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3GSM Chiphersteller profitieren vom Handyboom

14.02.2007 ·  Die Lieferanten der Handy-Chips wie Texas Instruments oder Qualcomm wissen schon heute, was die Handys von morgen können. Ein Megatrend ist die eingebaute Navigationsfunktion per GPS.

Von Johannes Winkelhage, Barcelona
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Angesichts einer Milliarde im Jahr 2006 verkauften Handys brummt auch das Geschäft der Zulieferer, die Nokia, Motorola oder Samsung mit den Chips für die Geräte versorgen. Allen voran profitiert Marktführer Texas Instruments (TI) von diesem Wachstum. „In mehr als der Hälfte aller Mobiltelefone stecken unsere Handy-Chips“, erklärte Jean-Francois Fau, bei TI President für Europa, während der Mobilfunkmesse 3GSM-Word im Gespräch mit der F.A.Z..

Rund 4,5 Milliarden Dollar hat allein TI im vergangenen Jahr mit diesen Chips umgesetzt. Profitiert hat der amerikanische Hersteller dabei auch von der engen Bindung an Nokia, dem Marktführer bei den Mobiltelefonen. „Wir erwarten, dass die Zahl der Handynutzer international bis zum Jahr 2010 von jetzt 2,6 auf rund 4 Milliarden steigen wird“, fügt Fau hinzu und lässt kleinen Zweifel daran, dass er die Wachstumsaussichten für dies Segment bei TI daher als sehr gut einstuft.

Harter Preiskampf

Dabei liefern sich die großen Hersteller wie Qualcomm, Infineon oder TI einen erbitterten Preiskampf. Vor allem im Segment der einfachen Handys für die Schwellenländer, die derzeit den Absatz auf neue Rekordhöhen treiben, verlangen die Kunden immer preiswertere Chips, die angesichts der niedrigen Endverbraucherpreise noch eine Marge ermöglichen.

Der technisch hochkomplexe Markt für die Chips in den Mobiltelefonen wird derzeit von zwei großen Tendenzen beherrscht. Auf der einen Seite werden die im Chip verankerten Funktionen immer weiter verfeinert, um die Leistung der Top-Handys zu verbessern. Dabei geht es auch um die Grafikleistung, die für die Darstellung der Spiele auf dem Handy immer wichtiger wird. Auf der anderen Seite geht es um die Integration von immer mehr Funktionen: „Wir sind ständig dabei, die Zahl der Teile zu verringern, die einzeln in den Handys verbaut werden müssen“, erklärt Andrew Gilbert, der bei Qualcomm das Europageschäft leitet.

Mehr Leistung zum gleichen Preis

„Auch Wireless-LAN, die Funktechnik Bluetooth und andere Funktionen werden jetzt direkt in die Chips integriert und benötigen keine weiteren Module mehr, die die Handys größer und schwerer machen und den Stromverbrauch in die Höhe treiben“, fügt Fau hinzu. Preissteigerungen sind mit den neuen Chips nach seinen Angaben allerdings kaum durchzusetzen. Der wachsende Funktionsumfang der Chips führt allein dazu, dass die Preise nicht sinken. „Die Kunden bekommen mehr Leistung zum gleichen Preis“, erklärt der TI-Manager.

Diese Tendenz sieht auch Qualcomm. Im Gegensatz zu TI setzt Qualcomm mit seiner Handysparte aber auf zwei verschiedene Geschäftsmodelle. Auf der einen Seite werden die Chips direkt an die Kunden verkauft. Darauf entfallen rund 58 Prozent des Gesamtumsatzes, der im vergangenen Jahr bei rund 7,5 Milliarden Dollar gelegen hat. Auf der anderen Seite erhält Qualcomm nach Angaben von Gilbert aber schon heute mehr als 32 Prozent seiner Einnahmen aus dem Geschäft mit Lizenzen für seine Produkte. In diesem Fall erhält der Konzern einen Anteil von rund 5 Prozent des Endkundenpreises für das Handy.

Megatrend Navigation

Ist das Handy ein Flop, geht auch Qualcomm leer aus, gehen die Verkaufszahlen aber durch die Decke, profitiert Qualcomm in besonderer Weise von dem Erfolg. Qualcomm setzt bei seiner Produktpalette vor allem auf die UMTS-Handys der dritten Generation und sieht hier das größte Wachstumspotential der Branche. Darüber hinaus sieht Gilbert in der satellitengestützten GPS-Navigation mit den Handys einen der Megatrends der Branche. Entsprechend würde in alle Qualcomm-Lösungen künftig eine GPS-Funktion integriert.

Von diesem Megatrend will auch der amerikanische Anbieter Sirf, der sich auf GPS-Chips und Lösungen rund um die Navigation spezialisiert hat, profitieren. „Wir haben heute einen Marktanteil von 50 bis 60 Prozent bei den portablen Navigationslösungen“, erklärte Sirf-Gründer Kanwar Chadha in Barcelona. „Die Navigationsfunktion auf dem Handy wird in diesem Jahr zum Massenmarkt“, erwartet er. Entsprechend sieht Chadha auch gute Wachstumsaussichten für Sirf: „Wir haben im vergangene Jahr einen Umsatz von 247 Millionen Dollar gemacht und eine operative Marge zwischen 20 und 25 Prozent erzielt. Im laufenden Jahr rechnen wir mit bis zu 320 Millionen Dollar Umsatz – getrieben auch durch den Zuwachs im Geschäft mit den GPS-Handys.“

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