Home
http://www.faz.net/-gqo-76bdd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
 

Medienbericht Facebook will verfolgen, wo seine Nutzer sind

 ·  Eine Handy-App soll Facebook offenbar künftig darüber informieren, wo seine Nutzer sind - damit Facebook die Nachricht an deren Freunde weitergeben kann.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (9)

Facebook will mit einer neuen Anwendung laut einem amerikanischen Medienbericht den aktuellen Aufenthaltsort seiner Mitglieder verfolgen, um sie über Freunde in ihrer Nähe zu informieren. Die App solle Mitte März herauskommen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen. Das Programm solle auf einem Smartphone ständig im Hintergrund laufen, auch wenn es nicht geöffnet sei, hieß es. Mit den Daten könnte Facebook seinen Nutzern auch ortsbezogene Werbung einblenden.

Ein solches Programm könnte für neuen Streit zwischen Facebook und den Datenschützern sorgen. Während die Nutzer der permanenten Erfassung ihrer Ortsinformationen durch eine neue App wohl ausdrücklich zustimmen müssten, sicherte sich Facebook in seinen Nutzungsbedingungen bereits die grundsätzliche Erlaubnis, für seine Dienste auch GPS-Daten zu verarbeiten. Das Online-Netzwerk erklärte auf Anfrage, man kommentiere keine Gerüchte.

Ähnliche Apps gibt es schon

Schon in der Vergangenheit zeigten sich auch deutsche Datenschützer besorgt, dass sich bei Facebook mit seiner über einer Milliarde Nutzern zu viele Informationen über zu viele Menschen in einer Hand sammelten. So sahen sie zum Beispiel die automatische Gesichtserkennung in Facebook-Fotos sehr kritisch, die Nutzern helfen sollte, Freunde schnell in Bildern zu markieren. Die Funktionen wurde nach Einwänden der Datenschützer in Europa gestoppt.

Es gibt bereits verschiedene Dienste, die mit dem Einverständnis der Nutzer permanent auf ihren Aufenthaltsort zugreifen können. So bietet Apple auf seinen iPhones die App „Freunde“ an, mit der ein Nutzer sehen kann, wo sich gerade seine Bejkannten aufhalten. Man erteilt sich dabei gegenseitig die Erlaubnis, den Aufenthaltsort zu sehen.

Eine App, die stärker auf Ortungsdaten setzt, würde zum aktuellen Kurs von Facebook passen, das mobile Geschäft in den Vordergrund zu stellen. Die Mitglieder laufen schnell vom PC auf Smartphones und Tablets über. Im vergangenen Quartal griffen von den mobilen Geräten erstmals mehr tägliche Nutzer auf das Netzwerk zu als von Notebook oder Desktop. Bis vor kurzem war das Werbesystem von Facebook aber vor allem auf die PC-Welt ausgerichtet.

Im vergangenen Jahr begann das Netzwerk umzusteuern und die Werbeeinnahmen von mobilen Geräten machten zuletzt ein Viertel der Anzeigenerlöse aus. Werbung ist die wichtigste Geldquelle von Facebook, damit ist es überlebenswichtig, sich auf Smartphones und Tablets zu etablieren.

  Weitersagen Kommentieren (8) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Onlinewerbung Google verfolgt die Kunden auch im Laden

Bisher können Kaufhaus-Betreiber nicht messen, ob Onlinewerbung auch Geld in ihre Ladenkassen spült. Der Internetkonzern Google will das mit einem neuen Programm ändern. Mehr

14.04.2014, 14:18 Uhr | Wirtschaft
Sicherheitslücke Hoffnung für „Heartbleed“

„Heartbleed“ ist die gefährlichste Sicherheitslücke im Internet - und keiner weiß, wie oft sie ausgenutzt worden ist. Doch jetzt gibt es einen Weg, Spuren von Attacken zu finden. Die ersten Indizien machen Hoffnung. Mehr

17.04.2014, 12:27 Uhr | Wirtschaft
Internet aus der Luft Google kauft Drohnenhersteller

Der Suchmaschinenkonzern will drahtloses Internet auch in entlegene Regionen der Welt bringen - und kauft dafür den Drohnenhersteller Titan Aerospace. Konkurrent Facebook arbeitet an einem ähnlichen Projekt. Mehr

14.04.2014, 20:52 Uhr | Wirtschaft

05.02.2013, 09:57 Uhr

Weitersagen
 

Facebooks Aktienkurs
Name Kurs Änderung
  Facebook --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden