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Steve Jobs Wahnsinnig und großartig - ein Treffen mit dem Apple-Gründer

 ·  Begegnungen mit Steve Jobs hatten eine bohrende Intensität, weil er seine Umgebung stets herausforderte. Eine persönliche Erinnerung.

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© Reuters Intensiv: Treffen mit Steve Jobs waren stets herausfordernd

Es gibt Menschen, mit denen eine Begegnung unvergesslich bleibt: Nicht etwa, weil sie einen großen Namen haben oder weil sie sehr reich sind, und im Fall von Steve Jobs auch nicht allein deshalb, weil er schon zu Lebzeiten eine Legende war. Nein, eine Begegnung mit Steve Jobs hatte eine bohrende Intensität, wie ich sie bisher mit keinem anderen Gesprächspartner erlebt habe. Dieser Mann hat seine Umgebung stets herausgefordert, das Beste zu geben. Wer das lieferte, wurde von ihm anerkannt. Wer nicht, der hatte Schwierigkeiten.

So mündete die knappe Stunde gemeinsamer Zeit, die sich im Jahr 2003 während einer Apple-Messe in Paris ergab, in das bisher anstrengendste Interview meiner bisherigen journalistischen Arbeit.

Im Gespräch selbst gibt sich Jobs freundlich, geradezu erholt. Weitschweifige Ausführungen aber sind seine Sache nicht. Er antwortet höflich und leider auch sehr kurz. Im Laufe des Gesprächs scheint er eher daran interessiert zu sein, einen Eindruck von diesem Journalisten zu bekommen, der ihm da gegenübersitzt, als selbst besondere Neuigkeiten preisgeben zu wollen. Jobs präsentiert sich nicht als Tyrann, aber er dominiert den Raum. Dazu braucht er nichts als intellektuelle Präsenz, seine Stimme und seinen Blick, der den Gesprächspartner abtastet, während er die ganze Zeit zu überlegen scheint, was derjenige, der da zu ihm gekommen ist, so kann.

Keine Fragen zur Person!

Zu seiner Person sollten besser keine Fragen gestellt werden, das war von Beginn an klar. Denn es gehe ja um das Unternehmen, nicht um ihn. Nur gibt es wohl kaum ein Unternehmen auf der Welt, dessen Geschäftstätigkeit sich so wenig von der Person seines Vorstandsvorsitzenden trennen ließ, wie Apple. Jeder Journalist, der sich mit Jobs traf, um über sein Unternehmen zu sprechen, hoffte deshalb, die Fragen zu stellen, die ihn dazu verleiten könnten, vielleicht doch etwas über sein Leben preiszugeben. Es sollte auch an jenem Tag vergeblich bleiben.

Ein mulmiges Gefühl nach dem Gespräch

Danach verließ man Jobs völlig ausgelaugt - und mit einem etwas mulmigen Gefühl: Hatte man ihn kritisch genug befragt? Hatte Jobs das Gespräch nicht zu sehr dominiert? Hätte man es doch einmal mit einer persönlichen Frage versuchen sollen? In jedem Fall wurde klar, dass Jobs davon überzeugt war, dass sein (damals noch eher kleines) Unternehmen das hohe Innovationstempo der vorausgegangenen Jahre würde beibehalten können - womit er recht behalten sollte, vermutlich über seinen Tod hinaus. Denn er hat seine Umgebung mit dieser unbändigen Kraft und Begeisterung, die er seine Umgebung spüren ließ, dazu angetrieben „wahnsinnig großartig“ zu sein: „Insanely great“.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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