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Burda Verlag: Christiane zu Salm „Im Internet zahlt niemand für Inhalte“

In Amerika haben die ersten Zeitungen ihre Print-Ausgaben eingestellt und erscheinen nur noch online. Doch wie können Verlage im Internet Geld verdienen? Ein Gespräch mit Christiane zu Salm, Vorstand im Burda-Verlag, über die Suche nach Profit im Internet, den Erfolg von Google und den Reiz von Bratpfannen.

© F.A.Z. / Jan Roeder Vergrößern „Man darf sich die Niederlage gar nicht erst vorstellen. Das habe ich von einem Tennisprofi gelernt”

In Amerika erscheinen die ersten Zeitungen nur noch im Internet. Aber wie können Verlage im Netz überhaupt Geld verdienen? Ein Gespräch mit Christiane zu Salm, Vorstand im Burda-Verlag, über die Suche nach Profit im Internet, den Erfolg von Google und den Reiz von Bratpfannen.

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Frau zu Salm, stirbt Print?

Nein. Zeitschriften und Zeitungen sterben genauso wenig wie seinerzeit das Buch.

Danke. Genau das wollten wir hören.

Moment, so beruhigend war das nicht gemeint: Die Print-Erlöse sind auf hohem Niveau, aber insgesamt rückläufig. Was wir erleben, ist erst der Anfang dramatischer Veränderungen, und niemand weiß, wann die Talsohle erreicht ist.

In Amerika haben die ersten Zeitungen ihre Print-Ausgabe eingestellt und erscheinen nur noch online. Blüht uns das auch in Deutschland?

Das möchte ich nicht ausschließen. Man tut jedenfalls gut daran, den schlimmsten Fall im Auge zu behalten. Möglicherweise kommt uns die demographische Entwicklung in Deutschland etwas entgegen. Die Jüngeren brauchen allerdings weniger das haptische Gefühl, eine Zeitung oder Zeitschrift in Händen zu halten.

Kann Ihre Skepsis auch damit zusammenhängen, dass Sie sich für Print nicht interessieren - so haben Sie es zumindest in Ihrer Zeit als TV-Managerin formuliert.

Das stimmt nicht. Ich habe damals gesagt: Print kann ich nicht. Das war kokett. Schließlich habe ich mal im S.Fischer-Verlag gelernt.

Sie haben auch mal gesagt: Ich habe nie etwas gekonnt, bevor ich es gemacht habe. War das auch kokett?

Nein. Das war nicht kokett, sondern beschrieb meinen Berufsweg: Als mir seinerzeit die Geschäftsführung von MTV angetragen wurde - konnte ich da einen TV-Sender managen? Nein. Als ich das Abenteuer Neun-Live gewagt habe - konnte ich da wissen, ob das funktioniert? Nein. Habe ich Fonds aufgelegt, bevor ich eine Private-Equity-Firma aufgezogen habe? Nein. Auch in einem Konzernvorstand saß ich noch nie, bevor mich Hubert Burda anrief und mir die Position anbot. Mich reizt es, Neuland zu erobern.

Für Burda sollen Sie jetzt die digitale Welt erobern - als Vorstand für das cross-mediale Geschäft. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Für Burda liegt die Zukunft in der kreativen Kombination aller Medien. Im Internet konkurrieren jetzt schon Fernsehen und Print - alles bewegt sich aufeinander zu. Mein Ziel ist es, für die starken Marken des Hauses neue Geschäftsfelder, neue Märkte zu erschließen.

Könnten Sie sich dazu auch einen TV-Sender zulegen? Pro Sieben ist gerade günstig zu haben.

Fernsehen halte ich nicht für ausgeschlossen. Ob, mit wem und wann, wird man sehen.

Während Sie munter im Internet investieren, kürzt der Verlag im Stammgeschäft: Zehn Prozent der Kosten sollen runter.

Das ist nicht das erste Mal, dass Burda spart. Das ist einer der Gründe, warum der Verlag so erfolgreich und profitabel ist. Die 260 Print-Titel sind eine starke Basis für unsere Zukunft. Uns geht es darum, das Rad weiter zu drehen. Wir müssen es auch ein Stück weit neu erfinden. Change or die.

Bis zum Jahr 2011 soll das digitale Geschäft ein Drittel zum Burda-Umsatz beitragen - auch ein Drittel zum Gewinn?

So schnell werden wir das nicht hinkriegen, auch wenn wir mit Hochdruck arbeiten und einige digitale Bereiche schon hochprofitabel sind. Insgesamt wird es auch auf den richtigen Mix von Kostendisziplin und Wachstumsinvestitionen ankommen. Dass auch die neuen Wachstumsfelder Gewinne machen müssen, versteht sich von selbst.

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