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Automatisierung : Bill Gates fordert Roboter-Steuer

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Fordert eine Roboter-Steuer: Microsoft-Gründer Bill Gates Bild: EPA

Viele haben Angst, dass Roboter uns die Arbeit wegnehmen. Bill Gates fürchtet noch mehr: Dem Staat könnten Einkommensteuern verloren gehen. Deshalb fordert er eine Roboter-Steuer – und hat schon Ideen, wofür man sie einsetzen könnte.

          Künstliche Intelligenz in Form von klugen Algorithmen und Robotern ist in aller Munde. Spätestens seit bekannt geworden ist, dass bei einem japanischen Versicherer rund ein Drittel der Belegschaft durch künstliche Intelligenz ersetzt wurde, fürchten viele Menschen, ihre Stellen im Zuge der Automatisierung zu verlieren. Der Microsoft-Gründer Bill Gates geht jetzt noch einen Schritt weiter: Wo statt Menschen in Zukunft Roboter arbeiten, geht dem Staat die Einkommensteuer flöten, die bis dato noch der arbeitende Mensch entrichten muss, argumentiert er in einem Video-Interview mit dem Online-Wirtschaftsportal „Quartz“.

          Gates' Lösung klingt denkbar einfach: „Wenn ein Roboter ins Spiel kommt und dieselbe Arbeit macht, die sonst ein Mensch machen würde, sollte man doch denken, dass man den Roboter auf einem ähnlichen Niveau besteuert“, sagte er. Das Geld möchte er an anderer Stelle nutzbringend einsetzen.

          Es würden beispielsweise noch immer viel mehr Menschen benötigt, um sich um Ältere oder Kinder mit speziellen Bedürfnissen zu kümmern, argumentiert Gates. Die Berufe in der Pflege oder Pädagogik seien von einer Natur, wo noch immer „menschliche Empathie und Verständnis sehr, sehr einzigartig“ seien. Sprich: Durch Roboter schwer ersetzbar. Gates argumentiert, dass es sinnvoll sei, Einnahmen aus einer Roboter-Steuer an solchen Stellen einzusetzen.

          Und mehr noch: Auch die Menschen, deren Berufe durch die Automatisierung wegfielen, würden an diesen Stellen dringend als Arbeitskräfte gebraucht. In den sozialen Berufe gebe es nämlich “immense Engpässe“. Scherzhaft führt Gates am Ende des Interviews an, er sei überzeugt, dass sich die Roboter nicht darüber empören würden, wenn man sie mit einer Roboter-Steuer belangte.

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