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Datenverkehr : Das Internet kommt ins Auto

  • -Aktualisiert am

Unterwegs auf der Autobahn - und im Netz (Luftaufnahme des Autobahnkreuzes Hannover-Ost) Bild: dpa

Die Zeit für das Internet im Auto scheint gekommen. Jedenfalls hoffen darauf Zulieferer der Autoindustrie wie Continental oder die Deutsche Telekom. Künftig soll man sich von der Elektronik die Mails vorlesen lassen oder dem Computer selbst Mails diktieren. In vier bis fünf Jahren soll die mobile Technik in Serienfahrzeugen der Oberklasse Einzug halten.

          Bisher galt das Auto als einer der letzten internetfreien Räume. Doch was vor kurzer Zeit noch zu schwierig erschien, wird vielleicht schon in wenigen Jahren Normalität: der mobile Zugang zu E-Mails, Musik und Informationen aus dem Internet wäre dann Bestandteil jedes Neuwagens. Jedenfalls hoffen das die Zulieferer der Autoindustrie. „In Zukunft können Sie sich während der Fahrt Ihre Mails vorlesen lassen oder dem Computer sogar selbst eine Mail diktieren. Spätestens in vier bis fünf Jahren wird diese Technik in Serienfahrzeugen verfügbar sein - natürlich zuerst in der Oberklasse“, sagte Continental-Chef Elmar Degenhart der F.A.Z.

          Dass der oberste Manager des zweitgrößten deutschen Autozulieferers von der Zukunft des Internets im Auto überzeugt ist, verwundert nicht. Denn Continental bietet in einer Allianz mit der Deutschen Telekom selbst die dafür notwendige Technik an. Der Konzern wäre somit einer der größten Profiteure, wenn Autofahrer künftig Mails während der Fahrt diktieren oder mal eben ihren Lieblingssong aus dem Internet herunterladen oder das Auto automatisch Informationen über den Zustand des Fahrzeugs an die Werkstatt übermittelt. Erste Ansätze dazu sind vorhanden: So bringt Mercedes-Benz im Frühjahr mit dem neuen Modell SLK das erste Fahrzeug mit einem Internetzugang über die Infotainment-Plattform „Comand“. „Danach wird es nur noch ein Jahr dauern, bis wir in jedem neuen Auto Internet anbieten“, sagte Daimler-Forschungschef Thomas Weber.

          Auch der französische Konkurrent Peugeot, der billigere Autos herstellt, bietet für 340 Euro immerhin drahtlosen Internetzugang für bis zu vier Geräte - seien es Smartphones, Tablet-Computer, Laptops oder Spielekonsolen. Dasselbe Produkt verkaufen auch Ford und BMW für geringe Aufpreise. Der Knackpunkt: Die Geräte können während der Fahrt nur von den Beifahrern gefahrlos genutzt werden, vom Fahrer nur im Stand.

          Schnittstellen-Software von Apple und Microsoft

          Auch jetzt schon ist also das Fahrzeug kein internetfreier Raum mehr. „Fast alle Autohersteller antworten auf den Wunsch des Kunden nach Vernetzung durch Integration des Smartphones in ein Kommunikationskonzept mit Internetdiensten“, sagt Felix Kuhnert, Autofachmann der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC). Oberklassehersteller wie Audi, BMW oder Daimler und auch Konzerne aus den Branchen Telekommunikation und Informationstechnik arbeiten laut Kuhnert intensiv am „Smartphone auf Rädern“, also einer offenen Applikationsplattform im Auto.

          Gesteuert wird eine über das Smartphone indirekt hergestellte Internetverbindung durch die Stimme oder mit Lenkrad- und Mittelkonsoletasten. Die Schnittstellen-Software liefern IT-Konzerne wie Apple und Microsoft. Vor allem Dienstreisende könnten die ersten Abnehmer sinnvoller Büroapplikationen werden, wie etwa E-Mails über Spracheingabe. Dies wird jedoch nach Einschätzung von PwC in Abhängigkeit von den Entwicklungszyklen der Industrie noch drei bis fünf Jahre dauern - und zunächst mit extra zu bezahlenden Sonderausstattungen beginnen.

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