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Computer Bilanz-Untersuchung bei Dell ausgeweitet

16.11.2006 ·  Die amerikanische Börsenaufsicht SEC weitet ihre Untersuchung zu den Bilanzen des Computerherstellers aus. Seinen Quartalsbericht wird Dell statt am Donnerstag erst gegen Ende November vorlegen. Analysten sehen die Entwicklung mit Sorge.

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Die amerikanische Börsenaufsicht SEC weitet ihre Untersuchung zu Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen des amerikanischen Computerkonzerns Dell aus. Das Unternehmen sei „kürzlich“ von der Behörde darüber informiert worden, teilte Dell in der Nacht zum Donnerstag mit. Seinen Quartalsbericht für das abgelaufene dritte Quartal will der einstige Weltmarktführer bei PCs statt am Donnerstag erst gegen Ende November vorlegen. Die Verzögerung habe aber nichts mit der Vertiefung der Untersuchung der SEC zu tun, teilte Dell mit.

Dell ist seit Monaten mit negativen Schlagzeilen in der Presse: Das 1984 von Michael Dell in dessen Schlafzimmer an der Universität von Texas gegründete Unternehmen kämpft seit längerem mit einem langsamen Wachstum. Hinzu kam 2005 der Beginn der SEC-Untersuchung zur Bilanzierung.

Dell, ein ehemaliger Primus

Die jüngste Panne war der Einsatz offenbar fehlerhafter Sony-Akkus in Dell-Laptops, die zu einer umfangreichen Rückrufaktion führten. Vergangenen Monat mußte der einstige Branchenprimus dann den ersten Platz an den Konkurrenten Hewlett-Packard (HP) abgeben. HP ist nach Einschätzung von Analysten in den schnell wachsenden Märkten wie PCs für den Privatgebrauch sowie Drucker und Laptops besser aufgestellt als Dell und wächst daher schneller.

Daß der ausstehende Quartalsbericht nun rund zwei Wochen später vorgelegt werden soll, begründete Dell mit dem „Grad der Komplexität, mit dem sich das Unternehmen bei der Vorbereitung der vorläufigen Zahlen konfrontiert sieht“. Ein genaues Datum nannte Dell nicht. Allerdings will Dell dann gegen Ende des Monats keine Telefonkonferenz mit Analysten abhalten.

Informelle Untersuchung nun formell

Die SEC hatte die im August 2005 begonnene Prüfung bisher als „informelle Untersuchung“ geführt, nun aber nach Dell-Angaben in einen „formellen Status“ gehoben. Bislang hat Dell sich in der Angelegenheit zugeknöpft gegeben. Die Firma hatte bislang lediglich mitgeteilt, die Börsenaufsicht habe Informationen im Zusammenhang mit der Anerkennung von Umsätzen und mit anderen Bilanzierungsangelegenheiten für bestimmte, vergangene Geschäftsjahre angefragt. Im Zuge der Untersuchung und Zusammenarbeit mit der SEC stieß Dell nach früheren Angaben dann auf Dinge, die eine interne Überprüfung erforderlich machten. Nach bisherigen Angaben geht Dell nicht davon aus, daß die Bilanzierungsangelegenheit größere Auswirkungen haben wird.

Analysten in Sorge

Mittlerweile sieht sich auch das amerikanische Justizministerium in New York die Bilanzierung bei Dell genauer an. Nach Dell-Angaben vom September forderte das Ministerium Unterlagen bis zurück ins Jahr 2002 an.

Analysten sehen die SEC-Untersuchung mit Sorge und fürchten, daß sie größer werden könnte als von Dell und am Markt bislang angenommen. Einen Vorgeschmack auf die Reaktion der Anleger auf die jüngsten Nachrichten gab bereits die Kursreaktion im
außerbörslichen Handel: Dell-Aktien gaben um fast drei Prozent nach auf 25,04 Dollar.

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