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Digitalisierung : 8,4 Milliarden vernetzte Geräte im Internet der Dinge

Für das Jahr 2020 sagen die Fachleute von Gartner mehr als 20 Milliarden vernetzte Geräte voraus auf der Welt. Bild: obs

Kaffeemaschinen, Kameras, Babyphones: Die Zahl der Haushaltsgeräte, die mit dem Internet verbunden sind, wächst rasant. Experten machen nun eine gewaltige Prognose.

          Die Vernetzung von Geräten im Internet der Dinge (IoT) nimmt stark zu. So rechnet die Marktforschungsgesellschaft Gartner für das aktuelle Jahr rund um die Welt mit 8,4 Milliarden vernetzten Geräten. Das wären fast ein Drittel mehr als noch im vergangenen Jahr.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Den Umsatz mit solchen Geräten und darauf aufgesetzten Softwaredienstleistungen schätzen die Marktforscher in diesem Jahr auf fast zwei Billionen Dollar. Tendenz steigend: Die Analysten rechnen damit, dass es im Jahr 2020 sogar 20,4 Milliarden vernetzte Geräte gibt – und dabei hat Gartner die eigene Prognose noch leicht gesenkt.

          Maschinelles Lernen macht's möglich

          Treiber dieser Entwicklung sind vor allem China, die Vereinigten Staaten und Westeuropa. In diesen Regionen werden in diesem Jahr mehr als zwei Drittel der IoT-Geräte installiert. Als solche definiert Gartner alle Geräte, die eine eigene IP-Adresse haben, also aus dem Internet abrufbar und fernzusteuern sind.

          Auch deshalb machen in den Zahlen des Marktforschungsunternehmens die Konsumenten den größten Teil aus und nicht die Industrie. Dort sind zwar viele intelligente Sensoren verbaut, doch sind die häufig hochspezialisiert, dadurch teurer und machen nicht so eine große Stückzahl aus, wie etwa vernetzte Überwachungskameras oder Babyphones, die es schon zu geringen Preisen gibt.

          Gleichwohl sehen die Marktforscher auch dort starke Zuwächse: „Anwendungen im Maschinenbau, der Produktion oder der Energie haben stark zugenommen“, sagt Gartner-Analystin Bettina Tratz-Ryan im Gespräch mit dieser Zeitung. Sogenanntes Submetering etwa wachse: Das bedeutet, dass nicht nur in der Industrieanlage, sondern auch in angeschlossenen Rechenzentren oder einzelnen Maschinen Sensoren installiert sind, die erfassen, wie hoch der Energieverbrauch ist oder etwa Wartungszyklen analysieren.

          Die Zahl der Geräte im Internet der Dinge in Unternehmen steigt jedoch weniger schnell als bei den Endverbrauchern. Das liegt nach Ansicht der Analystin auch daran, dass schon mit vorhandenen Sensoren häufig mehr Analysen möglich wären. Soll heißen: Es werden nicht zwangsläufig mehr Geräte gebraucht, wenn die alten bessere Ergebnisse liefern. Das reicht beispielsweise von Echtzeitdaten einer Verpackungsmaschine, die als Basis dienen, um Wartungsverträge zu verhandeln bis zur Qualitätsprüfung hergestellter Produkte. Die gesammelten Daten werden durch maschinelles Lernen und eine stärkere Verknüpfung nun besser lesbar.

          Trotzdem ist es gut möglich, dass die Gartner-Analysten in ihrer Prognose falsch liegen. Noch berücksichtigen die Marktforscher nicht, dass irgendwann jeder Turnschuh oder jedes Stuhlbein vernetzt sein wird. „Viele Geschäftsmodelle müssen erst noch überprüft werden, ob sie überhaupt mit dem Datenschutz und der Privatsphäre im Netz konform gehen“, sagt sie. So sei etwa aus den Gesundheits-Trackern noch kein überzeugendes Geschäftsmodell erwachsen, auch wenn einige Krankenkassen solche Geräte schon nutzten.

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