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Nahles kündigt an : Die Renten steigen auch dieses Jahr im Osten stärker

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Mehr Geld: Die Rentner bekommen dieses Jahr im Westen 1,9 und im Osten 3,6 Prozent höhere Bezüge. Bild: dpa

Die beinahe 17 Millionen Ruheständler im Westen Deutschlands bekommen dieses Jahr knapp 2 Prozent mehr Rente. Die Bezüge im Osten steigen abermals schneller und gleichen sich weiter an.

          Die ungefähr 21 Millionen Rentner in Deutschland erhalten vom 1. Juli an mehr Geld. Ihre Bezüge werden im Westen um 1,9 Prozent und im Osten um 3,6 Prozent angehoben, wie Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) an diesem Mittwoch mitteilte.

          Infolge einer erwarteten Preissteigerung von knapp zwei Prozent gleicht die Erhöhung für die rund 16,9 Millionen Ruheständler im Westen den Kaufkraftverlust aus. Höhere Lohnanstiege im Osten führen dazu, dass die Renten dort fast doppelt so stark zulegen. Damit wächst die reale Kaufkraft der etwa 4,1 Millionen Rentner im Osten.

          Für Nahles verbessert sich damit auch die Ausgangslage für die geplante Angleichung des Rentenniveaus im Osten an das höhere Westniveau bis zum Jahr 2024. Durch die abermals stärkere Anhebung im Osten erhöht sich das Rentenniveau im Osten von derzeit 94,1 auf dann rund 95,7 Prozent des West-Niveaus.

          „Da wird die Stärke der gesetzlichen Rentenversicherung deutlich“

          Weil die Lücke kleiner wird, verringern sich die Mehrkosten, die eine gesetzliche Ost-West-Angleichung mit sich bringt. Vom Jahr 2018 an soll der Rentenwert Ost in sieben Schritten auf das West-Niveau angehoben werden. Den entsprechende Gesetzentwurf hatte die Bundesregierung Mitte Februar auf den Weg gebracht.

          Laut der Präsidentin der Rentenversicherung, Gundula Roßbach, sind unter Berücksichtigung der Anhebung zum 1. Juli die Renten seit dem Jahr 2012 im Westen um 10,5 Prozent und im Osten um 19,1 Prozent gestiegen: „Das ist schon eine sehr positive Entwicklung und macht die Stärke der gesetzlichen Rentenversicherung deutlich.“

          „Gute Löhne und ein hoher Beschäftigungsstand sorgen weiter für eine stabile Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung“, erklärte Nahles. Die jährliche Rentenerhöhung orientiert sich vor allem an der Lohnentwicklung. Die dafür relevante Lohnsteigerung betrug nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2,06 Prozent im Westen und 3,74 Prozent im Osten. Geschmälert wird die Rentenanhebung um 0,14 Prozentpunkte durch den Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel. Wenn die Zahl der Rentner schneller zunimmt als die Zahl der Beiträge entrichtenden Arbeitnehmer, dann verringert das den Rentenanstieg.

          Die Anpassung der Altersbezüge fällt in diesem Jahr geringer aus als im Vorjahr. Zum 1. Juli 2016 hatte es mit einem Plus von 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten die höchste Anhebung seit mehr als 20 Jahren gegeben. Dazu hatte auch ein einmaliger Statistik-Effekt beigetragen.

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