabhängigkeit der künftigen Sirius-Mannschaft von der Deutschen Fußball Liga stellt sich.

500 Millionen Euro per annum

Andererseits gewinnt die Liga durch das neue Konstrukt, mit dem nicht mehr Rechte, sondern Produkte verkauft werden: 500 Millionen Euro per annum – mit Bankgarantien abgesichert – aus der immer noch prall gefüllten Kirch-Schatulle sind für die kommenden Jahre garantiert. Auch der Kreis der Bezahlfernseh-Anbieter könnte in Zukunft größer werden. Nicht nur ein großer Pay-TV-Kuchen, sondern verschiedene Stückchen stehen zur Auswahl.

Premiere, das eben erst für viel Geld als Sublizenznehmer nach dem letztlich gescheiterten Experiment mit dem Sender Arena zurückkehrte, könnte fürs Erste der große Verlierer sein. Doch ein Szenario mit Premiere ganz ohne Bundesliga, das hat die Vergangenheit gezeigt, erscheint letztlich unwahrscheinlich.

Allerdings droht dem Sender der Verlust einer Reihe geschätzter Mitarbeiter, wenn die Liga über die von der DFL kontrollierten Firmen Sportcast und Sirius produziert und sendefertig angeboten wird. Der Spielraum für die Sender – das gilt weniger für die Free-TV-Angebote etwa in der ARD-„Sportschau“ – wird kleiner, die Kosten werden steigen. Wirtschaftlich gesehen, darf sich die Bundesliga mal wieder als Gewinner sehen; wie der über die Jahre schon oft verwirrte Konsument reagieren wird, ist eine andere Frage. Fürs Erste wird das Unverständnis groß sein.

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