17.06.2012 · Japan hatte nach der Katastrophe in Fukushima alle verbliebenen 50 Atomreaktoren für Sicherheitsüberprüfungen vom Netz genommen. Jetzt befürchten Regierung und Wirtschaft ohne Atomstrom im Sommer Energieengpässe.
Von Carsten Germis, TokioRichtlinien für Lesermeinungen
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Na endlich wird dort wieder mit Atomstrom Vollgas gegeben. Leider
versteht auch hier anscheinend keiner, dass die Sicherheit der
Atommeiler das kleinste Problem von Atomstrom ist. Gewichtiger ist die
bis dato nicht mögliche Endlagerung, von der man nun seit knapp 60
Jahren redet.
Die Kosten für die Lagerung von der giftigsten und todbringendsten
Substanz, die unsere Welt zu bieten hat für die nächsten
100.000 bis 1.000.000 Jahre wird Unsummen verschlingen und wenn wir Pech
haben eine Menge Menschen das Leben kosten. Im Vergleich dazu sind die
Kosten für die Energiewende ein paar Mark Fünzig. Nach
Hochrechnungen kostet die kWh Atomstrom nicht einige Cent, sondern mind. 5€!
Man schaue sich nur hunderten von Milliarden Euro an Subventionen der
letzten Jahrzehnte für diese Branche an, da ist noch nichts
für die Endlagerung ausgegeben worden. Die dilettantisch Entsorgung
in der Sasse lässt grüßen. Ein Wahnsinn und für
unsere Wirtschaft auf Dauer nicht zumutbar... Change now!
Herr Pietz,
ohne jetzt Schleichwerbung zu betreiben, beim deutschen Marktführer Enercon (60% Marktanteil) wird k e i n Neodym eingesetzt! Alle anderen Windkraftanlagen in Deutschland sind im Wesentlichen Anlagen mit Getriebe. Der einzige wichtige Hersteller in Deutschland, der Neodym überhaupt einsetzt, ist Siemens. Der Marktanteil von Siemens-Anlagen liegt Onshore unter "ferner liefen" im einstelligen Prozentbereich. Und dass es auch ohne [Neodym] geht, ist mittlerweile hinlänglich bewiesen!
Herr Pietz.
Ich weiss ja nicht, was Ihr Neodym mit den angeblichen radioaktiven
Stoffen der deutschen Ölförderung, von denen Herr Michelsen
sprach, zu tun hat.... aber gut.
Herr Pietz, danke dass Sie einem Chemiker, der seine Masterarbeit
über Neodymkomplexe verfasst hat einen kleinen Diskurs über
Neodym halten - dass keine Quellenangabe dabei genannt wird (200kg/MW??)
ist bedauerlich. Genauso wie Sie Gold oder Kupfer oder Aluminium usw.
mit und ohne Freisetzung von Radioaktivität fördern
können, können Sie Lanthaniden dementsprechend fördern,
alles eine Frage der Kosten.
Es ist ziemlich obskur, den Windkraftherstellern anzulasten, dass die
Bergbauindustrie weltweit die Lanthanidminen geschlossen hat, als China
in den 80er und 90er Jahren Preisdumping betrieben hat. Genausogut
können Sie den Kohlekraftwerken vorwerfen, dass Kohle in China
nicht mit gleichen Standarts abgebaut wird wie in Bottrop.
Mit Verlaub - Nonsens.
Herr Diesing: Neodym
Neodym
Zunehmend werden WKA als getriebelose Anlagen gebaut was viele Vorteile
hat. Allerdings benötigen die getriebelosen Generatoren
(Synchrongeneratoren) starke Permanentmagnete, die große Mengen
des Metalls Neodym aus der Gruppe der Seltenen Erden enthalten
–ca. 200 kg pro Megawatt Leistung. Neodym ist aber ohne
große Mengen begleitenden radioaktiven Abfalls (Thorium, Uran)
nicht zu gewinnen. Da das radioaktive Thorium nicht verwendet wird,
häuft es sich rund um die chinesischen Minen, aus denen derzeit 97
% der Weltproduktion an Neodym stammen, in riesigen Mengen unter freiem
Himmel an.
Ihre Logik...
...ist leider verkehrt.
Wenn man so viel an privaten wie auch oeffentlichen Geldern (Steuern,
Subventionen) in diese Form der Energiegewinnung gesteckt hat, warum
soll man sich die "Ernte" (billige, stabile Energiequelle)
jetzt nehmen lassen? Das macht volkswirtschaflich ueberhaupt keinen
Sinn.
Und was die Sicherheit angeht: Es existiert nach bestem
wissenschaftlichen Erkentnissstand kein Hinweis, dass der Betrieb
deutscher KKW irgendwelche gesundheitlichen Folgen hat.
Soso Herr Michelsen.
2000 Tonnen Atommüll fallen in der deutschen
Erdölförderung pro Jahr an... hochinteressant, führen Sie
das doch mal aus Herr Michelsen, denn das wäre mir neu.
"chem. Gifrmüll" wie bspw. Dioxine lassen sich komplett
und kostengünstig vernichten - durch verbrennen bei hohen
Temperaturen. Probieren Sie das bitte nicht mit Atommüll aus, der
strahlt. Da können Sie machen was Sie wollen - es sei denn, Sie
finden einen Weg, kostengünstig Transmutationen durchzuführen,
und das halte ich für ähnlich fragwürdig wie "2000
Tonnen Atommüll" in der "deutschen Erdölförderung".
...zumindest in Japan ein wenig Vernunft und "Realpolitik" in
das Leben zurueck.
Waere auch Europa sehr zu wuenschen...zu unserem Besten.
Vernunft und Realpolitik
Na, wenn Sie ein Regieren gegens Volk statt mit dem Volk so toll finden...zu "unserem" Besten? Eher zum Besten der hochunrentablen Atomlobby...
Die kommen in Japan eben schneller zur Realität zurück als hier.
Aber ihre Anlagen waren schlecht geplant und wurden nicht nachgerüstet.
An der Küste muß man mit entsprechend hohen Wellen rechnen,
die hier in Sekunden alle Notstromdiesel zerstörten. Das war
kein Problem für GE im sicheren Amerika.
Darüber hinaus hat man in D eine erheblich höhere Zahl von
Notstromdiesel und muß in Biblis nicht mit einem solchen
Tsunami rechnen.
Daß Wasserstoff in einem Reaktor frei gesetzt werden kann ist
seit Jahren bekannt. Man hätte seit Jahren entsprechend
nachrüsten müßen und auch können. So flog eben
die Anlage in die Luft. Logisch!
Daß Druckwasserreaktoren in D die Schwerkraft für die
Regelstäbe nutzen ist sicherer als die Regelstäbe von
unten einzuschieben. Konstruktionfehler eben in J.
Aber wir sollten erheblich mehr Notkühlwasser vorhalten. Die
bisherigen Vorräte kochen nach einem Tag.
Notkühlwasser als Pumpspeicherwerk in dem man Notfalls das Gefälle nutzt?
Könnte man Kernkraftwerke eigentlich nicht so bauen das der
Reaktorbehälter unter der Erdoberfläche liegt? Dann hätte
man auch den Vorteil das die Penetration durch ein Flugzeug
ausgeschlossen wird. Warum hatte man das nicht so versucht? Die in D
gebaute Variante mit Stahlmantel in Kugelform mit Betonhülle das
den Reaktoren die in D übliche Form gab wird ein Flugzeug
draußen halten, allenfalls die Turbinenachsen hätten eine
Chance was ich nicht wirklich Glaube. Da wäre auch das
Reichstagsgebäude das leichte Ziel.
Ich bin gespannt wie man künftig bauen wird. Einige
Öl+Erdgaslieferländer werden den Strom fürs eigene Land
in Kernkraftwerken herstellen und uns Öl und Gas liefern. Ich denke
die Leute wissen wie hoch die Produktionskosten für die KW-Stunde
sind bei den einzelnen Kraftwerkstypen.
Carsten Germis Jahrgang 1959, Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.
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