20.04.2008 · Mobile gegen Autoscout - im ewig jungen Duell scheint Mobile.de im Moment die besseren Karten zu haben. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Google, die Sparkassen und Dirk Ströer geben Gas.
Von Holger SchmidtIm ewigen Wettstreit der beiden führenden Online-Gebrauchtwagenmarktplätze Mobile.de und Autoscout 24 hat die Führung wieder gewechselt. Nachdem die Ebay-Tochtergesellschaft Mobile.de im vergangenen Jahr die Anzeigen für Privatinserenten wieder kostenlos gemacht hat, hat das Unternehmen nicht nur bei den Händlern, sondern inzwischen auch bei den privaten Autoverkäufern die Nase vorn.
Rund eine Million Personenwagen werden auf dem deutschen Mobile-Marktplatz angeboten, rund 20 Prozent mehr als beim Konkurrenten Autoscout, hat Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Fachhochschule Gelsenkirchen, gemessen. „Vor allem bei den Marken Porsche und Mini, aber auch bei Volvo, Volkswagen und Mercedes hat Mobile einen klaren Angebotsvorsprung“, sagt Dudenhöffer, der die Angebote der 100 wichtigsten Autos gezählt hat. Der Vorsprung von Mobile wächst mit steigendem Alter der Fahrzeuge.
Händler reagieren nicht auf Preisänderungen
Autoscout versucht daher zurzeit, mit aggressiven Preisen mehr Händler anzulocken. Für die Händler ist der Preis für die Anzeige, der wegen des scharfen Wettbewerbs in Deutschland extrem niedrig ist, aber nicht wichtig. „Als wir im vergangenen Jahr die Preise erhöht haben, ist nicht ein Händler abgesprungen. Bedrohlich für unser Geschäft ist dagegen die Konsolidierungswelle unter den 33 000 Autohändlern in Deutschland. Wird ein Händler übernommen oder insolvent, fällt er als Kunde aus“, sagte Peter Schmid von Mobile.de.
Wachsende Konkurrenz gibt es für die beiden Platzhirsche auch: Sowohl der Medienunternehmer Dirk Ströer mit seinem Marktplatz Pkw.de als auch die Sparkassen mit der Seite Gebrauchtwagen.de investieren kräftig, um ihren Anteil an dem lukrativen Geschäft zu bekommen. Auch Google will an die Marketingbudgets der Händler heran und hat dafür den ehemaligen Autoscout-Manager Markus Hinz eingestellt.
30 Prozent Umsatzrendite
Das Online-Geschäft mit den Gebrauchtwagen lohnt sich: Rund 30 Prozent Umsatzrendite erzielt zum Beispiel Autoscout, trotz des scharfen Wettbewerbs in Deutschland. In Märkten, in denen sich ein Marktplatz durchgesetzt hat, sind die Margen noch weit höher. Denn dort müssen auch die Privatinserenten zahlen – zum Beispiel 60 Franken in der Schweiz.
Autoscout will nun sein Geschäft internationalisieren und auch die NUtzer stärker an sich binden. „Normalerweise kommen die Nutzer alle paar Jahre auf unsere Seite, wenn sie ein Auto kaufen oder verkaufen wollen. Das ist zu wenig“, sagte Nicola Carbonari, der Vorstandsvorsitzende von Autoscout, der F.A.Z. Dienstleistungen rund ums Auto wie Finanzierungen, Wartung, Reifenwechsel, aber auch Community-Aspakte sollen duie Nutzer zum regelmäßigen Besuch der Seite animieren, sagte Carbonari.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 9.004,30 | +0,64% |
| EUR/USD | 1,3239 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |