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Bieterwettbewerb Pro Sieben Sat.1 auf dem Sprung nach Europa

 ·  Die Finanzinvestoren KKR und Permira kaufen Deutschlands größtem TV-Konzern Pro Sieben Sat.1. Nach Einschätzung von Analysten zahlen die künftigen Eigentümer dafür einen hohen Preis.

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Die Verkäufer hatten es eilig: Anderthalb Tage nach dem Ablauf der Gebotfrist für Pro Sieben Sat.1 standen die neuen Eigentümer des größten deutschen Privatfernsehkonzerns fest. Am Mittwoch hatten die Alteigner - eine Gruppe von Finanzinvestoren um den amerikanischen Medienunternehmer Haim Saban - in London noch mit den drei Bietern deren Offerten erörtert. In den frühen Morgenstunden des Donnerstags bekamen die beiden Beteiligungsgesellschaften Permira und KKR den Zuschlag. Pro Sieben Sat. 1 hat das inzwischen bestätigt.

Zumindest für Permira ist der deutsche Medienmarkt vertrautes Terrain. Der Finanzinvestor hat bereits den Bezahlfernsehsender Premiere saniert und 2005 mit hohem Gewinn an die Börse gebracht. Wie Pro Sieben zählte auch Premiere einst zum vor viereinhalb Jahren zusammengebrochenen Münchner Medienkonzern von Leo Kirch. Permira hatte erst vor kurzem auch Interesse am Kauf des britischen Musikkonzerns EMI gezeigt.

Analysten: Hoher Preis

Für Pro Sieben zahlen die künftigen Eigentümer nach Einschätzung von Analysten einen hohen Preis. Sie verweisen auf die Bewertung der börsennotierten Vorzugsaktien von Pro Sieben. Diese notierten am Donnerstag lediglich bei 23,55 Euro. Die Käufer bezahlen dagegen für die allerdings mit Stimmrecht ausgestatteten Stammaktien dem Vernehmen nach knapp 30 Euro. Die neuen Eigentümer müssen zudem nicht nur die Saban-Gruppe auszahlen, sondern den anderen Aktionären von Pro Sieben ein Pflichtangebot für deren Anteile unterbreiten.

Zumindest für Saban und Partner ist der Verkauf der Sendergruppe allerdings eindeutig ein glänzendes Geschäft. Sie erlösen nun dem Vernehmen nach knapp 3 Milliarden Euro, nachdem sie im Sommer eine hohe Sonderdividende kassiert haben. Damit hat sich für die Alteigner auch eine lange Hängepartie beim Verkauf gelohnt: Ursprünglich wollte im Sommer 2005 bereits der Axel Springer Verlag Pro Sieben kaufen, scheiterte damit jedoch am Veto von Bundeskartellamts und der Medienaufsicht KEK. Springer wollte Saban und Partnern damals lediglich 2,45 Milliarden Euro zahlen. Mittlerweile hat Pro Sieben aber stark von der anziehenden Werbekonjunktur profitiert.

Milliardengewinn

Eingestiegen ist das Saban-Konsortium dagegen im Sommer 2003 für 525 Millionen Euro. Zwar mußten sie später weiteres Geld für eine Kapitalerhöhung und den Kauf weiterer Aktien investieren. Ein Milliardengewinn bringt ihnen der Ausflug ins deutsche Privatfernsehen nun dennoch ein. Ein abermaliges Veto durch die Wettbewerbsbehörden gilt im Fall von Permira und KKR als äußerst unwahrscheinlich, weil beide Unternehmen anders als Springer bisher nicht im deutschen Medienmarkt tätig sind.

Um den hohen Einsatz bei Pro Sieben dennoch zu rechtfertigen, setzen Permira und KKR auf eine Internationalisierung des Geschäfts. Pro Sieben soll mit der ebenfalls von ihnen kontrollierten Sendergruppe Scandinavian Broadcasting System (SBS) mit Sitz in Amsterdam zusammengelegt werden. SBS ist mit einem für 2006 erwarteten Umsatz von rund 1 Milliarde Euro knapp halb so groß wie Pro Sieben, das für dieses Jahr mit Erlösen von rund 2,1 Milliarden Euro rechnet.

Dax-Kandidat

Der 1989 gegründete Fernsehkonzern ist bisher vor allem in Skandinavien stark vertreten, aber auch in Osteuropa vertreten. Vorstandschef von SBS ist der frühere Premiere-Manager Markus Tellenbach. Permira und KKR haben die Mehrheit an SBS im Herbst 2005 übernommen. Damals war das Unternehmen einschließlich Schulden mit 1,9 Milliarden Euro bewertet worden. Außer den beiden Finanzinvestoren ist auch die holländische Mediengruppe Telegraf Media mit 20 Prozent an SBS beteiligt.

Permira und KKR planen, daß Pro Sieben SBS erwirbt. Das hat für sie den Vorteil, daß die Minderheitsaktionäre von Pro Sieben den Kauf teilweise mitfinanzieren. Sitz des neuen Unternehmens wird voraussichtlich München. Permira und KKR sehen die erweiterte Fernsehgruppe zudem als Kandidaten für den Deutschen Aktienindex Dax.

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Jahrgang 1972, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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