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Enttäuschende Zahlen : Snapchat stürzt ab

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Den Snapchat-Geist austreiben: Anwohner in Venice Beach protestieren dagegen, dass Snapchat seit dem Börsengang mit seinem Hautquartier die Preise in dem Stadtteil von Los Angeles in die Höhe treibt. Bild: Reuters

Nachdem das Unternehmen Snap erstmals Quartalszahlen vorlegen muss, stürzt die Aktie im Anschluss um zwanzig Prozent ab. Damit teilt der Konzern allerdings das Schicksal mit seinen großen Rivalen.

          Die ersten Quartalszahlen nach dem Börsengang haben dem Betreiber der populären Foto-App Snapchat kein Glück gebracht. Die Aktie stürzte am Mittwoch nachbörslich um rund ein Fünftel ab, nachdem die Firma Snap die Erwartungen der Anleger enttäuscht hatte. In der Bilanz fiel zuallererst der gewaltige Verlust von 2,2 Milliarden Dollar auf, er geht aber fast nur auf eine Einmal-Belastung durch Aktienoptionen im Zuge des Börsengangs zurück. Doch auch beim Wachstum von Nutzerzahl und Umsatz verfehlte Snap Analystenprognosen.

          Snap kam im ersten Quartal auf 166 Millionen täglich aktive Nutzer. Das waren acht Millionen mehr als im Quartal davor. Damit ging die seit Herbst andauernde Flaute beim Zustrom neuer Nutzer weiter. Experten hatten Snaps aktuelle Nutzerzahl zwischen 169 und 173 Millionen erwartet. Dank sprudelnder Werbeeinahmen vervierfachte sich der Umsatz aktuell nahezu auf 149,6 Millionen Dollar - blieb damit aber ebenso wie die Nutzer-Zahl hinter den Erwartungen zurück. Die Analysten hatten eher mit rund 158 Millionen gerechnet.

          Snap verliert mehr als 20 Prozent

          Die Aktie verlor nach Vorlage der Zahlen nachbörslich zeitweise über 22 Prozent auf 17,88 Dollar. Snap war Anfang März mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar an die Börse gegangen. Die Papiere stiegen damals schnell auf bis zu knapp 30 Dollar

          Damit teilt der Konzern das Schicksal des großen Rivalen Facebook und von Twitter: auch deren Papiere waren bei Vorlage der ersten Zahlen nach dem Börsengang eingebrochen.

          Am Ende des ersten Börsentages war Snap an der Börse rund 34,5 Milliarden Dollar wert - obwohl es rote Zahlen schreibt, nicht mit Gewinnen rechnet und Aktionäre kein Mitspracherecht haben. Mehrere Experten hatten denn auch vor und nach Börsengang Zweifel am Geschäftsmodell geäußert. Das war beim Facebook-Börsengang aber ähnlich gewesen.

          Snapchat wird vor allem von Menschen unter 30 Jahren genutzt, die es schätzen, dass ihre Nachrichten schnell wieder gelöscht werden. Das Unternehmen nimmt vor allem mit Werbung Geld ein und konkurriert dabei direkt mit Google und Facebook.

          Twitter hatte bei Vorlage seiner Zahlen Ende April einen unerwartet hohen Zuwachs seiner Nutzerzahlen ausgewiesen. Die Aktie hatte daraufhin kräftig zugelegt. Facebook indes hatte Anfang Mai nach einem kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg seine Aktionäre auf härtere Zeiten eingestellt, was den Aktienkurs drückte.

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