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Elektronisches Rezept Gesundheitskarte geht im April in den Praxistest

03.01.2006 ·  Die elektronische Gesundheitskarte wird zunächst in acht Bundesländern erprobt: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein.

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Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte kommt Schritt für Schritt voran. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt benannte am Dienstag die Testregionen in acht Bundesländern, in denen die neue Karte zuerst ausgegeben werden soll.

Demnach sollen Versicherte etwa ab April in Bochum-Essen, Bremen, Flensburg, Heilbronn, Ingolstadt, Löbau-Zittau, Trier und Wolfsburg die ersten Erfahrungen mit dem so genannten elektronischen Rezept machen. Nach Problemen und Verzögerungen hatte die Entwicklungsgesellschaft Gematik Mitte Dezember die ersten Labortests begonnen.

Abschlußtermin offen

Ursprünglich sollte die Karte bereits im laufenden Jahr an alle 80 Millionen Versicherten in gesetzlichen und privaten Krankenkassen ausgegeben werden. Wann dies tatsächlich abgeschlossen sein wird, ist unklar. In den Testregionen sollen zunächst wenige Tausend Versicherte die Karte erhalten, die mit einem Bild ausgestattet und fälschungssicher sein soll. Danach werden die Versuche schrittweise ausgeweitet.

Schmidt bekräftigte die hohen Erwartungen in die Karte. „Künftig wird ein Apotheker beziehungsweise eine Apothekerin erkennen können, wenn sich Arzneimittel nicht miteinander vertragen“, erklärte die Ministerin. „Das ist ein entscheidender Fortschritt für Patientinnen und Patienten. Denn jährlich sterben mehr Menschen an Arzneimittelunverträglichkeiten als im Straßenverkehr.“ Auf der Karte können auf freiwilliger Basis Notfalldaten wie die Blutgruppe oder Allergien vermerkt werden. Außerdem ist vermerkt, ob ein Versicherter von Zuzahlungen befreit ist, und die Karte dient als europäischer Versicherungsschein.

Fernziel „elektronische Patientenakte“

Fernziel für die nächsten Jahre ist, mittels der Karte - mit Zustimmung des Betroffenen - Zugang zu einer „elektronischen Patientenakte“ mit der Krankengeschichte zu ermöglichen und Doppeluntersuchungen zu vermeiden.

Die Einführung ist mit einer gigantischen EDV-Umstellung verbunden. Schmidt sprach von „einer der größten Herausforderungen für alle Beteiligten“. 140.000 niedergelassene Ärzte, 77.000 Zahnärzte, rund 2.000 Krankenhäuser, 22.000 Apotheken und über 300 Krankenkassen müssen vernetzt werden. Die Heilberufe sollen eine eigene elektronische Karte bekommen, quasi als Schlüssel fürs System.

Die Krankenkassen schätzen die Gesamtkosten für die Einführung inzwischen auf etwa zwei Milliarden Euro. Sie hoffen, daß die Ersparnis durch die neue Karte die Kosten binnen zehn Jahren gegenfinanziert.

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