http://www.faz.net/-gqm-78m8g

Auch in zweiter Instanz : Facebook setzt sich in Klarnamen-Streit durch

  • Aktualisiert am

Verstecken unerwünscht: Facebook will Klarnamen Bild: dapd

Das Internet-Netzwerk darf von seinen Nutzern weiterhin die Anmeldung mit ihrem echten Namen verlangen. Ein Datenschützer musste in seinem Kampf um Pseudonyme auch in der zweiten Instanz eine Schlappe einstecken.

          Facebook darf von seinen Mitgliedern auch weiterhin verlangen, dass sie sich mit ihrem wirklichen Namen anmelden. Mit dieser Eilentscheidung gab das Oberverwaltungsgericht Schleswig Klagen des Unternehmens gegen den Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, statt. Wie schon zuvor das Verwaltungsgericht in der ersten Instanz kamen nun auch die Oberverwaltungsrichter zu dem Schluss, Weichert sei für Facebook gar nicht zuständig, weil es die Daten in Computern in Irland verarbeite.

          Weichert will das soziale Netzwerk hingegen zwingen, Pseudonyme zu akzeptieren. Kritiker werfen dem Datenschutzbeauftragten allerdings vor, er verletze das Gebot der Sachlichkeit, das für Behörden gelte. Er hatte vergangene Woche in einer Presseerklärung geschrieben: „Es ist dreist, wie Facebook politisch Verantwortliche für dumm zu verkaufen versucht.“ Das Unternehmen verstoße in vieler Hinsicht gegen deutsches und europäisches Datenschutzrecht: „Facebook wird immer dreister - die deutsche Politik schaut zu und macht mit.“ Nach Weicherts Ansicht dürfen Politiker und Amtsleiter das Netzwerk nicht mehr nutzen.

          Weitere Themen

          Bewunderung statt Kritik Video-Seite öffnen

          Audi-Azubis in Mexiko : Bewunderung statt Kritik

          Das Image der deutschen Autoindustrie glänzt noch immer - trotz Diesel-Betrug-Skandalen. Zumindest im mexikanischen Puebla. Dort fertigen VW, Audi und Daimler. Und eine Ausbildung bei ihnen gilt als Glücksgriff.

          Topmeldungen

          AfD : Alice Weidel und das Lachen im Halse

          Die Reden der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel sind entweder hämisch oder zornig. Das Gift ihres „Kopftuch-Mädchen“-Satzes hat vor Jahren jedoch ein anderer in die Debatte geträufelt. Ein Kommentar.

          Trumps Sicherheitsberater : Der Falke unter den Falken

          Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton hat sein Netzwerk aus rechten Politikberatern mit ins Weiße Haus gebracht. Sogar bei Personalfragen holt er sich Hilfe aus einem Büro in Washington. Sicherheitsexperten sind alarmiert.

          Steuererklärung ohne Belege : Schummelt es sich nun leichter?

          Eine Neuerung in der Steuererklärung sorgt für besonders viel Wirbel: Ab sofort müssen keine Belege mehr eingereicht werden. Was Finanzbeamte und Steuerzahler freut, könnten andere als die Einladung zum Tricksen verstehen.

          Hamburger gegen neuen Bahnhof : Ein neues Stuttgart 21?

          Die Bahn will den veralteten Kopfbahnhof Hamburg-Altona schließen und an anderer Stelle neu bauen. Dagegen formiert sich Protest. Anwohner warnen vor einer „riesigen Verschwendung von Steuergeldern“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.