Auch ein Firmenchef kann Ärger wegen eines Facebook-Eintrags bekommen - diese Erfahrung macht gerade der Gründer der amerikanischen Online-Videothek Netflix, Reed Hastings. Er hatte im Juli auf Facebook geschrieben, dass die Kunden im Monat davor sich mehr als eine Milliarden Stunden Video angesehen hätten. Die Aktie stieg an dem Tag um gut sechs Prozent.
Mitarbeiter der US-Börsenaufsicht SEC betrachten die Mitteilung per Facebook nun als Verstoß gegen die Informationsregeln für börsennotierte Unternehmen und könnten eine Klage gegen das Unternehmen empfehlen, teilte Netflix mit. Demnach müssen Anleger rechtzeitig und gleichmäßig über kursrelevante Entwicklungen informiert werden.
Hastings wies die Vorwürfe - via Facebook - zurück. Er finde, sein Eintrag sei öffentlich gewesen, auch da unter den mehr als 200.000 Abonnenten seiner Facebook-Einträge viele Reporter und Blogger seien. Außerdem betrachte Netflix die Information zu der Milliarde Video-Stunden nicht als relevant. Der Kursanstieg habe an dem Tag bereits vor seinem Eintrag begonnen.