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Veröffentlicht: 18.02.2013, 17:31 Uhr

Nachruf Otto Beisheim gestorben

Mit der Einführung des Supermarkt-Prinzips Cash & Carry auch im deutschen Großhandel ist Metro-Gründer Otto Beisheim Milliardär geworden. An diesem Montag ist er im Alter von 89 Jahren gestorben.

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© picture-alliance / dpa Otto Beisheim

Als im Januar 1999 an einem Samstagabend nach Ladenschluss in der Lebensmittelabteilung des Kaufhofs an der Kölner Hohen Straße mit Weggefährten sein 75. Geburtstag gefeiert wurde, kam von seinem engsten Vertrauten die dringende Bitte: keine Berichterstattung, Herr und Frau Beisheim wünschen das nicht. Diskretion, Verschwiegenheit, Scheu vor der Öffentlichkeit haben Otto Beisheim seit jeher begleitet.

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Dabei hätte er sehr viel zu erzählen gehabt, über seinen ungewöhnlichen Werdegang und Aufstieg, seinen Militärdienst in den düstersten Jahren Deutschlands, seine Pionierleistung im deutschen Einzelhandel, sein großes Mäzenatentum, vielleicht auch über seine spätere Enttäuschung über das Handeln der Mitbegründer des Handelskonzerns Metro, die Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck. Aber Otto Beisheim hat Interview-Wünschen nie nachgegeben, hat sich nie auf- und schon gar nicht in den Vordergrund gedrängt, sondern es immer vorgezogen, im Stillen zu agieren. Hauptversammlungen der damals noch börsennotierten Metro-Tochtergesellschaft Kaufhof verfolgte er beispielsweise regelmäßig inkognito, möglichst aus der letzten Reihe. Wie andere Unternehmerpersönlichkeiten aus dem Handel, etwa die Mitglieder der Familien Albrecht (Aldi) und Schwarz (Lidl), lebte er vollkommen zurückgezogen, in Bayern, in der Schweiz oder im Golfer-Paradies Florida.

Beisheim gehörten zuletzt noch knapp 10 Prozent an Deutschlands größtem Handelskonzern

An diesem Montag ist Otto Beisheim im Alter von 89 Jahren gestorben. Er wurde in seinem Haus in Rottach-Egern am Tegernsee tot aufgefunden. Der kinderlose Milliardär litt an einer nicht heilbaren Krankheit und ist wegen der Hoffnungslosigkeit seiner gesundheitlichen Lage freiwillig aus dem Leben geschieden, wie aus seinem Umfeld mitgeteilt wurde.

Beisheim gehörten zuletzt noch knapp 10 Prozent an Deutschlands größtem Handelskonzern. Den Poolvertrag mit den Mitgesellschaftern hatte er im September 2009 gekündigt, nachdem seine Finanziers aus den Gründerjahren, Haniel und Schmidt-Ruthenbeck, sich im Schulterschluss eine knappe Mehrheit und damit das Sagen bei Metro gesichert hatten. Er wolle eine größtmögliche Entscheidungsfreiheit und Flexibilität hinsichtlich seines Engagements haben, hieß damals die offizielle Begründung. Später verkaufte er ein kleineres Aktienpaket, seine emotionale Bindung an das Unternehmen hat er freilich nie verloren.

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Beisheim wurde als Sohn eines Gutsverwalters in Vossnacken bei Essen geboren. Er galt als ausgesprochen guter Schüler, jedoch fehlten der Familie die Mittel für Gymnasium und Studium. Stattdessen absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte Beisheim als Gefreiter einer Division der Waffen-SS an, danach geriet er in britische Kriegsgefangenschaft. Er selbst hat sich nie zu diesem Kapitel seiner Biografie geäußert, die Beisheim-Stiftung bestätigte im Jahr 2006 jedoch in groben Zügen die Medienberichterstattung darüber.

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