Home
http://www.faz.net/-gqe-74ghf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Nachfolger unbekannt Der Intel-Chef hört auf

Produkte seiner Firma haben den Alltag von Millionen Menschen verändert: Paul Otellini steht seit beinahe acht Jahren an der Spitze des weltgrößten Halbleiter-Konzerns Intel. Nun ist Schluss. Seinem Nachfolger hinterlässt er eine Geldmaschine - und ein Problem.

© AP Vergrößern Paul Otellini

Einer der mächtigsten Manager der Technologiebranche verabschiedet sich: Intel-Chef Paul Otellini hört im Mai auf. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest, teilte der weltgrößte Chipkonzern am Montag mit. Intel dominiert mit seinen Prozessoren im PC-Markt, schafft es aber seit Jahren nicht, im boomenden Geschäft mit Smartphones und Tablets Fuß zu fassen.

„Es ist an der Zeit, weiterzuziehen, und das Ruder bei Intel an eine neue Führungsgeneration abzugeben“, sagte Otellini. Er war beinahe vier Jahrzehnte im Unternehmen, davon stand er fast acht Jahre an der Spitze des Chipkonzerns. Unter seiner Ägide wuchs Intel kräftig, wurde zuletzt aber von der Flaute im PC-Markt erwischt.

Intel gehört zu den teuersten Unternehmen der Welt

Verwaltungsratschef Andy Bryant lobte Otellini als „starke Führungspersönlichkeit“. Er habe das Unternehmen durch schwierige Zeiten geführt. Damit dürfte Bryant besonders auf die Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 anspielen, die Intel fast ohne Blessuren überstanden hatte - anders als etwa der wesentlich kleinere Rivale AMD.

Während Otellinis Amtszeit stieg der Jahresumsatz von 38,8 auf 54 Milliarden Dollar. Die Aktionäre durften sich über 23,5 Milliarden Dollar an Dividenden freuen. Intel-Prozessoren - die Rechenherzen eines Computers - stecken heute in vier von fünf Personal Computern. Mit einem Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar (78 Mrd Euro) gehört das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara zu den teuersten Konzernen der Welt.

Mehr zum Thema

Allerdings ist der Kurs seit Jahresbeginn um 17 Prozent gefallen. Grund sind die schnell sinkenden PC-Verkäufe. Zum einen halten sich Firmen angesichts der unsicheren Wirtschaftslage mit Neuanschaffungen zurück. Zum anderen greifen viele Verbraucher mittlerweile eher zu einem Tablet-Computer wie Apples iPad oder ihr Smartphone reicht ihnen fürs Surfen im Web.

Bei Smartphones und Tablet-Computern werden besonders sparsame Chips benötigt. Hier ist die Technologie des britischen Chip-Entwicklers ARM führend. Intel-Prozessoren, die leistungsstärker, aber dadurch auch stromhungriger sind, stecken bisher nur in einigen wenigen Smartphone-Modellen. Vor dem nächsten Chef liegt die überlebenswichtige Aufgabe, Intel in diesem Bereich stärker aufzustellen. Zuletzt war der Quartalsumsatz um 5 Prozent und der Gewinn um 14 Prozent gefallen.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Krise des Chipherstellers Chiphersteller AMD mit dramatischem Umsatzeinbruch

Minus 25 Prozent beim Umsatz und den Verlust verneunfacht - das ist die schockierende AMD-Bilanz zum ersten Quartal. Die Aktie verlor mehr als elf Prozent, da das Chip-Geschäft schwächelt. Mehr

17.04.2015, 10:04 Uhr | Wirtschaft
Londoner Projekt für Schüler Computer bauen? Kann doch jedes Kind

In einer hochtechnisierten Welt, in der auch Kinder Smartphone, Tablet und Co. wie selbstverständlich nutzen, kommt das Verstehen über die Funktionsweise solcher Geräte oft zu kurz. In einem Londoner Projekt lernen schon Grundschüler, einen Computer selbst zusammenzubauen und zum Laufen zu bringen. Mehr

24.02.2015, 16:11 Uhr | Gesellschaft
Quartalsgewinn Samsung dreht den Trend

Samsungs Gewinn fällt niedriger aus als im vergangenen Jahr. Aber der Trend zeigt nach oben. Kann das neue Handy Galaxy S6 helfen? Mehr

07.04.2015, 08:11 Uhr | Wirtschaft
Rekordbilanz iPhone beschert Apple historischen Gewinn

Das iPhone hat dem amerikanischen Technologiekonzern Apple im vierten Quartal des vergangenen Jahres einen Rekordgewinn in der Wirtschaftsgeschichte beschert. Wie das Unternehmen mitteilte, kletterte der Profit in dem Zeitraum auf gut 15,8 Milliarden Euro. Der Umsatz lag nach Angaben des in Kalifornien ansässigen Unternehmens bei umgerechnet 66 Milliarden Dollar. Mehr

28.01.2015, 13:36 Uhr | Wirtschaft
Weitere Nachrichten Schwacher PC-Markt bremst Intel

Der Chip-Riese Intel wird vom schwachen PC-Markt belastet, und die Deutsche Post und Verdi streiten weiter über Arbeitszeitverkürzung. Mehr

15.04.2015, 07:06 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.11.2012, 16:05 Uhr

Übertriebene Abstiegsangst

Von Lisa Becker

Viele Menschen in Deutschland sind durch Bildung sozial aufgestiegen. Und dieser Status soll auch an die kommende Generation weitergegeben werden. Oftmals um jeden Preis. Mehr 52 39


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden