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3GSM Nokia glaubt an das Handy-Fernsehen

12.02.2007 ·  „Die Zeiten der nicht vernetzten Geräte, die nur eine Funktion bieten, ist vorbei.“ Mit dieser Aussage sagt der Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo Taschencomputern, MP3-Spielern und Navigationsgeräten den Kampf an.

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„Die Zeiten der nicht vernetzten Geräte, die nur eine Funktion bieten, ist vorbei.“ Mit dieser Aussage sagt Olli-Pekka Kallasvuo, der Vorstandsvorsitzende des finnischen Handyherstellers Nokia, nicht nur den Taschencomputern (PDA) den Kampf an. Auch MP3-Player oder Navigationssysteme werden seiner Ansicht nach künftig nicht mehr als einzelne Geräte verkauft. Für Kallasvuo hat das Zeitalter der konvergenten Geräte begonnen.

Als einen Beleg für diese These sieht er den Einbruch beim Absatz der Taschencomputer (PDA) von denen nach seinen Angaben im vergangenen Jahr nur noch 5,5 Millionen Stück verkauft wurden. Im Gegensatz dazu habe sich Absatz der multimediafähigen Mobiltelefone auf rund 80 Millionen Einheiten nahezu verdoppelt, erklärte Kallasvuo während der Mobilfunkmesse 3GSM-World in Barcelona. Bis 2008 sollen dann rund 250 Millionen Geräte jährlich verkauft werden.

Nokia nennt es nicht mehr Handy

Entsprechen baut Nokia seine Produktpalette um und spricht kaum noch von Mobiltelefonen. Kallasvuo bezeichnet die neuen Geräte vielmehr als Multimedia-Computer und verspricht, immer mehr Funktionen in das ehemalige Handy einzubauen. Schon in der vergangenen Woche hatte der finnische Konzern einen Dienst angekündigt, der die Navigation auf dem Handy mit kostenlosem Kartenmaterial unterstützt.

Diesen Weg der vertikalen Integration will Nokia nach Angaben seines Vorstandsvorsitzenden konsequent weitergehen und die Empfänger für das GPS-Satellitensignal in immer mehr Mobiltelefone integrieren. Nokia glaubt nach Angaben von Kallasvuo hier an rasante Steigerungsraten obwohl im vergangenen Jahr erst 15 Millionen von rund 1 Milliarde insgesamt verkauften Geräten eine GPS-Funktion unterstützten.

Handy-TV kommt, glaubt Nokia

Nokia setzt zudem auf das Geschäft mit dem mobilen Fernsehen und sieht hierin eine der größten Wachstumschancen für die Zusatzdienste, nach denen alle Netzbetreiber suchen, um das langsame Abschmelzen des Umsatzes mit den Sprachdiensten zu kompensieren. Der Konzern favorisiert dabei das die DVB-Technik, die auch von den deutschen Netzbetreibern unterstützt wird.

„Die Chips für DVB-H werden im Jahr 2008 kaum mehr als 7 Euro kosten“, glaubt Kallasvuo. Daher würde es vor allem bei den etwas teureren Handys kaum ins Gewicht fallen, wenn eine entsprechende Fernsehfunktion integriert werde. Für 2008 rechnet Nokia mit insgesamt 5 bis 10 Millionen abgesetzten DVB-H-Handys. Im Jahr darauf sollen es bereits 20 Millionen sein.

Aber Streit um die Standards

Etwas verhaltener äußert sich der Nokia Konkurrent Sony-Ericsson zum Thema mobile Fernsehen. „Es gibt in Europa noch Streit über die Standards. Das verunsichert die Verbraucher“, erklärte Miles Flint, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, während der Messe in Barcelona. Daher bietet das Unternehmen bisher keine entsprechenden Geräte an.

Ebenso skeptisch ist Flint, was den Aufbau eines eigenen Dienstes für die Handy-Navigation angeht. „Wir wollen hier nicht in Konflikt mit den Netzwerkbetreibern geraten, die diese Angebote schon machen“ erklärte er. Das Thema Handy-Navigation insgesamt sei aber zukunftsträchtig. Wann Sony-Ericsson mit GPS-unterstützten Geräten auf den Markt kommen werde, ließ er aber offen.

Kein friedliches Nebeneinander

Auch Sony-Ericsson glaubt allerdings nicht mehr an das friedliche Nebeneinander von Musikabspielern, Handys und Kameras. Einen Beleg dafür sieht Flint in der Ankündigung des iPhone von Apple. Dies zeige, dass auch der Produzent des führenden Musikabspielers iPod die Konvergenz der Geräte eingestehe und entsprechend reagiert habe. Eine ernste Gefahr für Sony-Ericsson sieht er in dem neuen Gerät von Apple aber nicht.

Flint begründete in Barcelona zudem den Einstieg von Sony-Ericsson in das Geschäft mit preiswerteren Handys. „Allein in Indien werden in diesem Jahr 400 Millionen Telefone an Kunden verkauft werden, die damit ihr erstes Handy ersetzen. Diese wollen etwas bessere Geräte zu einem guten Preis. Genau das werden wir bieten und die Geräte auch dort produzieren“, sagte Flint. Er bekräftigte zudem die Ambition seines Unternehmens, den Samsung-Konzern aus Korea vom dritten Platz im Handygeschäft zu verdrängen – ohne aber einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. Sony-Ericsson kommt hier nach Angaben der Marktbeobachter von Strategy Analytics derzeit auf einen Anteil von 7,3 Prozent. Samsung kann einen Anteil von 11,6 Prozent auf sich verbuchen. Marktführer Nokia ist allerdings weiter unangefochten. Der Anteil der Finnen ist im vergangenen Jahr auf 34,1 Prozent gestiegen.

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