Home
http://www.faz.net/-gqe-p82b
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nachruf Rudolf Miele ist gestorben

19.08.2004 ·  Nach kurzer und schwerer Krankheit ist der Unternehmer Rudolf Miele im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Gütersloh gestorben. Über fünfzig Jahre stand er im Dienst des Unternehmens.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Nach kurzer und schwerer Krankheit ist der Unternehmer Rudolf Miele im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Gütersloh gestorben.

Der Name Miele steht für eine Familiendynastie vergleichbar mit Oetker, Grundig, Quandt. Der am 4. November 1929 als Enkel des Firmengründers Carl Miele geborene Unternehmer trat 1953 in das 1899 gegründete Unternehmen für Hausgeräte ein, dessen geschäftsführender Gesellschafter er seit 1960 war. Seit mehr als fünfzig Jahren hat Rudolf Miele im Dienst seines Unternehmens gestanden.

"Immer besser"

Noch älter, nämlich noch vom Firmengründer stammend, ist der unternehmerische Wahlspruch "Immer besser", den Rudolf Miele stets als Zustandsbeschreibung und als Auftrag gleichermaßen verstand. Jedes Produkt müsse besser sein als das vorherige und besser sein als das der Konkurrenz. Deswegen seien auch höhere Preise möglich. Man müsse sich entscheiden, sagte Miele einmal, ob man ein Schnäppchen wolle oder Qualität. Alles das hat Rudolf Miele schon übernommen, und, gemeinsam mit dem ein Jahr älteren kongenialen Peter Zinkann, dem Vertreter des zweiten Familienstammes der Miele & Cie., behutsam weiterentwickelt.

Seit jeher hat Miele auf die bisweilen belächelten, manchmal sogar bekämpften Tugenden geachtet wie Solidität, Beharrlichkeit, Beständigkeit und Respekt vor Mitarbeitern und diese vorgelebt. Der Gesellschaftervertrag der Gründer gilt nahezu unverändert fort. Er bindet die Familien an das Unternehmen und stellt dessen Interessen über die der Familien. Miele gibt nur das Geld aus, das verdient wird, Bankverbindlichkeiten schätzt er gar nicht. Miele hat sich auch immer für den Standort Deutschland eingesetzt.

Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse

Miele hatte eigentlich vor, sich nach dem hundertjährigen Jubiläum des Unternehmens im Sommer 1999 vorsichtig zurückzuziehen, wie immer zusammen mit Zinkann. Doch beide blieben bis zuletzt aktiv. Und das nicht nur für das eigene Unternehmen. Miele bekleidete zahlreiche Ämter und Ehrenämter, zum Beispiel als Ehrenmitglied der Deutschen Handelskammer in Österreich, als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, als Vizepräsident der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände Nordrhein-Westfalen. Er war zudem Aufsichtsrat bei der B. Braun Melsungen AG, Melsungen.

Der Ehrenbürger der Stadt Gütersloh ist Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Mit Reinhard Zinkann und Markus Miele - die bereits gemeinsam mit drei familienfremden Managern die Geschicke des Unternehmens leiten - steht die vierte Generation zur Übernahme der Führung bereit. Beide Väter legten großen Wert auf die Erziehung des Nachwuchses im Sinne der Familien- und Firmentradition.

Quelle: geg., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2004, Nr. 193 / Seite 16
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 10 11

30.05.2012 09:35 Uhr
  Vortag
Dax 6.337,82 −0,92%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.381,91 −0,88%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2447 −0,33%
Rohöl Brent Crude 105,95 $ −0,84%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.