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Datenschutz : So verfolgt uns Facebook in Zukunft

Facebooks Europazentrale in Dublin. In Irland werden die Datenschutz-Bestimmungen für Europa gemacht. Bild: dpa

Facebook gibt sich neue Geschäftsbedingungen. Und wird dafür sogar in den Bundestag einbestellt. Was ist da los? Und was können Facebook-Mitglieder dagegen tun?

          Es passiert nicht oft, dass ein Facebook-Manager im Bundestag auftaucht. Am Mittwoch aber ist Lord Richard Allan zum Rapport in den Rechtsausschuss bestellt. Die Abgeordneten wollen Facebooks Chef-Lobbyisten mit Fragen zu neuen Geschäftsbedingungen löchern.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Was ist da los? Am Freitag führt Facebook einmal mehr neue Geschäftsbedingungen ein. Nach Protest von Nutzern hat Facebook die Einführung schon einmal verschoben, jetzt steht der zweite Termin an. Facebook will einige neue Funktionen einführen - die meisten mit dem Ziel, ausführlicher auszuwerten, was die Nutzer machen. So soll die Werbung eher zu den Interessen der Nutzer passen.

          Die Änderungen im Einzelnen:

          • Facebook verfolgt seine Nutzer künftig durchs Netz. „Atlas“ heißt die Funktion, die der zuständige Facebook-Manager im November in der F.A.Z. beschrieben hat. Bisher hat Facebook seine Nutzer nur darüber kennen gelernt, was sie auf Facebook selbst getan haben. Künftig arbeitet Facebook auch mit den Betreibern anderer Webseiten zusammen und kann so auch auswerten, was seine Mitglieder auf anderen Seiten machen. Das bedeutet: Wer sich eine Stereoanlage kauft, sieht vielleicht auf Facebook danach Anzeigen für Lautsprecher.
          • Facebook will wissen, wo wir im wahren Leben sind. Wenn Facebook-Mitglieder auf dem Smartphone ihrer Facebook-App mitteilen, wo sie gerade sind, will Facebook diese Informationen künftig eher nutzen. Das kann bedeuten, dass Facebook mehr Nachrichten von Freunden in der Nähe zeigt - aber auch, dass die Werbung eher von Läden und Restaurants aus der Nähe kommt. Facebook will auch mehr Daten über das Smartphone wissen - die Begründung: So soll Facebook sich besser darauf einstellen können.
          • Facebook will uns Dinge verkaufen. Künftig soll es nicht nur Werbung auf Facebook geben. Was den Mitgliedern gefällt, sollen sie mit einem „Kaufen“-Button direkt bestellen können.
          • Facebook will seine Daten zusammenlegen. Zu Facebook gehört inzwischen auch der Kurznachrichtendienst Whatsapp und die Foto-Seite Instagram. Deren Daten will Facebook künftig mit auswerten. Für diese Zusammenlegung hat der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar Facebook mit einem Bußgeld gedroht - Facebook allerdings hält ihn gar nicht für zuständig.

          Facebook hat auch eine eigene Erklärung veröffentlicht.

          Was kann man dagegen tun?

          Wer diese Änderungen nicht mag, kann bei Facebook selbst wenig tun. Die neuen Geschäftsbedingungen können die Mitglieder entweder annehmen oder sie müssen Facebook verlassen. Viele Nutzer probieren es mit einer Grafik, mit der sie der Nutzung ihrer Daten widersprechen. Die reicht leider nicht - sie ist ungefähr so wirksam wie ein Brief an den Stromanbieter, dass man der Erhebung von Stromgebühren widerspricht. Trotzdem können sich Nutzer helfen.

          Facebook selbst hat eine Seite, auf der die Mitglieder einstellen können, wie ihre Daten für Werbung verwendet werden sollen: Dieser Link führt direkt zu den Werbe-Einstellungen von Facebook.

          Die neue Werbung, die die Interessen außerhalb von Facebook sammelt, lässt sich nicht direkt auf der Webseite von Facebook abstellen. Auch ein Cookie-Blocker hilft nur bedingt. Was aber hilft, sind die Einstellungen auf der externen Seite „Your Online Choices“, mit der Facebook zusammenarbeitet und die solche Einstellungen gleich für rund 100 Internetkonzerne ermöglicht.

          In Facebooks „Allgemeinen Einstellungen“ kann man sich zudem eine Kopie seiner Facebook-Daten herunterladen. Die ist zwar nicht vollständig, bietet aber einen ersten Einblick darin, was Facebook speichert.

          Quelle: FAZ.NET

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