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Nach Fukushima Japan stützt Tepco mit Milliardenspritze

13.02.2012 ·  Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, Tepco sieht sich mit riesigen Entschädigungszahlungen und Aufräumkosten konfrontiert. Im laufenden Geschäftsjahr schreibt das Unternehmen höhere Verluste als erwartet. Mit 6,7 Milliarden Euro will die Regierung Tepco stützen.

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Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, kann mit weiteren Milliarden an Staatshilfen rechnen. Die Regierung beschloss am Montag die Bereitstellung zusätzlicher Hilfen von 689,4 Milliarden Yen (6,7 Milliarden Euro), damit der angeschlagene Konzern den massiven Entschädigungszahlungen nachkommen kann. Industrieminister Yukio Edano machte jedoch bei einem Treffen mit Tepco-Chef Toshio Nishizawa zur Bedingung, dass die Regierung „hinreichende“ Kontrolle über das Management bei Tepco erhält, wie Medien berichteten. „Ich beabsichtige nicht, einer Forderung von Tepco nach einer Kapitalspritze nachzukommen, solange der Konzern nicht ausreichenden Stimmrechten in Relation zu den Staatsmitteln zustimmt“, wurde Edano nach dem Treffen zitiert.

Der Konzern sieht sich mit riesigen Entschädigungszahlungen, Aufräumkosten sowie steigender Kosten für Ersatzbrennstoffe konfrontiert. Im laufenden Geschäftsjahr rutscht das Unternehmen denn auch tiefer in die roten Zahlen als gedacht. Wie Tepco bekanntgab, dürfte zum Bilanzstichtag 31. März angesichts der steigenden Entschädigungszahlen unter dem Strich ein Fehlbetrag von 695 Milliarden Yen (6,7 Milliarden Euro) anfallen. Bislang war Tepco noch von einem Nettoverlust von 600 Milliarden Yen ausgegangen. Der Umsatz dürfte sich auf 5,28 Billionen statt 5,32 Billionen Yen belaufen.

Tepco kämpft um seine Unabhängigkeit

Großkunden von Tepco sollen ab April 17 Prozent mehr zahlen. Kritiker fordern jedoch, dass Tepco zuerst mehr Anstrengungen machen müsse, intern Kosten zu sparen. Industrieminister Edano forderte Tepco denn auch zu „drastischen Umstrukturierungen“ auf. Die Regierung führt gegenwärtig hinter verschlossenen Türen harte Verhandlungen über eine geplante Kapitalspritze. Sie hofft, dabei mehr als zwei Drittel der Anteile an Tepco zu bekommen, während Tepco seine Unabhängigkeit behalten will. Die Summe der bislang bewilligten Steuergelder beläuft sich bereits auf mehr als 1,5 Billionen Yen.

Tepcos Überleben als unabhängiges Unternehmen steht seit dem schweren Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März 2011, bei dem das AKW Fukushima Daiichi schwer beschädigt wurde, in Frage. Japanische Medien hatten kürzlich berichtet, dass ein Sanierungsplan eine staatliche Kapitalspritze von einer Billion Yen im kommenden Steuerjahr vorsieht. Das käme einer Verstaatlichung gleich und wäre zugleich eine der weltweit größten Rettungsaktionen für ein Unternehmen außerhalb des Bankensektors. Hinzu käme eine weitere Billion Yen an Bankkrediten. Tepco und ein staatlicher Entschädigungsfonds für die Atombranche legen den Plan im März vor.

Möglicherweise wieder Temperaturanstieg im Reaktorblock 2

Ein knappes Jahr nach der Atomkatastrophe sorgt Fukushima abermals für Aufregung. Instrumente hätten am Montag einen Anstieg der Temperatur im Reaktorblock 2 auf über 90 Grad Celsius angezeigt, teilte Tepco mit. Damit habe sich der Wert im Vergleich zum Vormonat verdoppelt. Das Unternehmen geht aber nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich nur um ein fehlerhaftes Thermometer handelt. Es gebe wenig Anzeichen für eine Dampfentwicklung. Deswegen befinde sich der Reaktor wohl noch immer in der Kaltabschaltung, hieß es.

Der japanische Umweltminister Goshi Hosono erklärte, auch er gehe weiter von einer Kaltabschaltung aus. Es gebe aber keinen Grund, sich in Sicherheit zu wiegen. Die Regierung bereite sich auf alle Eventualitäten vor.

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Von Heike Göbel

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30.05.2012 09:35 Uhr
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