Move fast and break things“ - „Beweg’ dich schnell und mach’ Dinge kaputt“, das hat Mark Zuckerberg als einen Leitsatz für Facebook ausgegeben. Diese Maxime lässt nicht gerade darauf schließen, dass der Mitgründer und Vorstandschef des sozialen Netzwerks übermäßig viel Zeit mit Reflektieren verbringt. Aber vielleicht gönnt er sich nun, da der Börsengang von Facebook erfolgt ist, doch einen Moment zum Innehalten.
Muss das alles jemandem, der gerade 28 Jahre alt geworden ist, nicht irreal vorkommen? Zuckerberg kann behaupten, mit Facebook die Welt verändert zu haben. Er hat die Art und Weise revolutioniert, wie Menschen miteinander kommunizieren, im guten wie im schlechten Sinne. Er hat nun eine Hysterie um sein Unternehmen erlebt, wie es sie seit Jahren bei keinem Börsengang mehr gegeben hat. Er selbst hat den Status eines Rockstars.
Paparazzi-Momente
Die paar Sekunden, in denen Zuckerberg vor und nach einem Investorentreffen in New York öffentlich zu sehen war, wurden von einem Pulk von Kameras festgehalten wie ein Paparazzi-Moment. Und welcher andere Jungunternehmer kann schon behaupten, Gegenstand eines preisgekrönten Hollywood-Kassenschlagers zu sein so wie Zuckerberg in „The Social Network“?
Und dann sind da natürlich noch die Milliarden: Der Börsengang gibt Zuckerbergs Paket von 533,8 Millionen Aktien einen konkreten und atemberaubend hohen Wert. Beim Ausgabepreis von 38 Dollar sind es 20,3 Milliarden Dollar. Damit ist Zuckerberg nun reicher als die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin, deren Vermögen in der „Forbes“-Liste auf jeweils 18,7 Milliarden Dollar beziffert wird.
Zuckerberg vermittelt - fast schon etwas zu demonstrativ - den Eindruck, dass ihn das alles kalt lässt. Wohl wissend, wie viele Kameras sich auf ihn richten, trug er für die Veranstaltung mit Investoren seine Standardkleidung mit Kapuzenpulli und Jeans. Andere Anlässe, etwa Treffen mit Politikern wie Barack Obama oder Angela Merkel, waren es Zuckerberg wert, Jackett und Krawatte anzuziehen. Das ist durchaus als Botschaft zu verstehen: Zuckerberg will nicht, dass Facebook sich von der Wall Street verändern lässt. Das ist nicht zuletzt an die Adresse seiner Mitarbeiter gerichtet, denen er eintrichtern will: Bloß nicht ständig auf den Aktienkurs schielen, hier herrscht „Business as usual“.
Den Börsengang feierte er mit einem „Hackathon“
Wie um das zu unterstreichen, feierte er den Börsengang nicht mit einer ausschweifenden Party, sondern mit einem der berühmten Facebook-„Hackathons“. Das sind Programmier-Marathons, zu denen sich Mitarbeiter regelmäßig treffen, um in hochintensiver Atmosphäre drauflos zu schreiben und eigene Ideen zu entwickeln. „The Social Network“ hatte eine berühmte, sicher etwas dramatisierte Hackathon-Szene, in der eine Handvoll junger Programmierer an einem Tisch wie wild in Computertastaturen tippt, während um sie herum Partystimmung herrscht. Facebook setzte für den Vorabend des Börsengangs einen solchen „Hackathon“ an, der die ganze Nacht durch dauern sollte, bis zum Börsenstart an der Nasdaq am frühen Freitagmorgen kalifornischer Zeit.
„Hacking“ und „Hackathons“ sind enorm wichtig für das Selbstverständnis von Facebook. In seinem Brief an die Aktionäre im Börsenprospekt widmete Zuckerberg der Hacker-Kultur von Facebook einen längeren Abschnitt. Zuckerberg sagt, das Wort „Hacker“ sei zu Unrecht negativ besetzt und werde meist mit zwielichtigen Absichten in Verbindung gebracht.
Für ihn bedeute Hacking schlichtweg, Dinge rasend schnell zu bauen und zu veröffentlichen, auch wenn beim ersten Mal nicht alles perfekt ist. Dafür könne man ja kontinuierlich weiter verbessern. Um diesen Ansatz seinen Mitarbeitern einzuschärfen, hat Zuckerberg einen anderen Leitsatz an die Wände in der Facebook-Zentrale schreiben lassen: „Done is better than perfect“ - „Fertig ist besser als perfekt.“
Nur schlecht?
Hans Leicht (NimmsLeicht)
- 19.05.2012, 16:39 Uhr
FB hat keinen Mehrwert..
mary van de cremer (vandecremer)
- 19.05.2012, 14:13 Uhr
)nteressant wird es, wenn der Hype abflaut
Ronny Schaffer (RonSchaffer)
- 19.05.2012, 13:48 Uhr
Facebook
michael pöhlmann (Dagoli)
- 19.05.2012, 12:56 Uhr
Was für ein Unsinn!
eduard kramer (illampu)
- 19.05.2012, 12:31 Uhr