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Europäische App-Industrie Apps schaffen 800.000 Arbeitsplätze

 ·  Mit dem iPhone kam die App - und mit ihr eine Industrie. Pro Jahr erwirtschaftet die App-Industrie zehn Milliarden Euro Umsatz mit Programmen für Smartphones. Doch viele Entwickler erhalten nur ein geringes Gehalt.

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© dpa Vergrößern Viel Arbeit, wenig Gehalt: 19 Prozent der App-Entwickler verdienen weniger als 1.000 Euro im Monat

Die Zahlen sind Ausdruck einer Erfolgsgeschichte: „Apps“, also die Zusatzprogramme, die mit der Einführung des iPhone auf den Massenmarkt kamen und die sich inzwischen auf allen Smartphones installieren lassen, haben in nur fünf Jahren allein in Europa 800.000 Arbeitsplätze geschaffen. Damit verbunden ist ein Umsatz von gut 10 Milliarden Euro im Jahr, der nicht nur durch Gebühren und Verkaufspreise in den jeweiligen sogenannten App-Stores von zum Beispiel Apple, Google und Microsoft erwirtschaftet wird, sondern auch durch Entwicklungsarbeiten für die Programme selbst.

Nicht immer jedoch verdienen diese Entwickler damit auch ein auskömmliches Einkommen. Im Gegenteil zeigen die Zahlen, dass allein in Deutschland in der Branche 19 Prozent der Beschäftigten weniger als 1.000 Euro im Monat verdienen. In Großbritannien liegt diese Zahl sogar bei 35 Prozent. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer neuen Studie der „Association for Competitive Technology“, einem Verband, in dem sich kleine und mittelgroße Unternehmen, die diese Apps entwickeln, zusammengeschlossen haben.

529.000 Vollzeitanstellungen in Europa

Die Studie liegt dieser Zeitung vor. Der Verband wird nicht nur von seinen Mitgliedern finanziert, sondern auch von Sponsoren wie Apple, AT&T, Facebook, Intel, Microsoft und Verizon. Insofern handelt es sich einerseits um Zahlen, die die Auftraggeber freuen werden, wenn man vom Einkommensniveau mancher Entwickler absieht. Andererseits spiegeln die Studienergebnisse aber tatsächlich den Durchbruch einer technischen Innovation wider, die sich im Alltag vieler Menschen mit Händen greifen lässt.

Schließlich verfügt exakt die Hälfte aller Handynutzer in den 28 Staaten der Europäischen Union über ein internetfähiges Smartphone - und die Zuwachsrate erreicht noch immer rund 10 Prozent im Jahr. Durch diese Verschiebung bewegen sich alle Geschäftsmodelle rund um die Software dieser Mobiltelefone in Richtung Apps.

Dabei geht es nicht nur um Programme, die zum Beispiel dazu in der Lage sind, Bahnverbindungen herauszusuchen, ein Taxi zu rufen oder die Börsenkurse zu erfahren. Angeboten werden auch Anwendungen, die für die Nutzung in Unternehmen gedacht sind oder für die Entwickler der Apps selbst programmiert wurden. Die Branche beschäftigt nach den Angaben der Studie in Europa 529.000 Menschen in Vollzeitanstellungen.

Hinzu kommen rund 265.000 Stellen, die durch die Apps in anderen Branchen geschaffen werden. Dass die Entlohnung zum Teil so niedrig ist, wird mit dem Anteil neu gegründeter Unternehmen in den Ländern begründet. Dabei gilt die Vermutung, dass die Entlohnung um so geringer ausfällt, je jünger das Unternehmen ist.

Die Verhandlungsposition der Mitarbeiter sollte sich allerdings zügig verbessern. Denn der Umsatz wird in etwa im Gleichschritt mit den Steigerungsraten des Smartphone-Absatzes steigen. Im Rest der Welt sind die Zuwachsraten sogar höher, da in Asien, Lateinamerika und Afrika die Zahl der Smartphone-Nutzer schneller klettert als in der EU.

Der Blick auf Deutschland zeigt, dass auch hier auf dem schon erreichten hohen Niveau noch viel Wachstum möglich ist: So besitzen zwar 51 Prozent der Handynutzer ein Smartphone, doch erst 43 Prozent sind auf diesem Weg mit dem Internet verbunden. Diejenigen, die das Smartphone aber in der vernetzten Welt nutzen, verwenden auch Apps intensiv. So wurden in Deutschland im Juni insgesamt 217 Millionen Apps heruntergeladen.

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