25.01.2006 · Die Internet-Suchmaschine Ask Jeeves tritt von heute an gegen den übermächtigen Branchenprimus Google an. Sie arbeitet mit anderen Algorhythmen - und sortiert nach „Relevanz“.
Von Christoph EhrhardtGoogle hat einen neuen Konkurrenten auf dem deutschen Markt. Die Internet-Suchmaschine „Ask Jeeves“ (www.ask.de) wird von diesem Mittwoch an gegen den übermächtigen Branchenprimus antreten.
In den Vereinigten Staaten rangiert die Suchmaschine mit einem Marktanteil von sieben Prozent auf Rang vier. Daß „Ask“ auch in Deutschland nicht am Thron von Google wird rütteln können, darüber ist sich Malte Krüger, der für den deutschen „Ask“-Ableger zuständig ist, im klaren. Dennoch tritt „Ask“ mit einer ehrgeizigen Zielvorgabe an: „Wir wollen Nummer zwei werden auf dem deutschen Markt“, sagte Krüger dieser Zeitung. Derzeit konkurrieren „Yahoo“ und „Msn“ um diese Position - angesichts der Tatsache, daß Google in Deutschland derzeit einen Marktanteil von 81 Prozent hat, jedoch weit abgeschlagen.
Trotz der auf den ersten Blick wenig ermutigenden Aussichten gibt sich Krüger zuversichtlich. In den Vereinigten Staaten griffen Internetnutzer auf zwei bis drei Suchmaschinen zurück, und das werde auch in Deutschland zukünftig so sein, meint Krüger. Eine jüngere Studie habe ergeben, daß die ersten Einträge, die die vier großen Suchmaschinen als Ergebnis ausgeben, in etwas mehr als einem Prozent übereinstimmten. „Und die Konkurrenz ist nur einen Click entfernt“, erklärt Krüger.
Zusätzliche Prioritäten
„Ask“ arbeitet nach Angaben des Unternehmens zudem anders als andere Suchmaschinen. Während bei diesen als Kriterium dafür, wie relevant ein einzelnes Suchergebnis ist, lediglich gelte, wie oft von anderen auf die entsprechende Seite verwiesen werde, seien in den „Ask“schen Suchalgorithmus zusätzliche Prioritäten eingearbeitet, gibt Krüger an: „Nimmt man zum Beispiel den Begriff „Vogelgrippe“, wird ein Eintrag von den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums immer vor Einträgen von Nachrichtenseiten erscheinen, weil die Suchmaschine diesem - quasi als Autorität - eine größere Relevanz und damit höhere Priorität beimißt“, erklärt er. Es solle außerdem möglich sein, einfache Fragen wie „Warum ist der Himmel blau?“ oder „Was ist der höchste Berg der Welt?“ als Suche einzugeben - und sinnvolle Antworten zu erhalten.
Zunächst wird „Ask“ nur mit einer vereinfachten Version der Suchmaschine auf dem deutschen Markt sein. Vom Sommer an soll das komplette Angebot der Suchmaschine zugänglich sein. Dazu gehören Suchfunktionen für Nachrichten, Bilder und Weblogs. Außerdem soll der Nutzer sich ein eigenes Konto anlegen können, in dem er Suchergebnisse speichern, verwalten und auch weiterleiten kann.