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Digitale Spaltung Frankfurt ist die Internet-Hauptstadt Deutschlands

29.06.2003 ·  Die Hälfte der Deutschen ist online. Doch noch immer spaltet ein digitaler Graben die Bevölkerung: Die Mehrheit der sozial schwachen Schichten nutzt das neue Medium nicht. Die Regierungsbezirke Berlin und Darmstadt haben die höchsten Internet-Quoten, Chemnitz und Mecklenburg-Vorpommern bilden die Schlußlichter.

Von Holger Schmidt
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Die Hälfte der Deutschen nutzt inzwischen das Internet. Doch noch immer spaltet ein digitaler Graben die Bevölkerung: Die Mehrheit der sozial schwachen Schichten, der Personen mit niedrigem Bildungsstand und der älteren Menschen ist weiterhin nicht online, hat eine Repräsentativumfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid mit der Initiative D21 ergeben. Auch die regionalen Unterschiede in Deutschland bleiben groß: Die Bundesländer Berlin, Hamburg und Hessen weisen sehr hohe Nutzungsquoten auf. Aufgefächert auf Regierungsbezirke liegen Berlin und Darmstadt an der Spitze der Internet-Nutzung. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, der gleich 100 gesetzt wurde, erreicht Berlin einen Wert von 113, Darmstadt einen Wert von 112. Internet-Hauptstadt Deutschlands ist wie im Vorjahr die Main-Metropole Frankfurt. Dort sind 61 Prozent der Einwohner über 14 Jahre Internet-Nutzer, hat die Umfrage ergeben. Mit geringem Abstand folgen Dresden, Stuttgart und München.

Dagegen liegen ländliche oder strukturschwache Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und das Saarland am Ende der Skala, haben die Forscher herausgefunden. In Westdeutschland weisen die Regierungsbezirke Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) und Oberpfalz (Bayern) die niedrigsten Nutzungsquoten auf. Unter den Großstädtern zeigen sich die Dortmunder, Leipziger und Essener als ausgesprochene Online-Muffel.

Die Internet-Nutzung schwankt stark mit dem ausgeübten Beruf. Studierende (95 Prozent), Beamte im gehobenen oder höheren Dienst (84 Prozent), leitende Angestellte (84 Prozent) und Selbständige/Freiberufler (75 Prozent) gehören zu den eifrigen Internet-Nutzern. Als "große Überraschung" wertete Emnid-Projektleiter Frank Wagner, daß inzwischen jeder zweite Arbeitslose das Internet nutzt, 17 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Arbeitsämter wollen Stellensuchende stärker als bisher mit Internet-Angeboten unterstützen. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster, kündigte bei der Vorstellung der Studie an, die Zahl der Internet-Plätze für Kunden der Arbeitsämter bis Ende nächsten Jahres auf 13000 nahezu zu verdoppeln. "Wenn wir mehr Transparenz und Schnelligkeit auf dem Arbeitsmarkt wollen, ist das Internet eine Schlüsselgröße", sagte Gerster.

Das Internet bleibt das Medium der jungen Menschen. Rund 80 Prozent der Männer und 68 Prozent der Frauen zwischen 14 und 40 Jahren surfen im Netz. Die Schere zwischen weiblichen und männlichen Surfern habe sich damit weiter geöffnet, heißt es. Die Gründe sieht Wagner in der Werbestrategie der Internet-Anbieter: "Sie werben für das Internet wie für ein Auto. Anstatt den Nutzen in den Vordergrund zu stellen, betonen sie nur die Schnelligkeit."

Das Wachstum der Internet-Nutzung ist mit dem Überschreiten der 50-Prozent-Marke nicht beendet. "Wider alle Erwartungen wächst die Internet-Nutzerschaft wieder schneller" schreiben die Forscher. Weitere 7,2 Prozent der Deutschen planen in naher Zukunft den Gang in das Internet. Vor allem in Ostdeutschland. Der Anteil der "Offliner", die auch in Zukunft keinen Anschluß zum Internet wollen, liegt bei 42 Prozent. Die Hälfte dieser "Offliner" ist älter als 62 Jahre und in der Mehrzahl weiblich. Angst vor der Technik und zu hohe Kosten sind die Hauptgründe für ihre Internet-Abstinenz.

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