http://www.faz.net/-gqe-8z9t7

#AmazonWashingtonPost : Warum Trump gegen Amazon twittert

  • Aktualisiert am

Amazon-Gründer Jeff Bezos war auch dabei, als sich der Wahlsieger Donald Trump im Dezember mit Technologie-Unternehmern im Trump-Tower in New York getroffen hatte. Bild: dpa

Donald Trump hat den Internet-Konzern Amazon abermals scharf kritisiert. Dass Amazon-Gründer Bezos auch die „Washington Post“ besitzt, ist nur ein Grund für den Disput.

          Amazon-Gründer Jeff Bezos hat sich schon Kritik Donald Trumps zugezogen, als dieser nach gar nicht Präsident der Vereinigten Staaten war. „Die Washington Post verliert Geld (...) und gibt ihrem Eigentümer Jeff Bezos Macht, die Öffentlichkeit über die niedrige Besteuerung Amazons zu bescheißen (...)“, twitterte er beispielsweise im Dezember 2015.

          Das Verhältnis der beiden verläuft auch seit dem Wahlsieg Trumps nicht reibungsfrei - auch wenn Bezos schon gemeinsam mit anderen Anführern der amerikanischen Technologiebranche an runden Tischen im Weißen Haus gesessen hat. Denn Bezos ist nicht nur Gründer und Eigentümer eines der erfolgreichsten Unternehmens der Welt, sondern eben auch Besitzer der wichtigen amerikanischen Tageszeitung „Washington Post“.

          Die wiederum sparte bislang nicht mit Kritik und Recherche in vielen Bereichen, in denen Trump Politik macht. Und auch nicht drumherum. So berichtete die Zeitung beispielsweise vor zwei Tagen dies: In mindestens vier zu Trumps Unternehmensgeflecht gehörenden Golfclubs hängen Titelseiten des Time-Magazins mit Datum 1. März 2009, auf denen Donald Trump abgebildet ist. Ein Sprecher des hinter dem Magazin stehenden Time-Verlages sagte der Zeitung allerdings, dass es sich dabei um Fälschungen handele - der Verlag habe mittlerweile die Trump-Organisation gebeten, die Bilder abzuhängen.

          Einen Tag später hat der amerikanische Präsident dann abermals über den Kurznachrichtendienst Twitter Kritik an Bezos mitgeteilt. „Die #AmazonWashingtonPost, manchmal als der Beschützer Amazons bezeichnet, zahlt keine Internet-Steuern (was sie tun sollten), ist FAKE NEWS.“

          Nun ist teils Rätselraten entstanden darüber, was mit dem Tweet gemeint sein könnte. Als ziemlich klar gilt, dass der Hashtag #AmazonWashingtonPost sich darauf bezieht, dass Jeff Bezos eben auch Eigentümer der „Washington Post“ ist. Allerdings hat er sie im Jahr 2013 für 250 Millionen Dollar selbst gekauft. Die „Washington Post“ gehört Jeff Bezos, sie gehört nicht Amazon, worauf das amerikanische Magazin „Fortune“ hinweist. Allerdings gibt es auch Verknüpfungen zwischen dem Internethändler und der Zeitung.  Amazon-Prime-Kunden können die „Washington Post“ günstiger abonnieren.

          Nicht klar ist hingegen, was Trump mit Internet-Steuer meinen könnte. Dem „Fortune“-Bericht zufolge konnten amerikanische Käufer auf Amazon in vielen Bundesstaaten lange Zeit steuerbefreit einkaufen. Seit April erhebt Amazon demnach jedoch eine Umsatzsteuer in allen Bundesstaaten, wo eine solche existiert - was auch daran liege, dass Amazon immer mehr physische Präsenz zeigt etwa mit eigenen Läden.

          Weitere Themen

          Tausende protestieren in Schottland gegen Trump Video-Seite öffnen

          Edinburgh : Tausende protestieren in Schottland gegen Trump

          Einen Tag nach den Massenprotesten in London gegen Donald Trump haben auch im schottischen Edinburgh tausende Menschen gegen den amerikanischen Präsidenten demonstriert. Zum Abschluss seiner Großbritannien-Reise hält sich Trump in seiner Luxus-Golfanlage im schottischen Turnberry auf.

          Topmeldungen

          4:2 gegen Kroatien : Blau, Weiß, Gold

          Le jour de gloire est arrivé! Deutschlands Nachfolger kommt aus dem Nachbarland: Frankreich ist zum zweiten Mal nach 1998 Fußball-Weltmeister. Im torreichsten Finale seit 1958 sind die Kroaten der etwas unglückliche Verlierer.

          Reaktionen auf #FRACRO : Liberté, Égalité, Mbappé

          Die Équipe Tricolore holt sich den zweiten WM-Titel, und das Spiel wirft Fragen auf: Warum der Schiedsrichter „ungerechtfertić“ ist, Flitzer nicht mehr nackt flitzen und Macron Ähnlichkeit mit Elvis hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.