Home
http://www.faz.net/-gqm-76bdd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Medienbericht Facebook will verfolgen, wo seine Nutzer sind

Eine Handy-App soll Facebook offenbar künftig darüber informieren, wo seine Nutzer sind - damit Facebook die Nachricht an deren Freunde weitergeben kann.

© REUTERS Vergrößern

Facebook will mit einer neuen Anwendung laut einem amerikanischen Medienbericht den aktuellen Aufenthaltsort seiner Mitglieder verfolgen, um sie über Freunde in ihrer Nähe zu informieren. Die App solle Mitte März herauskommen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen. Das Programm solle auf einem Smartphone ständig im Hintergrund laufen, auch wenn es nicht geöffnet sei, hieß es. Mit den Daten könnte Facebook seinen Nutzern auch ortsbezogene Werbung einblenden.

Ein solches Programm könnte für neuen Streit zwischen Facebook und den Datenschützern sorgen. Während die Nutzer der permanenten Erfassung ihrer Ortsinformationen durch eine neue App wohl ausdrücklich zustimmen müssten, sicherte sich Facebook in seinen Nutzungsbedingungen bereits die grundsätzliche Erlaubnis, für seine Dienste auch GPS-Daten zu verarbeiten. Das Online-Netzwerk erklärte auf Anfrage, man kommentiere keine Gerüchte.

Ähnliche Apps gibt es schon

Schon in der Vergangenheit zeigten sich auch deutsche Datenschützer besorgt, dass sich bei Facebook mit seiner über einer Milliarde Nutzern zu viele Informationen über zu viele Menschen in einer Hand sammelten. So sahen sie zum Beispiel die automatische Gesichtserkennung in Facebook-Fotos sehr kritisch, die Nutzern helfen sollte, Freunde schnell in Bildern zu markieren. Die Funktionen wurde nach Einwänden der Datenschützer in Europa gestoppt.

Es gibt bereits verschiedene Dienste, die mit dem Einverständnis der Nutzer permanent auf ihren Aufenthaltsort zugreifen können. So bietet Apple auf seinen iPhones die App „Freunde“ an, mit der ein Nutzer sehen kann, wo sich gerade seine Bejkannten aufhalten. Man erteilt sich dabei gegenseitig die Erlaubnis, den Aufenthaltsort zu sehen.

Mehr zum Thema

Eine App, die stärker auf Ortungsdaten setzt, würde zum aktuellen Kurs von Facebook passen, das mobile Geschäft in den Vordergrund zu stellen. Die Mitglieder laufen schnell vom PC auf Smartphones und Tablets über. Im vergangenen Quartal griffen von den mobilen Geräten erstmals mehr tägliche Nutzer auf das Netzwerk zu als von Notebook oder Desktop. Bis vor kurzem war das Werbesystem von Facebook aber vor allem auf die PC-Welt ausgerichtet.

Im vergangenen Jahr begann das Netzwerk umzusteuern und die Werbeeinnahmen von mobilen Geräten machten zuletzt ein Viertel der Anzeigenerlöse aus. Werbung ist die wichtigste Geldquelle von Facebook, damit ist es überlebenswichtig, sich auf Smartphones und Tablets zu etablieren.

Quelle: FAZ.net / dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Cebit-Initiativen Mehr Sicherheit für Handy und E-Mail

Verschlüsselte E-Mails, sicherer Internet-Zugang und Spionage-Abwehr: Auf der IT-Messe Cebit präsentieren die Telekommunikations-Konzerne Vodafone und Telekom Initiativen für die Sicherheit. Doch nicht nur sie haben Ideen. Mehr

15.03.2015, 14:31 Uhr | Wirtschaft
Facebook Datenschützer kritisieren neue Nutzungsrichtlinie

Die neuen Datenrichtlinien bei Facebook werfen Fragen auf. Seit Freitag gelten die neuen Bestimmungen der Online-Plattform. Aber was bedeuten sie für die Nutzer? Mehr

31.01.2015, 10:59 Uhr | Wirtschaft
Verhandlung vor dem EuGH Muss Facebook seine Datenübermittlung ändern?

Die Klage des Österreichers Max Schrems gegen die Datenübermittlung von Internetkonzernen wie Facebook in die Vereinigten Staaten hat den Europäischen Gerichtshof erreicht. Heute begann die mündliche Verhandlung. Mehr

24.03.2015, 12:24 Uhr | Feuilleton
Von Windows 8 zu Windows 10 Microsoft überspringt eine Ziffer

Mit Windows 10 sollen herkömmliche Computer und mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets verbunden werden. In einem Demonstrationsvideo feierte beispielsweise der Start-Button seine Rückkehr auf den Desktop. Auch App-Fenster sollen angepasst werden können. Mehr

01.10.2014, 11:40 Uhr | Technik-Motor
Zuckerbergs Medienoffensive Facebook will das Internet für sich allein

Zeitungsredakteure sollen exklusiv für Mark Zuckerbergs Netzwerk Artikel schreiben. Er gewinnt für Facebook Leser, die der Presse verlorengehen. Wieso lassen sich Medien darauf ein? Mehr Von Mathias Müller von Blumencron

28.03.2015, 13:18 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 05.02.2013, 09:57 Uhr


Facebooks Aktienkurs
Name Kurs Änderung
  Facebook --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden