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Zum ersten Mal seit fast zehn Jahren Apple macht weniger Gewinn

 ·  Apple erzielte mit 9,5 Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) zwar immer noch den vierthöchsten Quartalsgewinn seiner Geschichte. Im Jahresvergleich bedeutete das jedoch ein Minus von gut 18 Prozent.

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Apple hat nach einem beispiellosen Erfolgslauf den ersten Gewinnrückgang seit fast zehn Jahren verbucht. Der iPhone-Konzern erzielte mit 9,5 Milliarden Dollar (7,3 Mrd Euro) zwar immer noch den vierthöchsten Quartalsgewinn seiner Geschichte. Im Jahresvergleich bedeutete das jedoch ein Minus von gut 18 Prozent.

Der Umsatz legte in dem Ende März abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um 11,2 Prozent auf 43,6 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen nach amerikanischen Börsenschluss am Dienstag mitteilte.

Apple setzte im vergangenen Quartal 37,4 Millionen iPhones und 19,5 Millionen iPad-Tablets ab. Vor einem Jahr waren es 35,1 Millionen iPhones und 11,8 Millionen iPads gewesen. Der Verkauf der Mac-Computer stagnierte mit knapp vier Millionen Geräten.

Sehr starkes Vorjahresquartal

Ein Einbruch der iPhone-Verkäufe, über den in Medienberichten und Analystenkommentaren spekuliert wurde, blieb damit aus. Der Absatz war zwar nicht mit dem Rekord von 47,8 Millionen iPhones aus dem vergangenen Weihnachtsquartal zu vergleichen. Allerdings läuft das Geschäft nach der Festzeit immer schwächer. Das sehr starke Vorjahresquartal war da mit seinem Gewinn von 11,6 Milliarden Dollar eine Ausnahme. Grund war unter anderem der Start des iPhone 4S in China. Diesmal fehlte ein solcher Profit-Treiber.

Das iPhone behauptete sich damit als Apples wichtigste Geldmaschine. Zugleich ist nicht bekannt, wie viele Geräte des neuen und teureren iPhone 5 verkauft wurden und wie hoch der Anteil günstigerer älterer Modelle war. Das iPad bestätigte nach dem Start des kleineren Modells im Herbst seine Rolle als Wachstums-Lokomotive. Allerdings ist das günstigere iPad mini auch weniger profitabel als die größere Version. Das dürfte zum Gewinnrückgang beigetragen haben.

Höhere Ausschüttungen für die Aktionäre

Angesichts der gigantischen Geldreserven von zuletzt 145 Milliarden Dollar erhöht Apple die Ausschüttung an die Aktionäre. Sie sollen bis Ende 2015 rund 100 Milliarden Dollar bekommen. Das sind 55 Milliarden mehr als bisher angekündigt. Die zuletzt stark gefallene Aktie legte nachbörslich um über vier Prozent auf gut 423 Dollar zu.

Mit der erweiterten Ausschüttung kommt Apple jahrelangen Forderungen von Aktionären weiter entgegen, die mehr von dem stetig wachsenden Geldberg abhaben wollten.

Rekordstand bei 700 Dollar

Die einstige Euphorie um Apple ist inzwischen merklich abgeflaut. Die Aktie fiel tief von ihrem Rekordstand bei 700 Dollar noch im September. Beobachter und Anleger warten gespannt darauf, dass der Konzern mit einem neuen Produkt die nächste Branche umkrempelt. Zuletzt wurde vor drei Jahren das iPad vorgestellt, das den totgeglaubten Markt der Tablet-Computer wiederbelebte. Seit Jahren schon wird über einen Apple-Fernseher sowie ein günstigeres iPhone-Modell spekuliert und neuerdings auch über eine Computer-Uhr. Doch ob und wann diese Produkte auf den Markt kommen, ist unbekannt.

Unterdessen bringt Apple Weiterentwicklungen von iPhone, iPad und Mac-Computern auf den Markt und Experten sehen eine zunehmende Konkurrenz. Inzwischen breitet sich der Smartphone-Boom immer mehr auch auf die Entwicklungsländer aus und dort sind im Moment eher günstige Smartphones geplant. Konzernchef Tim Cook setzte bisher vor allem darauf, dass mit der Zeit auch dort das Segment für teure Computer-Telefone größer wird.

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