20.10.2005 · Die Auseinandersetzung um das umstrittene Google-Print-Programm zwischen dem Suchmaschinenbetreiber Google und dem amerikanischen Verlegerverband Association of American Publishers geht vor Gericht.
Die Auseinandersetzung um das umstrittene Google-Print-Programm zwischen dem Suchmaschinenbetreiber Google und dem amerikanischen Verlegerverband Association of American Publishers (AAP) geht vor Gericht. Wie der Verlegerverband am Mittwoch erklärte, haben Verbandsmitglieder Klage gegen den Google eingereicht, nachdem die Verhandlungen zwischen den Parteien zuvor gescheitert waren.
Mit seinen im vergangenen Jahr angekündigten Projekten Google Print und Google Scholar will Google sämtliche jemals publizierten Bücher sowie Fachpublikationen digitalisieren und im Internet zugänglich machen. Die Verleger lehnen das Vorhaben mit Verweis auf das Urheberrecht ab. Die Kläger fordern vom Gericht, die geplante vollständige Digitalisierung urheberrechtlich geschützter Bücher als Rechtsverletzung zu werten und Google zu untersagen, die Büchern ohne Zustimmung der Urheberrechtsinhaber zu erfassen.
Wie der Verlegerverband weiter mitteilte, ist die Klage im Namen der fünf AAP- Mitglieder der McGraw-Hill Co, der Pearson-Tochter Pearson Education, der Penguin Group, der Viacom-Tochter Simon & Schuster und der John Wiley & Sons Inc eingereicht worden.
Europäische Seiten gerade freigeschaltet
Kurz vor der Frankfurter Buchmesse hatte Google die entsprechenden Internetseiten in acht europäischen Ländern freigeschaltet. Die deutsche Seite ist unter der Adresse print.google.de zu erreichen.
Im angelsächsischen Sprachraum scannt Google zur Zeit die Bestände fünf großer Bibliotheken ein. In Europa steht Google aber noch ganz am Anfang. Susan Wojcicki, Vize-Chefin bei Google, sagte im Gespräch mit der „New York Times“, daß zunächst nur eine geringe Anzahl von Büchern in der jeweiligen Landessprache durchsucht werden könnten. Seit einigen Monaten verhandelt Google daher mit den Verlagen in Deutschland, um die Auswahl zu erhöhen, sagte Google-Manager Jens Redmer dieser Zeitung. Große Verlage wie Langenscheidt haben inzwischen Verträge mit dem Internetunternehmen geschlossen. Allerdings ist die Digitalisierung der Bücher auch in der deutschen Verlagswelt umstritten.
Viele Verleger und Autoren fürchten um ihre Urheberrechte, da die Internetnutzer einige Seiten im Volltext lesen können. Dagegen hoffen andere Verlage auf zusätzliche Erlöse aus dem Internetgeschäft. Sie werden an den Werbeerlösen beteiligt, die mit der Buchsuche erzielt werden. „Außerdem verkaufen sich alte Bücher, die in Vergessenheit geraten waren, auf einmal wieder“, sagte Redmer. Nach Angaben von Jeff Bezos, dem Gründer des Online-Händlers Amazon, der ein ähnliches Programm hat, ist der Umsatz mit den digitalisierten Büchern um 7 Prozent gestiegen. „Auch in Deutschland gibt es definitiv eine Umsatzsteigerung mit diesen Büchern“, sagte der Deutschland-Chef von Amazon, Ralf Kleber, dieser Zeitung. Bisher beteiligen sich mehr als 120 Verlage an dem Amazon-Programm in Deutschland. „Die Warteschlange der Verlage wird immer länger“, sagte Kleber. Auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und einige Universitätsbibliotheken arbeiten an der Digitalisierung der Bücher.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
Anonym bewerben? Ist das gut?