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Globale Cyberattacke : Die Spur führt nach Nordkorea

  • Aktualisiert am

Hunderttausende Computer sind von der weltweiten Cyberattacke betroffen. Bild: EPA

Wer steckt hinter dem weltweiten Hackerangriff auf Hunderttausende Computer? Ein Google-Informatiker hat nun Hinweise auf die möglichen Täter gefunden. Es handelt sich um alte Bekannte.

          Computerexperten gehen Hinweisen nach, dass Nordkorea in den weltweiten „Wanna Cry“-Cyberangriff verwickelt sein könnte. Die Sicherheitsfirmen Symantec und Kaspersky Lab erklärten am Montag, Teile des Codes aus der neuen Schadsoftware seien auch in Programmen der Lazarus Group zu finden. Hinter der Gruppe vermuten zahlreiche Fachleute Nordkorea.

          Auf die Ähnlichkeiten in den Programmcodes hatte zuerst der Google-Informatiker Neel Metha hingewiesen. Für das Sicherheitsunternehmen Kaspersky war daraufhin sicher, dass Mehtas Entdeckung „derzeit der bedeutendste Hinweis auf die Herkunft von ’Wanna Cry’“ sei. Die Gruppe Lazarus soll auch hinter einer Attacke auf das Filmstudio Sony Pictures im Jahr 2014 stecken. Damals hatten viele Experten nordkoreanische Hacker hinter dem Angriff vermutet. Dieser soll die Rache für einen Sony-Film gewesen sein, der sich über den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un lustig machte.

          Hunderttausende Computer in 150 Ländern waren von der Schadsoftware „Wanna Cry“ blockiert worden. Diese legte etwa in Großbritannien zahlreiche Kliniken lahm, mit den Auswirkungen kämpften die Krankenhäuser auch am Montag noch. Betroffen waren auch die Deutsche Bahn, der Automobilkonzern Renault, der Telefon-Riese Telefónica und das russische Innenministerium. Die Angreifer hatten Computerdaten verschlüsselt und ein Lösegeld verlangt, um die Daten wieder freizugeben. Auf dem Bildschirm infizierter Rechner erschien lediglich die Aufforderung, innerhalb von drei Tagen 300 Dollar (275 Euro) in der Internet-Währung Bitcoin zu überweisen. Sollte binnen sieben Tagen keine Zahlung eingehen, würden die verschlüsselten Daten gelöscht.

          Die deutsche Industrie sieht erheblichen Handlungsbedarf beim Kampf gegen Cyberattacken. In der Industrie müssten Unternehmen viele Kompetenzen aufbauen, um Sicherheit in Prozessen und Produkten zu gewährleisten, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, der „Bild“-Zeitung vom Dienstag. Weil die Angriffe „immer versierter und gefährlicher“ würden, müsse Digitalisierung in der Politik und in jedem Unternehmen „zur Chefsache werden“.

          Der Präsident des Digitalverbandes Bitkom, Bernhard Rohleder, forderte ein internationales Verteidigungsbündnis gegen Hacker-Angriffe. „Wir brauchen die Cyber-Nato, und müssen noch einen Schritt weiter gehen“, sagte Rohleder der „Bild“. Deutschland müsse dazu den G20-Vorsitz nutzen. Die Frage nach einem internationalen Bündnis zur Cyber-Abwehr gehöre auf die Tagesordnung. „Das war ein Warnschuss - der nächste Angriff kommt bestimmt.“

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