Der Machtkampf zwischen dem Internetmarktplatz Ebay und der Suchmaschine Google hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Ebay schaltet keine Werbung mehr auf der amerikanischen Google-Seite. Ebay war bisher einer der größten Werbekunden von Google; zu beinahe jeder Produktsuche wurden neben den Suchtreffern Hinweise zu den passenden Ebay-Angeboten eingeblendet. Doch damit soll jetzt Schluss sein - zumindest vorläufig.
"Wir prüfen nun, welchen Einfluss dieser Schritt auf unsere Seitenzugriffe hat. Gleichzeitig testet Ebay andere Werbeformen", sagte ein Sprecher der deutschen Tochtergesellschaft. Googles Anteil am Suchmaschinengeschäft in Amerika beträgt knapp 50 Prozent, während der Ebay-Partner Yahoo auf rund 28 Prozent kommt. Sollten die Zugriffe aber zu stark sinken, könnte Ebay seinen Schritt rückgängig machen.
Abkehr in Deutschland kaum vorstellbar
In Deutschland ist eine Abkehr von Google kaum vorstellbar, da das Unternehmen hier einen Marktanteil von rund 90 Prozent besitzt. Eine Ausweitung auf andere Länder sei auch nicht geplant, sagte der Sprecher. Hintergrund des Streits ist der Zahldienst Checkout, mit dem Google der marktführenden Ebay-Tochtergesellschaft Paypal Konkurrenz macht.
Ebay verhindert bisher, dass seine Händler Checkout nutzen. Um den Konkurrenten zu ärgern, hatte Google die Ebay-Händler zur "Google Checkout Freedom Party" eingeladen - und das parallel zur Hausmesse "Ebay-Live". Nach Protesten von Ebay hat Google die Party inzwischen abgesagt.
Ebay setzt auf Social Commerce
Unterdessen hat die Ebay-Vorstandsvorsitzende Meg Whitman auf der "Ebay-Live" die Transformation in Richtung Web 2.0 angekündigt. "Wir sind dem Social Commerce verpflichtet. Wir setzen auf die Kombination aus Commerce, Kommunikation und Community", sagte Whitman. Das Unternehmen überarbeitet seine Startseite und will Community-Elementen mehr Platz geben. Nutzer können sich in der Rubrik "My World" eigene Profile anlegen. Außerdem lassen sich EbayAngebote in Web-2.0-Seiten wie Myspcae und Bebo oder in Blogs einbinden.