25.05.2012 · Die Geschehnisse um Facebooks Börsengang werden immer seltsamer: Die Bank Morgan Stanley will offenbar Aktionäre entschädigen - gleichzeitig taucht ein Gerücht auf, die Banken Goldman Sachs und JP Morgan hätten Spekulationen gegen den Aktienkurs erleichtert.
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Schon der große Zirkuskönig P. T. Barnum hatte es erkannt: "Es hat noch nie jemand Geld eingebüßt, der die Intelligenz der Leute unterschätzte."
Es gibt kein Recht auf Kursgewinne!
Hier in den USA waren die Medien in den Tagen und Wochen vor dem Boersengang voll mit Warnungen von Analysten, nur hat scheinbar keiner zugehoert. Wer als Kleinanleger aber saemtliche Warnungen in den Wind schreibt und darauf vertraut, dass die Aktie schon irgendwie steigen wird, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht und keinen Grund, jetzt empoert zu sein. Leerverkaeufe waren sicherlich nicht hilfreich, koennen aber nicht alleine fuer den Kursabsturz verantwortlich gemacht werden, dafuer ist die Anzahl der ausstehenden Aktien einfach zu gross. Was fehlte, war das Kaufinteresse- die Euphorie war nach dem anfaenglichen Hussa schnell verpufft. Boersendebuts garantieren keine Gewinne - leider wird jetzt aber so getan, als ob.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.05.2012 21:04 UhrHerr Wolf,
Auch Pensionsfonds mussten hier nicht mitmachen- zwar haben diese
gewisse Vorgaben, aber nicht eine, die ihnen vorschreibt, einen Index
genau abzubilden. Moeglicherweise haben sie mitgemacht, insbesondere
CALPERS wuerde mir hier einfallen, dass liegt aber nicht daran, dass sie
es mussten, sondern dass sie sich Gewinne davon versprachen-
einschliesslich solcher, die nicht nur den Fondnehmern zu Gute kommen.
Was Sie meinen sind ETF, die den Index nachbilden muessen und
entsprechend zwingend in FB investieren mussten, das betrifft aber nur
eine Handvoll von Fonds. In gewissem Umfang sind auch Technologie Fonds
betroffen, die, wie der Name schon sagt, in Technologie Aktien
investiert sind- das ist deren Aufgabe, Investoren wissen und wollen das.
Ich kann nur wiederholen - Gewinne aus IPOs sind nicht garantiert, auch
wenn viele das jetzt lautstark einfordern.
Vielen Anlegern, die hinter den Kulissen der medialen Show blickten,
Morgan Stanley, JP Morgan, Goldman Sachs und GM schon immer klar war:
Die fb-user sind keine Kunden, sondern das Produkt, das zu verkaufen
versucht wird.
Da dieses Produkt jedoch sehr wankelmütig ist, eine kurze
Lebensdauer in der Branche hat, weil es immer den neuesten Trend folgt,
war klar, dass des Kaisers neue Kleider hier verkauft werden sollten.
Aus facebook wird m.E. ein fadebook werden. Nur wenn fb-user bereit
wären 5 bis 10$US monatlich für den Service zu zahlen,
hätte FB ein Geschäftmodell. Da dem aber nicht so ist, stehen
alle Beteiligte nun nackt da. Ich, sowie mein gesamter Verwandten-
Freundes- und Bekanntenkreis haben schon längst das kostenlose
adblock herunter geladen und werden
von keiner Werbung mehr behelligt. Wissen das eigentlich die
Werbeträger, die Werbung auf FB schalten, nicht? Das Produkt,
für das sie zahlen, ist dadurch nicht mehr erreichbar.
Dämlicher kann man kein Geld wegwerfen.
Online Werbung
1. Ja das wissen die Werbenden
2. Man zahlt im Normalfall pro Click, das heißt für jeden der
wirklich auf die Werbung klickt. Für Leute mit Adblock wird dann
einfach nichts bezahlt.
3. Man kann allerdings auch wesentlich günstiger nur für die
Anzeige und nicht pro Click zahlen
4. Das Geld ist genauso wenig oder viel weggeworfen, wie bei jeder
anderen Art von Werbung
Morgan Stanley wird wohl in den nächsten Jahren keinen Börsengang mehr durchführen, denn mit dem FB-Betrug sind sie m.E. verbrannt.
Die Betrüger müssen lebenslänglich bekommen
Natürlich war FACEBOOK ein gefundenes Fressen für die Wetter, die auf einen Absturz der Aktie bald nach ihrer Börsenplatzierung setzten, zumal sich die FACEBOOK-Addicts, also die "Kleinaktionäre" eben auch erhofften, in ihrem eigenen "Nest" ordentlich Kasse machen zu können. Der Glaube an eine segensreiche Kombination von Leidenschaft und Erfolg ist eben unerschütterlich und das haben die Wetter gewusst. Jetzt muss ermittelt werden, wieviele Milliarden diese mit ihren Wetten verdient haben und wo genau diese Wetter "beschäftigt" sind.
Hatte ich ja bereits letzten Freitag erwähnt. Die Medien halfen natürlich mit, diesen Hype anzufachen. The Masters of the Universe sprechen sich untereinander ab, um dann mit Leerkäufen Klein-Anleger ins offene Messer laufen zu lassen. Schön gefärbt, nennen das einige Bauernfängerei, richtiger jedoch wäre Insider-trading und Betrug. Seit letzten Freitag ist zu beobachten, wie die FB-Aktie systematisch manipuliert wird. Um das zu erkennen, braucht es keinen Experten. Die Schamlosigkeit amerikanischer Banken und Hedge-Fonds ist fast schon wieder bewundernswert. Kapitalismus ist Sozialismus für die Reichen.
Ebenso simpel wie überzeugend:
Als Investmentbank bringe ich Facebook völlig überteuert an
die Börse, verkaufe die Aktien leer, streue noch ein paar
Gerüchte und decke mich anschließend billig ein.
Das ist das amerikanische Geschäftsmodell: an einer Transaktion
doppelt und drefach verdienen...
Leerverkäufe
Falls sie den Artikel aufmerksam gelesen hätten, wäre ihnen aufgefallen, das keine der involvierten Banken die Aktie leerverkauft hat. JPM und GS haben die Aktie verliehen, damit machen sie übrigens auch keinen Gewinn an fallenden Kursen.
Anschaulich
Endlich mal ein populäres Beispiel, damit breiten Kreisen diese schändliche Treiben der Investmentbanken vor Augen geführt wird. Sie verpflichten sich, die Aktie nicht zu verkaufen, aber vom Nichts-Verleihen stand wahrscheinlich nichts in den Agreements. Also tun sie das ungeniert.
FB ist ein Heißluftpapier. Die veräußernden Banken tun dies, um ihren Gewinn zu maximieren. Eigentlich nichts weiter Auffälliges oder Ungewöhnliches. Warum die traurigen Augen? Enttäuscht? Über Banken? Da kann ich ja nur lachen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.05.2012 14:15 UhrAch so
Sollen sich also alle Geschädigten an ihre Nase fassen und vor Scham im Erdboden versinken, weil sie an Märchen geglaubt haben? Es müssen wieder Regeln eingeführt werden, die den fortgesetzten Betrug verhindern.
Das Einzige,worüber es sich aus meiner Sicht zu diskutieren lohnt,ist der Grund für die „Vertrauensseligkeit“ der Anleger.Stehen doch die genannten Banken im Ruf an der Finanzkrise–durch manipulative Akte–kräftig verdient zu haben.Gier und Dummheit mögen ja in einem gewissen Verhältnis zueinander stehen,aber sollen wir wirklich davon ausgehen,dass all diese Investoren dumme Leute sind?Es ist die „Alternativlosigkeit“ im aktuellen Marktgeschehen.Das heißt,dass das Finanzkapital für ein gesellschaftliches Verhältnis verantwortlich gemacht werden muss,aus dem es kein Entkommen mehr gibt.Auch und schon gar nicht für die besitzenden Klassen.Über alle gängigen Sparanlagen werden die Massen gnadenlos enteignet.So bleibt die riskante Anlage–über die Börse.Dieselbige,die,obwohl im Krisenverlauf als überwältigt blamiert,offenbar wichtigstes Instrument zur Bewältigung jeder Krise bleibend.Und während das Finanzkapital in solchen Krisen sich reorganisiert,verarmen die Massen ein weiteres Stück.
da steckt m.E. eine unglaublich krimminelle Energie dahinter, von wem auch immer. Und viele lassen sich verführen!
Ein virtuelles Unternehmen hat die Idee, mit virtuellen Aktien an einer zunehmend virtuellen Börse virtuelles Geld zu generieren. Der virtuelle Rausch wird sich in Luft auflösen und die Spekulanten hoffentlich virtuelle Gewinne in reale Verluste verwandeln. Was ist das für eine Welt wo jeder jeden betrügt und die großen Betrüger sich wo auch immer entschulden und die kleinen auf ihren Schulden sitzen bleiben. Schuld ist immer das goldene Kalb und der schnöde Mammon.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.05.2012 15:34 UhrNa ja, was für Sachwerte
bei Facebook? Ein paar Server mit Clouds, einige PC`s, Printer ect. Und
diese Sachwerte sollen 100 Mrd. wert sein. Und jetzt hat nach Ihrer
Meinung der Markt das bestraft und der virtuelle Wert von facebook ist
nur noch 75 Mrd. wert? ja es ist so eine Sache mit der Börse, da
haben Sie vollkommen recht.
Eine Diskriminierung zwischen Facebook und Bosch ist schon nötig, oder?
@Ernst Schneck
"Und daß die Mauscheleien beim Börsengang sofort durch
den Markt bestraft werden, das zeigt, daß er funktioniert."
Inwiefern bestraft? Durch den Kursrückgang? Gerade dadurch sollen
beteiligte Banken laut CNN Money ja profitiert haben, indem sie short
handelten. Die Großen machen Gewinne auf Kosten der Verluste der
Kleinen. Das notfalls wohl auch dadurch, daß man durch
Gewinnwarnungen kurz vor Börsengang die Talfahrt programmiert, dies
aber nur ausgewählten Investoren bekanntgibt.
Hier werden keineswegs die "Betrüger" bestraft. Das kommt
eventuell später durch Gerichte, aber das ist dann nicht mehr das
System, das Sie meinen.
Alles, was mit Börse zu tun hat, erleichtert Verbrechen
Weil es schon immer so wahr, dass bereits Gerüchte Kurse hoch- und
niederschnellen lassen.
Und die sind schnell in die Luft gesetzt, seit es so einfach ist,
miteinander zu kommunizieren.