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Nach Fukushima Japan produziert wieder Atomstrom

 ·  Mehr als ein Jahr nach der Kernschmelze von Fukushima sagt ein Untersuchungsbericht, das Unglück sei „von Menschenhand gemacht“ - am gleichen Tag geht wieder ein Atomreaktor ans Netz.

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In Japan wird seit Donnerstag wieder Atomenergie in die Stromnetze eingespeist. Wie der Betreiberkonzern Kansai Electric am Donnerstag in Osaka mitteilte, hat der Reaktor 3 im Atomkraftwerk Oi wieder mit der Erzeugung von Strom begonnen. Bis zum Montag soll der Reaktor auf seine Leistungsstärke von 1,18 Millionen Kilowatt hochgefahren werden. Am 18. Juli wird dann auch der Reaktor 4 in Oi wieder ans Netz gehen. Die Vorbereitungen dazu liefen bereits, hieß es. „Wir machen damit einen Schritt auf eine sichere und stabile Energieversorgung hin“, erklärte Kansai-Präsident Makoto Yogi.

Mit den Reaktoren in Oi nimmt Japan erstmals wieder Atomkraftwerke ans Netz, die nach der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 2011 wegen Wartungsarbeiten und Sicherheitsüberprüfungen vom Netz genommen waren. In Fukshima war es in drei Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Von den 50 Atomreaktoren Japans, die vor der Katastrophe in Fukushima 30 Prozent des Stroms erzeugten, war zuletzt keines mehr am Netz gewesen.

Die Regierung in Tokio hatte Mitte Juni angeordnet, die Reaktoren in Oi wieder ans Netz zu nehmen. Zuvor hatten die Atom-Aufsichtsbehörden die Sicherheit bestätigt und die örtlichen Politiker ihren anfänglichen Widerstand gegen ein Hochfahren des Atomkraftwerks aufgegeben. Zu groß war die Angst in der Industrieregion um die Ballungsräume Osaka und Kyoto, dass es im Sommer zu Stromsperren kommen könnte. Die Regierung sprach von einer Energielücke von rund 15 Prozent in dieser Region, wenn die Reaktoren in Oi nicht wieder ans Netz gegangen wären. Die Gegend um Osaka und Kyoto war vor Fukushima bereits zu rund 50 Prozent vom Atomstrom abhängig gewesen.

Während die Entscheidung, Oi wieder ans Netz gehen zu lassen, in der Wirtschaft mit Erleichterung aufgenommen worden ist, hat die Entscheidung der Regierung in der Region und in der Hauptstadt Tokio zu Anti-Atomkraftdemonstrationen geführt, wie es sie in Japan bislang noch nicht gegeben hat. Auch kurz vor dem Start des Reaktors 3 in Oi demonstrierten in Tokio rund 150.000 Menschen gegen die Atomenergie.

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