http://www.faz.net/-gqe-8m06s

Aufstieg der Roboter : Was wir alles können

Der Roboter „Pepper“ von der japanischen Firma Softbank auf dem Mobile World Congress in Barcelona im Februar. Bild: dpa

Umso ähnlicher Roboter uns Menschen werden, umso dramatischer die Folgen: Nicht nur jedes demographische Problem könnte dann gelöst sein. Bis es soweit ist, sind wir aber vielleicht erst zum Mars geflogen.

          Elon Musk ist um vollmundige Ankündigungen nie verlegen. Als er gerade auf dem internationalen Astronauten-Kongress darlegte, wie sein Unternehmen SpaceX erstmals Menschen zum Mars bringen werde, ging es um nicht weniger als das Grundverständnis der Menschheit von sich selbst: „Wir sind an einer Weggabelung angekommen: Ein Weg führt dahin, dass wir für immer auf der Erde bleiben und es wird zum Schluss irgend ein Auslöschungsereignis eintreten. Die Alternative dazu ist, dass wir zu einer Weltraumfahrer-Zivilisation werden und zu einer multiplanetaren Spezies, was - ich hoffe, Sie stimmen zu - der richtige Weg ist.“

          Alexander     Armbruster

          Redakteur in der Wirtschaft.

          An dieser Stelle ist unerheblich, ob Musk sein Raumschiff wirklich so schnell wird losschicken können, wie er sagt. Und ob wirklich schon im nächsten Jahrzehnt ein Mensch erstmals den Fuß auf den Mars setzen wird oder nicht. Viel wichtiger ist: Technisch zumindest ist das (bald) in jeder Hinsicht möglich. Alleine deswegen lohnt es, dass der mitteilungsfreudige Unternehmer nicht zu tief stapelt, sondern diese große Frage aufwirft.

          Humanoide Roboter vom Team «B-Human» vom Deutschen Zentrum für Künstliche Intelligenz und der Universität Bremen (hinten) tragen am 30.06.2016 in einer Messehalle in Leipzig (Sachsen) ein Vorrundenspiel zum 20. RoboCup aus. Die Bremer Roboter-Fußballer setzten sich im Finale gegen eine Mannschaft aus den USA durch und wurden bereits zum fünften Mal Weltmeister.

          Der rasante technische Fortschritt ermöglicht indes nicht nur in der Raumfahrt, alte Grenzen infrage zu stellen. Neue Erkenntnisse über Künstliche Intelligenz, in der Biotechnologie, Medizin und Digitalisierung wirbeln Verhaltensweisen in vielen Lebensbereichen durcheinander. Und lösen Angst aus.

          Zufälligerweise ebenfalls in Mexiko, gar nicht so weit weg von dem Ort, an dem Musk seine Mars-Rede gehalten hat, haben Menschen unlängst neue Maßstäbe gesetzt: Ein kleiner Junge kam auf die Welt mit einem genetischen Vater, einer genetischen Mutter und einem klein bisschen Erbgut von einer anderen Frau. Ärzte ermöglichten der Mutter - mittels einer speziellen Form der künstlichen Befruchtung - doch ein gesundes Kind zur Wert zu bringen, indem sie grob gesagt die Eizelle reparierten, wie das britische Magazin „New Scientist“ berichtete.

          Mehr Wohlstand für alle

          Tausende Kilometer entfernt und einige Tage später hat auch der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt das Bild von der Weggabelung gebraucht. „Wir stehen an einer Weggabelung, ob wir Innovationsgesellschaft bleiben oder Stagnationsgesellschaft werden“, sagte er am Samstag während des dritten sogenannten Deutschlandkongresses der beiden Unionsparteien in München. Es lässt aufhorchen, wenn gerade ein Vertreter einer konservativen Partei wie der CSU solch im Grunde gravierende Worte wählt. Einer Partei, die ein besonderes Gespür dafür hat, was die Menschen bewegt und was ihnen an Veränderung zugemutet werden kann.

          Für uns sehr konkret ist bereits das große Heer an Robotern, dass in Fabriken rund um die Welt Autos und anderes zusammensetzt. Die International Federation of Robotics zählt für das vergangene Jahr 1,6 Millionen in der Industrie eingesetzte Roboter. In den nächsten drei Jahren kommt noch einmal eine Million hinzu, schätzen die Fachleute des Verbands.

          Gerade Roboter könnten künftig viel von dem, was wir als gegeben hinnehmen, auf den Kopf stellen. Sie könnten dafür sorgen, dass die Wirtschaftsleistung wieder deutlich stärker wächst. Zumindest in der Theorie könnten sie auch jedes demographische Problem lösen.

          Ein Lackierroboter aus dem Hause Dürr

          Ökonomen des Internationalen Währungsfonds, der nicht dafür bekannt ist, quirlige Utopien zu verbreiten, haben diese Szenarien in einem Aufsatz mit dem Titel „Robots, Growth and Inequality“ in der nüchternen Sprache der Wirtschaftsforscher dargestellt. Sie beschreiben, was passiert, wenn Roboter durch Fortschritte in der Technik und auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz Menschen immer ähnlicher werden. Wenn sie zunehmend Arbeiten übernehmen können, die heute noch Menschen ausführen.

          Weitere Themen

          Ein Roboter mit viel Gefühl Video-Seite öffnen

          Spüren statt sehen : Ein Roboter mit viel Gefühl

          Das MIT hat einen Roboter mit speziellem Orientierungssinn vorgestellt. Das Besondere ist, dass er keine künstlichen Augen hat, also zum Beispiel Kameras, die sehen, wohin sich das Objekt bewegt.

          Topmeldungen

          Hat die Europäische Zentralbank im Frankfurter Osten die Risiken im Blick?

          Zahlungssystem Target : Fast 1000 Milliarden Euro

          Der Target-Saldo der Bundesbank ist so gewaltig, dass er große Aufmerksamkeit verlangt. Wie ist diese Zahl zu bewerten? Geht es um echte Risiken für Deutschland? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.