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Steve Jobs Pionier und Visionär

Es ging Steve Jobs um die permanente Erneuerung des Lebens und des Denkens. Er blickte weit voraus und mochte es schnell, schlicht, erfolgreich. Ein Nachruf.

© REUTERS Vergrößern Steve Jobs

Steve Jobs hat die Art und Weise, wie Menschen mit Computern, mit Technologie und mit Informationen umgehen, von Grund auf geändert. Seit der Markteinführung des ersten Apple-Computers vor dreieinhalb Jahrzehnten hat er die Welt moderner Medien mehrmals revolutioniert, hat Technik eng an Ästhetik gerückt, nicht nur Produkte, sondern einen ganzen Lebensstil verkauft, damit aus einer kleinen Garagenfirma eines der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht, und bis kurz vor seinem Tod an dessen Spitze gestanden. Am Mittwoch ist der Mitbegründer, Chairman und Großaktionär von Apple im Kreis seiner Familie gestorben.

Jobs’ Weggefährten sind erschüttert und geschockt

Trotz eines schon seit Jahren währenden Kampfes gegen den Krebs zeigen sich Weggefährten vom frühen Tod des 56 Jahre alten Computerpioniers erschüttert und geschockt. „Die Welt erlebt selten jemand, der so einen großen Einfluss auf den Lauf der Dinge hat wie Steve“, erklärte Bill Gates, Mitgründer und jahrelanger Chef von Microsoft in einer ersten Stellungnahme in der Nacht zum Donnerstag. „Dieser Einfluss wird noch für viele Generationen zu spüren sein“, heißt es darin weiter. Timothy Cook, der ein enger Vertrauter Jobs und vor wenigen Wochen zu dessen Nachfolger auf dem Sessel des Vorstandsvorsitzenden von Apple ernannte worden war, sagte: „Apple hat ein visionäres und kreatives Genie, und die Welt einen erstaunlichen Menschen verloren.“ Steven Levy, der in dem Buch „Insanly Great“ die Geschichte der Mac-Computer aufschrieb, sagte „Jobs konnte seine Umgebung, seine Mitarbeiter motivieren, wie kein zweiter.“ Apple wird nun ohne ihn auskommen müssen.

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Steve Jobs reiht sich mit seinen Arbeiten von seinem ersten selbst gebauten Rechner des Modells Apple-II aus Jahr 1977 bis hin zum Tabletcomputer der Marke iPad, der 2010 auf den Markt kam, in die Ahnengalerie der großen Computerpioniere wie dem Berliner Konrad Zuse, Howard Aiken von IBM, John Atanasoff, Alan Turing oder John von Neumann ein. Sie hatten allesamt Spitzenleistungen in der Mathematik, Physik und auch Chemie verbindenden Computerwissenschaft vollbracht. Jobs verband dies noch mit einer ausgeprägten Ästhetik und einem weitreichenden Geschäftssinn. Er machte aus globigen, hässlichen Rechnern schöne Produkte und baute so eine 400 Milliarden Dollar erlösende Industrie mit auf.

erstes foto Kindheit in Kalifornien: Mit elf Jahren zog Jobs (Zweiter von rechts) mit seinen Adoptiveltern in die Nähe von San Francisco - in der Homestead … © Brandi Lifland/Polaris/laif Bilderstrecke 

Dabei blickt er immer tief in die Zukunft. „Er sieht, was andere nicht sehen“, sagte sein langjähriger Geschäftspartner Steve Wozniak. „Er hat einfach ein Gespür für das, was kommt.“ Jobs, der seine Schulausbildung einst abgebrochen und sich stets zu den Freien Künsten hingezogen gefühlt hatte, der die Typographie studierte und die Geheimnisse der alten Buch- und Zeitungsdrucker erkundete, der das später in die Softwareprogramme seiner Computer einbaute und damit viele neue Kunden aus den Welten von Film, Werbung und Design ansprach, der mit Apple erst Multimillionär und dann Multimilliardär wurde, der die Zukunft des Computers weniger in der Hand von Ingenieuren als in der von Künstlern sah, der Nextel, ein zweites wenig erfolgreiches Computerhaus ins Leben rief, mit Pixar aber ein anerkanntes Studio für Trickfilme gründete und damit ins Board von Disney kam, hatte am Anfang seiner Karriere seine Produktphilosophie einmal als „Schnittmenge aus Kunst und Technologie“ beschrieben.

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