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E-Mail-Konten Mehr Hacking-Angriffe als gedacht

06.10.2009 ·  Die Hacker-Angriffe auf Zugangsdaten zu persönlichen E-Mail-Konten weiten sich aus: Nach Hotmail haben auch Yahoo und Google bekanntgegeben, dass Passwörter von Privatkonten geknackt und im Internet veröffentlicht worden seien. Die Unternehmen riefen Verbraucher zu erhöhter Vorsicht auf.

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Die Hacker-Angriffe auf Zugangsdaten zu persönlichen E-Mail-Konten weiten sich aus. Nach dem Anbieter Hotmail gaben am Dienstag auch die Mitbewerber Yahoo und Google bekannt, dass Passwörter von Privatkonten geknackt und im Internet veröffentlicht worden seien. Die betroffenen Nutzer müssten die Passwörter für ihre E-Mail-Konten ändern, um den unbefugten Zugriff zu verhindern, teilten die Unternehmen auf Anfrage der Nachfrage AFP mit.

Am Vortag hatte der zum Microsoft-Konzern gehörende Anbieter Hotmail mehr als 10.000 Konten sperren müssen, nachdem Hacker die Passwörter geknackt haben. Wie viele E-Mail-Konten bei Yahoo und bei Googles E-Mail-Sparte Gmail betroffen waren, war zunächst unklar. Ein Vertreter von Gmail sprach von einer „kleinen Zahl“, bei Yahoo war von eine „begrenzten Anzahl“ die Rede.

Hotmail, Yahoo und Gmail erklärten übereinstimmend, dass die Zugriffe auf die persönlichen Daten nicht durch Lücken in den Sicherheitsprogrammen, sondern durch so genanntes „Phishing“ zustande gekommen seien. Dabei werden Nutzer etwa mit betrügerischen E-Mails zur Preisgabe geheimer Daten gebracht. Die Unternehmen riefen die Nutzer zu Vorsicht auf und rieten, regelmäßig die Passwörter für die E-Mail-Konten zu ändern. „Die Passwörter wurden offenbar von Kriminellen mit Phishing-Angriffen gesammelt“, sagte Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Unter Phishing versteht man Versuche, mit gefälschten Internetseiten an persönliche Benutzerdaten wie zum Beispiel Online-Banking-Passwörter zu kommen.

„Wir haben die Konten aus Sicherheitsgründen gesperrt und arbeiten mit den Betroffenen daran, die Kontrolle über rechtmäßige Accounts wiederzuerlangen“, sagte Baumgärtner. Wer derzeit nicht mehr auf sein Konto bei den Microsoft-Diensten Hotmail, Windows Live oder MSN zugreifen könne, sollte die Web-Adresse http://bit.ly/BgWZm aufrufen und dort ein entsprechende Formular ausfüllen.

Keine Microsoft-Server gehackt worden

Der Sprecher betonte, dass bei der Aktion keine Microsoft-Server gehackt worden seien. „Es wurden etliche Konten ausgespäht, aber nicht in einen unserer Server eingebrochen.“ Baumgärtner forderte die Anwender auf, regelmäßig ihre Passwörter zu ändern, eine aktuelle Antivirus-Software einzusetzen und regelmäßig Systemaktualisierungen zu installieren. Da Anwender oftmals ein Passwort für verschiedene Dienste benutzen, sollten betroffene Anwender nicht nur ihr Hotmail- Konto reaktivieren, sondern zusätzlich die Passwörter in anderen benutzten Diensten austauschen.

Die Technologie-Website neowin.net hatte als erstes von der Attacke berichtet. Demnach sollen die persönlichen Daten der Benutzer am 1. Oktober auf der Seite pastebin.com veröffentlich worden sein. Die BBC und neowin.net berichteten, eine Liste mit den Daten von 10.028 E-Mail-Konten, die mit A und B beginnen, eingesehen zu haben. Sie seien nun aus dem Netz entfernt worden. Die Daten seien authentisch und stammten wohl hauptsächlich aus Europa. Die Liste beinhalte Accounts die mit hotmail.com, msn.com und live.com enden. Hotmail gehört zu den größten E-Mail-Anbietern der Welt.

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Von Johannes Ritter

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