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Nach Fehlspekulationen JP-Morgan-Banker müssen gehen

 ·  Nach dem Verlust von rund zwei Milliarden Dollar durch Fehlspekulationen zieht die amerikanische Bank JPMorgan Chase offenbar personelle Konsequenzen. Auch Bank-Chef Jamie Dimon gerät zunehmend unter Druck.

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Laut einem Bericht der „New York Times“ verlassen in den kommenden Tagen mehrere Top-Banker das Geldinstitut, darunter der angeblich Hauptverantwortliche Bruno Iksil. Der französischstämmige Iksil erlangte mit seinen risikoreichen Geschäften in der Szene die Spitznamen „Wal von London“ und „Voldemort“, nach dem Bösewicht aus den weltberühmten „Harry-Potter“-Büchern von J.K. Rowling.

Ebenfalls vor dem Abgang stehen offenbar mehrere Führungskräfte der entsprechenden Sparte, so etwa die 55-jährige Ina Drew aus dem Chief Investment Office, die drei Jahrzehnte für JPMorgan Chase arbeitete. Zwei ihrer Mitarbeiter erwägen demnach ebenfalls zu gehen.

Dimon muss Aktionären Rede und Antwort stehen

Auch Vorstandschef Jamie Dimon gerät immer stärker unter Druck. Dem lautstarken Kämpfer gegen mehr Bankenregulierung droht auch eine empfindliche Niederlage auf dem Feld der Politik. „Die Banken werden diesen Kampf verlieren“, sagte Senator Carl Levin, ein mächtiger Verfechter einer strengeren Beaufsichtigung über die Wall-Street-Institute, im Fernsehsender NBC.

Zuvor hatte Dimon ebenfalls auf NBC die Milliardenverluste als einen „schrecklichen und ungeheuerlichen Fehler“ bezeichnet. Die nächste schwere Prüfung dürfte dem J.P.-Morgan-Chef am Dienstag bevorstehen, wenn er an einem Aktionärstreffen in Florida
teilnimmt.

Milliardenverluste innerhalb von sechs Wochen

Das Bankhaus hatte den binnen sechs Wochen eingefahrenen Verlust am Donnerstag zugeben müssen. Grund waren Fehlspekulationen der Investmentabteilung mit Kreditausfallversicherungen. Solche Versicherungen standen auch im Mittelpunkt der Finanzkrise des Jahres 2008. Durch diese war JPMorgan Chase ohne staatliche Hilfe gekommen.

Der Fall ähnelt den spektakulären Verlusten, die einzelne Händler bei anderen Großbanken verursacht haben sollen. Jérôme Kerviel war im Oktober 2010 zu fünf Jahren Haft und einer Rekordgeldstrafe von 4,9 Milliarden Euro verurteilt worden - der Summe, die Société Générale durch seine riskanten Spekulationen verloren hatte. Kweku Adoboli ist in London angeklagt, weil er der UBS mit Fehlspekulationen einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro beschert haben soll.

Der Wert der Bank verringerte sich am Freitag damit um etwa 14 Milliarden Dollar. Das Institut hatte im vergangenen Monat einen Gewinn von 5,38 Milliarden Dollar für das erste Quartal ausgewiesen. Das waren zwar drei Prozent weniger als im Vorjahresquartal, aber mehr als erwartet. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf knapp 27 Milliarden Dollar.

Quelle: FAZ.NET mit AFP, Dow Jones
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