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Für Studie : Facebook manipuliert die Gefühle

Bild: REUTERS

Schlecht gelaunt nach einem Besuch auf Facebook? Das kann passieren, weil Facebook seine Nutzer manipuliert. Für eine Studie hat das Netzwerk die Laune mancher Nutzer verbessert - und andere Leute runtergezogen.

          Dass man nach einem Besuch auf Facebook schlechte Laune hat, ist nichts neues. Ständig zeigen die Freunde, was sie für ein tolles Leben haben - das kann einen schon richtig runterziehen. Facebook macht neidisch: Das ist wissenschaftlich schon seit Monaten etabliert.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Jetzt aber stellt sich heraus, dass Facebook die Gefühle seiner Nutzer bewusst manipulieren kann und das mit mindestens 680.000 Nutzern auch getan hat - ohne Vorankündigung. Und die Amerikaner ärgern sich.

          Für eine Studie mit zwei amerikanischen Universitäten, über die FAZ.NET bereits berichtet hat, hat Facebook in den Vereinigten Staaten die Laune einiger Nutzer verbessert und die anderer Nutzer verschlechtert. Facebook wollte herausfinden, ob sich Emotionen durch das Netzwerk verbreiten können. Sie können.

          Für das Experiment nutzte Facebook den „News Feed“, den Strom an Nachrichten von Freunden auf der Homepage. Diese Nachrichten werden normalerweise schon gefiltert - zum Beispiel danach, wie gerne die Nutzer die Beiträge der anderen lesen. In dem Experiment unterdrückte Facebook nun bei einem Teil der betroffenen Nutzer negativ gestimmte Beiträge der Freunde. Für andere Nutzer wurden positiv gestimmte Beiträge ausgeblendet. Tatsächlich übertrug sich die Laune, die im News Feed angezeigt wurde, auf die betroffenen Nutzer und auf deren Beiträge.

          Laut Facebooks Geschäftsbedingungen ist das gestattet. Nutzer erlauben Facebook bei der Anmeldung, ihre Daten zur Datenanalyse und zur Forschung zu verwenden. Ob die Studie auch allgemeinen Richtlinien zur Forschung an Menschen entspricht, ist umstritten.

          Auf jeden Fall sind viele Amerikaner sauer. „Die Studie hat verstörende Konsequenzen für Facebooks Fähigkeit, die Nutzung zu manipulieren, und zwar zu ganz unterschiedlichen Zielen“, schreibt Rechtsprofessor Gregory McNeal in einem Beitrag für „Forbes“.

          McNeal verweist auf eine ältere Marketing-Studie: Sie empfahl Firmen, Frauen je nach Zeit unterschiedliche Werbung zu zeigen. Produkte, mit denen man sein Aussehen schnell retten kann, seien demzufolge am Montag besonders erfolgreich, weil sich Frauen dann besonders verletzlich fühlten. „Vielleicht müssen die Marketing-Leute nicht bis zum Montag warten“, analysiert McNeal. „Denn soziale Medien können möglicherweise Nachrichtenströme manipulieren, um Gefühle für das Marketing zu schaffen.“

          Quelle: FAZ.NET

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