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Fernsehmarkt Berlusconi bei Pro Sieben Sat.1 aus dem Rennen

09.11.2006 ·  Silvio Berlusconis Medienkonzern Mediaset ist im Bieterwettbewerb um die deutsche Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 aussortiert worden. Das bestätigte Mediaset am Donnerstag. Gerüchten zufolge sollen politische Bedenken den Ausschlag gegeben haben.

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Der größte italienische Medienkonzern Mediaset ist im Bieterwettbewerb um die deutschen Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 aus dem Rennen. Die Italiener seien aus der Liste der Bieter ausgeschlossen worden, teilte Mediaset am Donnerstag mit. Mediaset hatte erst am Dienstag bekannt gegeben, ein unverbindliches Angebot für Pro Sieben Sat.1 abgeben zu wollen.

Nach einem Bericht der italienischen Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ war das Gebot des Konzerns zu niedrig. Einige Investoren hätten Gebote abgegeben, die rund 30 Prozent über dem derzeitigen Aktienkurs der deutschen Sendergruppe liegen. Mediaset teilte hingegen mit, ein „aus wirtschaftlicher Sicht ausgewogenes“ Gebot abgegeben zu haben.

Parteiübergreifend auf Ablehnung gestoßen

Gerüchten zufolge könnten aber auch politische Bedenken den Ausschlag dafür gegeben haben, daß Mediaset aus der Bietergruppe aussortiert wurde. Der größte deutsche TV-Konzern Pro Sieben Sat.1 ist bisher mehrheitlich im Besitz einer Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban. Mehrere weitere Interessenten bemühen sich um den Kauf.

Der Medienkonzern war bereits 2002 gemeinsam mit dem Australier Rupert Murdoch an einer Übernahme der Kirch Media interessiert, zu der Pro Sieben Sat.1 bis zur Pleite der Kirch Gruppe gehörte. Berlusconi stößt aber bei deutschen Politikern parteiübergreifend auf Ablehnung. Wegen seiner Doppelrolle als Politiker und Herrscher über die drei größten Privatkanäle läuteten schon beim ersten Übernahmeversuch der Kirch Media bei den Sozialdemokraten die Alarmglocken.

Mehrere Interessenten

Für den zum Verkauf stehenden Fernsehkonzern Pro Sieben Sat.1 haben mehrere Interessenten Offerten unterbreitet. Unverbindliche Gebote haben nach Informationen aus Verhandlungskreisen wie erwartet zwei Konsortien von Finanzinvestoren unterbreitet: Apax tritt gemeinsam mit Goldman Sachs an, Permira zusammen mit KKR. Den beiden letzteren gehört bereits die skandinavische Fernsehgruppe SBS.

Unterdessen fällt die geschäftliche Prognose des Übernahmekandidaten dank anziehender TV-Werbung zuversichtlich aus. Der Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro im vergangenen Jahr werde voraussichtlich um fünf bis sechs Prozent steigen. Das Ergebnis will die Senderfamilie in diesem Jahr überproportional steigern. 2005 hatte der Konzern einen Vorsteuergewinn von 350,7 Millionen Euro verbucht.

Hohe Werbeerlöse

Im dritten Quartal verbuchte Pro Sieben Sat.1 erwartungsgemäß wegen Einmalaufwendungen einen Gewinneinbruch. Unter anderem wegen der angekündigten vorzeitigen Rückzahlung einer Anleihe über 200 Millionen Euro ging der Überschuß von 23,7 auf 13,1 Millionen Euro zurück. Der Umsatz stieg auf 431,3 (415,9) Millionen Euro.

Im Kerngeschäft mit gebührenfreien Fernsehprogrammen profitierte Pro Sieben Sat.1 von höheren Werbeerlösen. Der Umsatz des Segments legte im Zeitraum Juli bis September um 16,1 Millionen auf 392,5 Millionen Euro zu. Während Sat.1 sowohl Umsatz als auch Ergebnis steigern konnte, gelang auch dem zuletzt schwächelnden Sender Pro Sieben im dritten Quartal wieder ein Umsatzanstieg. Wegen höherer Kosten blieb das Ergebnis von Pro Sieben aber unter dem Vorjahresniveau. Der Juli sei noch stark von der Fußball-WM geprägt gewesen, die ProSiebenSat.1 nicht im Programm hatte, sagte de Posch.

Quelle: FAZ.NET mit Material von DPA, AFP und da./theu./tp./F.A.Z.
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