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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Nach dem Rettungsantrag Zinsen für spanische Anleihen steigen kräftig

 ·  Der Rettungsantrag für den maroden Bankensektor ist gestellt. Am Geldmarkt bekommt Spanien nun heftigen Gegenwind zu spüren. Die Regierung muss für Staatsanleihen deutlich höhere Zinsen als vor einem Monat zahlen. Auch Italien muss tief in die Tasche greifen.

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Die Euro-Krisenländer Spanien und Italien müssen Investoren immer höhere Zinsen für frisches Geld bieten. Nach dem Rettungsantrag für den maroden Bankensektor bekommt Spanien am Geldmarkt heftigen Gegenwind zu spüren. Die Zinsen für spanische Staatsanleihen sind deutlich gestiegen. Bei der ersten Auktion solcher Anleihen nach dem Antrag verdreifachten sich die geforderten Zinsen für drei Monate laufende Papiere nahezu, die für sechsmonatige Papiere verdoppelten sich fast.

Die spanische Staatskasse nahm bei der Auktion am Dienstag mit 3,1 Milliarden Euro etwas mehr ein als geplant, und die Nachfrage war groß. Allerdings musste das hoch verschuldete Land für die Kredite mit einer Laufzeit von drei Monaten 2,36 Prozent Zinsen akzeptieren. Bei der vorangegangenen Auktion derartiger Papiere am 22. Mai waren es noch 0,85 Prozent. Auch die Kosten für sechsmonatige Anleihen verdoppelten sich gegenüber der Auktion Ende Mai fast von 1,7 Prozent auf 3,24 Prozent.

Der klamme Staat hatte am Montag den bereits vor zwei Wochen angekündigten Rettungsantrag Anfang der Woche offiziell in Brüssel eingereicht, ohne allerdings eine genaue Summe zu nennen. Grundlage soll das vergangene Woche vorgelegte Ergebnis einer Untersuchung durch private Wirtschaftsprüfer sein. Diese haben eine Kapitallücke von maximal 62 Milliarden Euro ermittelt.

Auch Italien muss hohe Zinsen für neue Papiere in Kauf nehmen

Neben Spanien hat auch Italien weiter große Mühe, sich an den Finanzmärkten Geld zu leihen: Am Dienstag konnte die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft zwar wie geplant Anleihen platzieren. Aber auch die Regierung in Rom musste erneut hohe Zinsen für die neuen Papiere in Kauf nehmen.

Italien trat am Markt mit insgesamt drei Staatsanleihen in Erscheinung. Auch hier legten die zu zahlenden Renditen spürbar zu, allerdings nicht ganz so kräftig wie in Spanien. Italien gelang es, fast so viel Geld wie gewünscht einzusammeln. Eine Nullkupon-Anleihe, die keine festen Zinszahlungen vorsieht und 2014 fällig wird, brachte knapp drei Milliarden Euro ein und rentierte mit 4,712 Prozent. Ende Mai hatte Italien mit 4,04 Prozent noch deutlich weniger Rendite bieten müssen. Zum Vergleich: Deutschland kann sich für zwei Jahre derzeit fast zum Nulltarif refinanzieren. Zwei inflationsindexierte Anleihen Italiens - das sind Papiere, die gegen die Geldentwertung schützen sollen - erbrachten etwas mehr als 900 Millionen Euro. Auch hier stiegen die Renditen deutlich an.

Die drittgrößte Euro-Wirtschaft Italien hat im Gegensatz zu Spanien zwar kein akutes Problem mit seinem Finanzsektor. Dafür ist die Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Unternehmen vergleichsweise schwach. Darüber hinaus weist das Land klare Standortnachteile gegenüber vielen anderen Euro-Ländern auf.

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