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Nanotechnologie „Nano“ als Forschungsschwerpunkt

11.05.2001 ·  Ein Kind zu taufen ist immer schwer, besonders, wenn viele Paten den Namen bestimmen wollen. Im Fall Nanotechnologie sind die Paten verschiedene Wissenschaftszweige und der Täufling ist störrisch.

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Der Nanometer ist eine fest definierte Längeneinheit. Das, was unter dem Namen Nanotechnologie firmiert, ist keineswegs so fest definiert. Michael Hirschfeld, Chemiker beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI) im Kompetenzfeld Nanotechnik, beklagt im Gespräch mit FAZ.NET die unterschiedliche Namensgebung.

Die Fachgebiete der Physik, der Biologie und der Chemie greifen in der Nanotechnologie eng ineinander. Alle Anwendungen, bei denen die Bauteile - welcher Art auch immer - in der Größe von Nanometern liegen, gehören eigentlich dazu. „Die Chemie, die mit Molekülen und Atomen umgeht, also Nanobauteilen, ist eigentlich keine Nanotechnologie“, erklärt Hirschfeld. Denn erst, wenn die Moleküle eine mechanische, technische oder biologische Aufgabe besäßen, greife der Begriff.

Namenverwirrungen

Die Biotechnologen, die sich mit Zellen und Molekülen im Körper beschäftigen, ziehen es vor, ihr Fachgebiet Life Sciences zu nennen - oder eben Biotechnologie. Die Elektroniker, die Bauteile im Nanometerbereich herstellen, heißen Mikroelektroniker. Das stamme aus einer Zeit, als mikrometergroße Bauteile eben noch sehr klein gewesen seien, erklärt Hirschfeld. Die einzigen, die sich Nanotechnologen nennen würden, seien die entsprechenden Materialforscher.

Die Probleme mit der Namensgebung setzen sich fachlich fort. „Das Wort Nano soll - auch als Forschungsschwerpunkt - Menschen zusammenbringen“, sagt Hirschfeld. Geld für Entwicklungen auf dem unter diesem Namen zusammengefassten Gebiet sollen die Forschung ankurbeln. Das Bundesforschungsministerium unterstützt seit Oktober 1998 sechs sogenannte Kompetenznetzwerke zu Teilthemen der Nanotechnologie. Kein Wunder, wird für Produkte mit Nanotechnologie ein Marktvolumen von über 100 Milliarden Mark prognostiziert.

Doch in vielen Fällen sei es schwierig, die verschiedenen Fachgebiete zusammen zu bringen. Hirschfeld: „Dabei ist es an der Zeit, mal über den Tellerrand hinaus zu blicken.“ Schließlich hat das Zukunftsinstitut für 2010 den Beginn des Nanozeitalters vorhergesagt - auch wenn noch niemand so recht weiß, was das heißen kann.

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