Das berufliche soziale Netzwerk LinkedIn ist Opfer eines Datenraubs geworden: In einem Blogeintrag auf der Unternehmenswebseite bestätigte LinkedIn, dass Teile der am Mittwoch im Netz aufgetauchten rund 6,5 Millionen Passwörter zu LinkedIn-Profilen gehören. Wie viele Nutzer betroffen sind, teilte das Unternehmen nicht mit. Die Passwörter der Betroffenen würden zurückgesetzt, und diese würden per E-Mail informiert und erhielten Anweisungen, wie sie ein neues Passwort einrichten können. „Wir entschuldigen uns aufrichtig für die Unannehmlichkeiten“, hieß es in dem Blogeintrag weiter.
Am Mittwochmorgen hatten mehrere Technologie-Blogs berichtet, auf einer russischen Webseite seien nahezu 6,5 Millionen Kennwörter aufgetaucht - nicht im Klartext, aber im Prinzip entzifferbar. Eine Sprecherin von Linkedin Deutschland sagte der F.A.Z. in einer ersten Reaktion, das Unternehmen prüfe, ob wirklich Daten gestohlen wurden. Am Mittwochabend veröffentlichte das börsennotierte Unternehmen dann einen ersten Blogpost, der die Nutzer daran erinnerte, ein starkes Passwort zu wählen und dies regelmäßig zu erneuern. Das größte berufliche Netzwerk der Welt hat insgesamt mehr als 150 Millionen Mitglieder.
Die im Internet aufgetauchten Passwörter sollen „gehasht“ sein - das heißt, sie wurden mit einem Algorithmus unkenntlich gemacht. Es ist jedoch keine echte Verschlüsselung, so dass sie mit etwas Aufwand oft wiederhergestellt werden können. Nach einem ersten Eindruck von Experten wie Mikko Hypponen von der Sicherheitssoftware-Firma F-Secure könnten die im Netz aufgetauchten Daten echt sein. Das IT-Sicherheitsunternehmen Sophos ermahnte die LinkedIn-Mitglieder in einem Blogbeitrag, sofort Maßnahmen zu ergreifen: Nachforschungen hätten ergeben, dass die auf der russischen Internetseite aufgetauchte Datei zumindest in Teilen LinkedIn-Passwörter enthalte. Daher scheine es sinnnvoll, dass Nutzer ihre Passwörter ändern.
LinkedIn-Nutzer, die sichergehen wollen, sollten ihr Passwort ändern. Falls sie das gleiche Passwort auch auf anderen Webseiten verwendet haben, sollten sie es auch dort ändern.
