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Anlage von Goldman Sachs : Facebook holt sich 1 Milliarde Dollar

Unterschriften der Mitarbeiter in der Zentrale in Kalifornien: Facebook sammelt 1,5 Milliarden Dollar unter Führung von Goldman Sachs ein Bild: dpa

Goldman Sachs meldet Vollzug - und Facebook erhält die 1 Milliarde Dollar der Anleger der amerikanischen Großbank. Nur wissen sie noch nicht, was sie mit dem Geld anstellen sollen. 2012 wird Facebook seine Geschäftszahlen veröffentlichen müssen.

          Diese Woche schauten alle IT-Nerds auf die großen Personalrochaden in Amerika. Zuerst auf Apple, wo sich ein kranker Steve Jobs am Montag auf unbestimmte Zeit eine Auszeit nahm, bevor der Konzern am Tag darauf seine Geschäftszahlen präsentierte - und überraschte: Die Kennzahlen waren besser als gedacht; Apple hatte mehr iPhones und iPads verkauft als erwartet (siehe Apple schafft Rekordgewinn).

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am Donnerstag schritt dann Google ins Scheinwerferlicht und verkündete einen überraschenden Wechsel an der Spitze: Mitgründer Larry Page wird ab April Vorstandsvorsitzender des Unternehmers sein. Bislang führte ein Trio mit Chef Eric Schmidt und dem anderen Gründer Sergey Brin mehr oder weniger gemeinsam die Geschäfte. Nun werden sich Macht und Aufgaben hin zu Page verschieben (siehe Google-Chef Larry Page: Aus der dunklen Ecke).

          Ach, und was ist mit Facebook los? An der Spitze des sozialen Netzwerkes steht weiter der 26 Jahre alte Gründer Mark Zuckerberg. Auch läuft das Geschäft gar nicht schlecht: Am Freitagabend gab das Unternehmen bekannt, die 1,5 Milliarden Dollar aus dem Geschäft mit Goldman Sachs erhalten zu haben. Die Anlage bewertet Facebook mit 50 Milliarden Dollar (siehe Facebook: 50 Milliarden für eine Quasselbude). Am Freitag erhielt das Unternehmen nun 1 Milliarde Dollar von nicht-amerikanischen Anleger für Unternehmensanteile. Weitere 500 Millionen Dollar waren schon im Dezember überwiesen worden und stammen aus einem Fonds, den Goldman Sachs verwaltet, sowie zum größten Teil von der russischen Investmentfirma Mail.ru (früher Digital Sky Technologies).

          Facebook: Goldman Sachs will seine Anteile wohl nicht an amerikanische Anleger verkaufen
          Facebook: Goldman Sachs will seine Anteile wohl nicht an amerikanische Anleger verkaufen : Bild: dpa

          „Unser Geschäft läuft weiter gut und wir freuen uns, unsere Kapitalausstattung mit der neuen Finanzierung zu stärken“, sagt Facebooks Finanzchef David Ebersman. „Mit der Investition haben wir eine größere finanzielle Flexibilität, kommenden Möglichkeiten zu nutzen - was immer auch sein wird.“

          Facebook rechnet mit 500 Anteilseignern

          Es gab zudem wesentlich mehr Interessierte an der Anlage als zugelassen worden sind. Facebook konnte nach eigenen Angaben zwischen 375 Millionen Dollar und 1,5 Milliarden Dollar wählen. Aus Geschäftsgründen entschied sich das Unternehmen, 1 Milliarde Dollar für das Geschäft zuzulassen. Für die Verwendung der neuen Mittel gibt es jedoch noch keine Pläne. Das Unternehmen werde „weiter investieren, um seine Aktivitäten zu stärken und auszudehnen“.

          Das Facebook-Goldman-Geschäft hatte vor Aufsehen gesorgt. Letztendlich entschied sich die amerikanische Investmentbank dagegen, die Anlageform auch Amerikanern zugänglich zu machen (siehe Goldman Sachs: Keine Facebook-Anteile für Amerikaner). Die Bank hatte Sorge, damit gegen amerikanische Gesetze zu verstoßen - da Facebook nicht an der Börse plaziert ist und seine Finanzdaten bislang nicht veröffentlicht. Hat ein Unternehmen mehr als 499 Aktionäre, muss sie nach amerikanischen Regularien ihre Aktien bei der SEC registrieren und ihre Finanzdaten offen legen. Deswegen untersuchte auch die amerikanische Börsen den Handel mit Anteilen von Internetunternehmen wie Facebook (siehe Wall Street: Internetboom hinter den Kulissen).

          Am Freitag kündigte Facebook zudem an, dass sie auch schon vor der Goldman-Anlage damit gerechnet hatten, in diesem Jahr mindestens 500 Anteilseigner zu haben. Daher rechnet das Unternehmen selbst damit, seinen Finanzberichte veröffentlichen zu müssen und dies auch vorhaben - spätestens vom 30. April 2012 an. Dann könnte Facebook fast auch gleich an die Börse gehen. Damit würde das soziale Netz dann Google folgen: Der Konzern hatte die Anteilseignergrenze 2004 erreicht und ging im Sommer desselben Jahres an die Börse.

          Quelle: FAZ.NET

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