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Nahrungsmittelpreise Dürre in Amerika treibt die Preise

 ·  Die Dürre in den Vereinigten Staaten hat die Lebensmittelpreise global um sechs Prozent steigen lassen. Aufgrunddessen debattiert das Land über die Regelung der Benzinbeimischung von Bio-Ethanol.

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© dpa Vergrößern Maisfeld in Georgia: Der Maispreis erreichte vergangene Woche eine Rekordmarke von knapp 8,24 Dollar je Scheffel

Mit der andauernden Dürre in großen Teilen der Vereinigten Staaten droht global ein dritter Preisschub für Nahrungsmittel seit 2007. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat seine Ernteschätzung von Mais und Sojabohnen für 2012/13 drastisch herabgesetzt. Die heimische Ernte soll 13 beziehungsweise 12 Prozent geringer ausfallen als im Jahr zuvor. Nach der Prognose werden die Bauern in diesem Jahr mit 123 Scheffel je Morgen so wenig Mais ernten werden wie seit 1995 nicht mehr.

Zuletzt hat die Dürre sich in Teilen des Mittleren Westens noch verstärkt, während die Hitzewelle im gesamten Land nachließ. Nachdem der Preis für Sojabohnen schon im Juli auf ein Rekordhoch gestiegen war, erreichte vergangene Woche auch der Maispreis zeitweise eine Rekordmarke von knapp 8,24 Dollar je Scheffel für die Lieferung im Dezember. Das Ministerium prognostiziert für die Erntesaison einen Preis von bis zu 8,9 Dollar je Scheffel. Finanzanalysten erwarten weitere Preissteigerungen.

Global wird der Preisdruck auf Nahrungsmittel verstärkt durch Trockenheit in Russland und durch zu viel Regen in Brasilien, was den Zuckeranbau belastet. Im Juli stiegen die Preise gemäß der Nahrungsmittelorganisation der Vereinten Nationen (FAO) global um 6 Prozent. Vor allem Getreide und Zucker wurden deutlich teurer. Der Index, der die Exportpreise anzeigt, liegt nur noch 12 Prozent niedriger als der Rekordwert vom Februar 2011. Nach den Krisen 2007/8 und 2010/11 haben die Nahrungsmittelpreise sich auf hohem Niveau eingependelt. Sie liegen rund 70 Prozent höher als 2006.

Bei ausreichendem Angebot und großen Lagerbeständen blieb der Reispreis, im Gegensatz zu den früheren Preisschüben, bislang recht stabil. In internationalen Organisationen geht die Sorge um, dass die Regierungen auf einen neuerlichen Preisschub ähnlich unkoordiniert wie früher reagieren könnten. Russland etwa hatte im August 2010 nach einer Hitzewelle den Weizenexport zeitweise untersagt. Nach Schätzung des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums wird 2012/13 die globale Weizenernte 4,6 Prozent niedriger liegen als im Vorjahr. In Russland soll die Ernte um 23 Prozent sinken, in der Ukraine um 32 Prozent. Die Maisproduktion sieht das Ministerium global 3,2 Prozent im Minus.

Die Trockenheit erhitzt in Amerika die Debatte über die gesetzlich vorgeschriebene Beimischung von Bio-Ethanol in den Treibstoff. Rund 40 Prozent der heimischen Maisproduktion stehen deshalb für den Verzehr oder als Futtermittel nicht zur Verfügung. José Graziano da Silva, Generaldirektor der FAO, dringt darauf, die Beimischungspflicht auszusetzen oder zu vermindern. Im Kongress gibt es parteiübergreifende analoge Initiativen. Landwirte, die Rinder oder Hühner aufziehen, fürchten höhere Futterpreise. Die Regierung prüft nach eigenen Angaben die Lage.

Der Ethanolverband Renewable Fuels Association warnt dagegen vor einer Aussetzung der Beimischungspflicht. Er verweist auf reichliche Lagerbestände an Ethanol und darauf, dass die Unternehmen genügend Ausnahmekredite angesammelt hätten, um der Pflicht nachzukommen. Die Benzinhersteller erhalten solche Kredite, wenn sie dem Benzin mehr Ethanol beimischen als verlangt.

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